Selbs Mord - Schlink, Bernhard

Bernhard Schlink 

Selbs Mord

Roman

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Selbs Mord

Ein Auftrag, der den Auftraggeber eigentlich nicht interessieren kann. Der auch Selb im Grunde nicht interessiert und in den er sich doch immer tiefer verstrickt. Merkwürdige Dinge ereignen sich in einer alteingesessenen Schwetzinger Privatbank. Die Spur des Geldes führt Selb in den Osten, nach Cottbus, in die Niederlagen der Nachwendezeit. Ein Kriminalroman über ein Kapitel aus der jüngsten deutsch-deutschen Vergangenheit.

Selb könnte sich allmählich auf den Lebensabend einstellen. Er sieht es selbst: Die wenigen Aufträge, die der 70-jährige noch an Land zieht, lohnen das Büro kaum. Dann bekommt er einen Auftrag, der weder seinen Auftraggeber noch ihn im Grunde interessiert. Aber ausgerechnet in diesen Fall verstrickt sich Selb immer tiefer. Merkwürdige Dinge ereignen sich in einer alteingesessenen Schwetzinger Privatbank, deren Besitzer seit neuestem auch Eigentümer einer Bank in Cottbus ist. Die Spur des Geldes führt Selb von West nach Ost,von einer Nachwendeniederlage in die andere. Und am Ende stellt sich Selb die Frage, ob er sich auf seine alten Tage mit dieser Sache nicht übernommen hat.


Produktinformation

  • Verlag: Diogenes
  • 2008
  • 8. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 265 S.
  • detebe Diogenes Taschenbücher Nr.23360
  • Deutsch
  • Abmessung: 183mm x 116mm x 18mm
  • Gewicht: 225g
  • ISBN-13: 9783257233605
  • ISBN-10: 3257233604
  • Best.Nr.: 11158457
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Detektiv Gerhard Selb, siebzig Lenze zählend, leidet an Auftragsmangel. Freundin Brigitte bittet ihn inständig, endlich an ein friedliches Pensionärsleben zu denken. Da passiert's in einer Februarnacht - Selb eilt einem steinreichen, aber gar nicht honorigen Bankier zu Hilfe, dessen Wagen im Straßengraben liegt. Schon ist der Ermittler wieder im Einsatz. Geheimnisvolle Morde sind aufzuklären: eine gemeuchelte Gattin und ein toter Archivar. Selb muss noch ein Mal tun, was ein guter Detektiv immer tun muss - die Wahrheit herausfinden, der Müdigkeit des Alters wacker trotzend ... Mit einer ganzen Reihe viel gerühmter und weithin gelesener Romane hat der schriftstellernde Jurist Bernhard Schlink in den letzten Jahren das deutsche Lesepublikum erfreut. Auch sein dritter Krimi überzeugt, ein spannend gestalteter Roman, lakonisch und mit sanfter Ironie erzählt. (tp)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.10.2001

Ein Magnet gesamtgesellschaftlicher Probleme
Von einem Brennpunkt zum nächsten: Für den Helden von Bernhard Schlinks Roman „Selbs Mord” ist kein Ruhestand in Sicht
Verfasser von Detektivomanen müssen damit rechnen, dass ihre Leser auf eigene Faust Verdachtsmomente sammeln. Zum Beispiel gegen den Detektiv selbst. Wie kann es sein, daß Gerhard Selb, ein Mann, der 1942 als Staatsanwalt begann, noch in unseren Tagen eine mäßig florierende Privatdetektei in Mannheim betreibt? Nach unseren Berechnungen müßte Selb die Achtzig lange hinter sich haben, in Bernhard Schlinks Roman hingegen drehen sich die Gespräche mit seiner Lebensgefährtin auffällig oft um Fragen der Familienplanung. Es ist andernteils nicht so, dass Selb seinem Alter gar keinen Tribut zollen müsste. Zügig eilt er von einer Herzschwäche zur nächsten, und am Ende wird ihn ein doppelter Bypass wieder dorthin befördern, wo er zu Beginn schon herkam. Aus der Reha in die Reha führt die Erzählstrecke des Romans, aber dazwischen beweist Selb einiges an Stehvermögen. Das muss er auch, denn es kommt in diesem Roman so ziemlich alles vor, was zwischen 1942 und heute die Welt erschüttert hat. …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.10.2001

Rentner mit angeknackstem Selb-Bewußtsein
Bernhard Schlinks rasanter Krimi / Von Burkhard Scherer

Gerhard Selb, den seine Freundin und seine Freunde "Gerd" nennen, ist nach eigenen Angaben "über siebzig", sähe aber gern aus wie sechsundsechzig. Genaugenommen geht er stramm auf die achtzig zu, denn achtundsechzig war er schon vor neun Jahren, als er nach der Studentin Leo Salger (in "Selbs Betrug") suchte, und wer wie er 1942 als Staatsanwalt anfing, der gehört heute schon zu den Senioren. Für die beiden Jugendgangs, die sich seiner auf dem oberen Bahnsteig des Berliner U-Bahnhofs Hallesches Tor im Abstand von zwei Tagen annehmen, ist die Tatsache, daß es sich bei Privatdetektiv Selb um einen älteren Herrn handelt, ohne Bedeutung. Sie werfen ihn in den Landwehrkanal. Das erste Mal, weil er nach der Meinung der jungen Nazis den deutschen Gruß nicht korrekt entbot. Für die zweite Gang reicht auch der vorhergehende nichtkorrekte Gruß als Strafanlaß aus, um ihn ein weiteres Mal in den Landwehrkanal zu expedieren, denn "Wir sind die Antifa!"

Die doppelte Demütigung muß verarbeitet werden. Für den Körper tut es Penicillin als Mittel gegen …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Sacha Verna lässt kein gutes Haar an Schlinks neuester Folge aus der Selb-Serie. Der Fall sei so konstruiert, dass er "selbst den elaboriertesten 'Tatort' weit hinter sich" lasse, kritisiert sie. Dass Schlink kein Verfasser von normalen Krimis ist, sondern hier immer auch ein Stück Vergangenheitsbewätigung betreibt, wissen seine Leser. Dies und die Tatsache, dass der Autor im neuen "Selb" alles in Grautönen halte, was andere schwarzweiß malen würden, führe hier zur Abtötung jeglicher Dynamik und Dramaturgie, stöhnt Verna. Statt Handlung würden Themen präsentiert, die Schlink "mit der Unerbittlichkeit und der durchaus zweifelhaften Objektivität eines Geschichtslehrers" abarbeitete. Dies lädt nicht unbedingt zur Lektüre ein, ganz unabhängig von Unstimmigkeiten in der Konstruktion der Figuren, die die Rezensentin am Beispiel des Alters der Hauptfigur nachweist.

© Perlentaucher Medien GmbH
Bernhard Schlink, 1944 bei Bielefeld geboren, ist Jurist und Autor "raffiniert gebauter Romane, in denen die politische Aktualität und die deutsche Vergangenheit präsent sind" ('Der Tagesspiegel', Berlin). Nach drei Kriminalromanen, von denen 'Die gordische Schleife' mit dem 'Glauser' für den besten Krimi 1989 ausgezeichnet wurde und 'Selbs Betrug' mit dem Deutschen Krimi-Preis 1993, kam mit 'Der Vorleser', "seinem persönlichsten Buch, ein genuiner Schriftsteller ans Licht" ('Frankfurter Allgemeine Zeitung'), dessen Fähigkeit, "auf jeder Seite, in jedem Satz eine packende Geschichte zu erzählen" ('Marabo', Bochum), von der Presse zu Recht als eine "Ausnahmeerscheinung in der zeitgenössischen Prosa" ('Berliner Zeitung') gefeiert wird.

Kundenbewertungen zu "Selbs Mord" von "Bernhard Schlink"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von Christoph Becker aus Bayreuth am 20.04.2002 ***** sehr gut
"Selbs Mord" ist ein interessantes Buch mit vielen überraschenden Wendungen. Es lohnt sich durchaus, dieses Buch zu lesen, auch wenn die Geschichte oft ein wenig zu "überfrachtet" wirkt. Der Autor vesucht einfach, zu viel in diesen doch relativ kurzen Roman "hineinzustopfen".
Ein kleiner Wermutstropfen ist auchr der Preis, denn 19,90 Euro für etwa 250 Seiten ist schon ganz schön happig.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Buch mit Leinen-Einband

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