Shakespeare: Freiheit, Schönheit und die Grenzen des Hasses - Greenblatt, Stephen

Stephen Greenblatt 

Shakespeare: Freiheit, Schönheit und die Grenzen des Hasses

Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2006

Übersetzer: Binder, Klaus
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Shakespeare: Freiheit, Schönheit und die Grenzen des Hasses

Adorno trifft Shakespeare - das klingt nach einer unmöglichen Begegnung, und Mißverständnisse scheinen vorprogrammiert. Hier der große Theoretiker der Frankfurter Schule, der Verfechter des Eigensinns der Kunst, dem das Wort "Kunstgenuß" kaum über die Lippen kam und der sein ganzes Leben gegen die kulturindustrielle Barbarisierung der Kunst angeschrieben hat; dort der Superstar des Elisabethanischem Zeitalters, der gewiefte Entrepreneur und stadtbekannte Schriftsteller, dessen Stücke in einem der ersten kommerziellen Theater seiner Zeit ein Massenpublikum in den Bann schlugen. Wahrheit gegen Entertainment. Geist gegen Geld. Geht das überhaupt zusammen?


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 122 S.
  • Seitenzahl: 122
  • Best.Nr. des Verlages: 58487
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 128mm x 18mm
  • Gewicht: 254g
  • ISBN-13: 9783518584873
  • ISBN-10: 3518584871
  • Best.Nr.: 22804821
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.11.2007

Sein eigner Schöpfer
Stephen Greenblatt sucht die Autonomie bei Shakespeare
Es bot eine schöne Reibungsfläche, dass 2006 ausgerechnet Stephen Greenblatt im Rahmen der Frankfurter Adorno-Vorlesungen an den Philosophen erinnerte. Der amerikanische Kultur- und Literaturwissenschaftler, in Deutschland als Shakespeare-Biograph bekannt, gilt als führender Kopf des New Historicism, einer Theorierichtung, die nach den historischen Kontexten von Literatur fragt, genauer: Sie fragt, durch welche Ideen und Vorstellungen ein Werk an seine Entstehungszeit gebunden und nur daraus verständlich ist. Das umfasst zwar auch, dass Kunst die Begriffe ihrer Zeit transformieren, verändern, sprengen kann. Doch von der Autonomie des Ästhetischen, auf die Adorno pochte, ist der New Historicism meilenweit entfernt.
Insofern traf Greenblatt den Nagel auf den Kopf, als er in seinen drei Vorlesungen erörterte, wie es denn wohl um die Autonomie des Dichters Shakespeare bestellt sei. Kurz gesagt: Nicht so weit, wie Adorno, von Shakespeares „unendlich reicher Individualität” schwärmend, veranschlagte. Gibt es, fragt Greenblatt, bei Shakespeare überhaupt schon eine Idee von …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Wilhelm Trapp begrüßt diese drei Vorlesungen über Autonomie bei Shakespeare, die der amerikanische Literaturwissenschaftler und Shakespeare-Biograf Stephen Greenblatt im Rahmen der Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2006 gehalten hat. Besonders reizvoll scheint ihm der Kontrast zwischen Adornos Auffassung der Shakespeare'schen Individualität und der des Autors, der als Anhänger des New Historicism Literatur aus ihren historischen Kontexten verständlich zu machen sucht und die Autonomie des Ästhetischen eher kritisch betrachtet. Gespannt folgt er Greenblatts Untersuchung des Autonomiegedanken bei Shakespeare. Deutlich wird für ihn darüber, "dass der Dichter bereits die zerstörerischen, mörderischen Konsequenzen dieser erst keimenden Idee auslotete."

© Perlentaucher Medien GmbH
Stephen Greenblatt ist Professor für Englische und Amerikanische Literatur und Sprache an der Harvard Universität. Als führender Theoretiker des New Historicism ist er einer der angesehensten Forscher zu Shakespeares Werk sowie zu Kultur und Literatur in der Renaissance. Greenblatt ist der Herausgeber der Norton Anthology of English Literature, Gründer und Mitherausgeber der Zeitschrift Representations sowie Autor mehrerer Bücher, darunter die hochgelobte Shakespeare-Biographie Will in der Welt. Für seine Arbeit wurde er mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter dem James Russell Lowell-Preis der Modern Language Association. Er lebt in Cambridge, Massachusetts, und in Vermont.

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