Seit er tot ist - French, Nicci

Nicci French 

Seit er tot ist

Psychothriller

Übersetzung: Moosmüller, Birgit
Broschiertes Buch
 
3 Kundenbewertungen
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Seit er tot ist

Eine gute Ehe erträgt alles. Außer der Wahrheit
Ellie ist gerade dabei, das Abendessen vorzubereiten, als es an der Tür klingelt. Zwei Polizistinnen überbringen ihr die schreckliche Nachricht: Ihr Mann Greg hatte einen tödlichen Autounfall, den auch die Unbekannte auf dem Beifahrersitz nicht überlebt hat. Ihr Leben liegt in Trümmern und doch kann Ellie nicht glauben, dass die Frau Gregs Geliebte war. Besessen davon, die Wahrheit ans Licht zu bringen, stürzt sich Ellie in ein Dickicht aus Lügen und Verrat, das auch ihr zum Verhängnis zu werden droht ...


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 349 S. 187 mm
  • Seitenzahl: 349
  • Goldmann Taschenbücher Bd.47539
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 119mm x 28mm
  • Gewicht: 284g
  • ISBN-13: 9783442475391
  • ISBN-10: 3442475392
  • Best.Nr.: 32576414
"Unser Schreiben handelt von unseren eigenen Ängsten, Obsessionen und Sehnsüchten. Wenn das Buch dann da ist, stellen wir fest, dass wir unsere Ängste, Obsessionen und Sehnsüchte mit vielen Leuten teilen." (Nicci French)

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Schon mit den letzten beiden Büchern schwor das Autorenduo Nicci Gerrard und Sean French dem klassischen Psychothriller ab. Ihr neuer Roman "Seit er tot ist" ist so etwas wie ein posthumes Eifersuchtsdrama. Ellies Mann Greg kommt bei einem Autounfall ums Leben. Auch seine Beifahrerin ist tot - eine Frau, von der die Mittdreißigerin Ellie noch nie zuvor gehört hat. Für Polizei, Familie und Freunde ist schnell klar: Greg hatte eine Geliebte. Ellie jedoch glaubt an die Treue ihres verstorbenen Mannes, und verzweifelt beginnt sie, Beweise für seine Unschuld zu suchen. Nicci French konzentrieren sich ganz auf die Gefühlslage ihrer Icherzählerin; so kommt man der gefühlsverwirrten Witwe extrem nahe, ist aber auch schnell genervt von ihren immer und immer wieder durchgekauten Gedankengängen. Trotzdem: Den Autoren gelingt es, eindrücklich zu schildern, wie Eifersucht auch rückblickend eine Liebe zerstören, Trauer in ohnmächtige Wut verwandeln und einen besonnenen Menschen zu irrationalen Handlungen bringen kann. Zum Schluss schaffen Nicci French dann sogar den Dreh zu einem echt kriminalistischen Ende - und stellen so auch Fans der früheren Werke noch zufrieden. (jul)

"Unser Schreiben handelt von unseren eigenen Ängsten, Obsessionen und Sehnsüchten. Wenn das Buch dann da ist, stellen wir fest, dass wir unsere Ängste, Obsessionen und Sehnsüchte mit vielen Leuten teilen." (Nicci French)"Das Autorenehepaar Nicci Gerard und Sean French hat mit 'Seit er tot ist' wieder einen dramatischen Thriller verfasst, den man schwer aus der Hand legen kann. Packend bis zur letzten Seite!" (Freundin)

"Auch dieser Roman hat das Zeug zum Verkaufsschlager."
Hinter dem Namen Nicci French verbirgt sich das Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French. Seit langem sorgen sie mit ihren Spannungsromanen für Furore. Sie leben mit ihren Kindern in der Nähe von London.

Leseprobe zu "Seit er tot ist" von Nicci French

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Leseprobe zu "Seit er tot ist" von Nicci French

Sekunden, in denen sich dein Leben verändert: Es gibt immer ein Davor und ein Danach, und dazwischen ein Klopfen an der Tür. Ich war beim Kochen unterbrochen worden. Vorher hatte ich aufgeräumt, die Zeitungen von gestern, alte Briefumschläge und eine Menge anderen Papierkram in den Kamin gestopft, um nach dem Abendessen Feuer zu machen. Der Reis stand bereits auf dem Herd, er hatte gerade schön zu blubbern begonnen. Mein erster Gedanke war, dass Greg seinen Schlüssel vergessen hatte, aber dann fiel mir ein, dass das nicht sein konnte, weil er an dem Tag mit dem Auto gefahren war. Vielleicht ein Freund, ein Nachbar, ein Zeuge Jehovas oder der unangemeldete Besuch eines verzweifelten jungen Mannes, der von Tür zu Tür ging, um Staubtücher und Kleiderhaken zu verkaufen. Ich wandte mich vom Herd ab und eilte durch die Diele zur Haustür. Als ich sie öffnete, schlug mir ein Schwall kalter Luft entgegen.

Es war nicht Greg, und auch kein Freund, kein Nachbar, kein Fremder, der mir seine Religion oder etwas für den Haushalt andrehen wollte. Stattdessen standen zwei Polizistinnen vor mir. Die eine wirkte wie ein Schulmädchen, sie hatte einen dicken Pony, der ihr kerzengerade über die Augenbrauen fiel, und abstehende Ohren. Die andere, schon ziemlich ergraute, sah mit ihrem kantigen Kinn und der maskulinen Kurzhaarfrisur aus wie ihre Lehrerin.

"Ja?" War ich zu schnell gefahren? Oder hatte ich irgendwo Müll herumliegen lassen? Doch dann bemerkte ich den verunsicherten, fast schon überraschten Blick der beiden und spürte plötzlich einen ersten kleinen Stich in der Brust. Das verhieß nichts Gutes.

"Mrs. Manning?"

"Ich heiße Eleanor Falkner", erklärte ich, "aber ich bin mit Greg Manning verheiratet, bin also mehr oder weniger ..." Ich sprach den Satz nicht zu Ende. "Worum geht es?"

"Dürfen wir hereinkommen?"

Ich führte sie in unser kleines Wohnzimmer.

"Sie sind die Ehefrau von Mr. Gregory Manning?"

"Ja."

Ich hörte alles, registrierte jedes Detail. Ich sah, wie die jüngere Frau zu der älteren aufblickte, während diese die Worte aussprach, und ich bemerkte, dass sie eine Laufmasche in ihrer schwarzen Strumpfhose hatte. Die ältere bewegte die ganze Zeit die Lippen, doch die Worte, die dabei herauskamen, schienen nicht zu den Bewegungen zu passen, sodass ich Mühe hatte, ihren Sinn zu verstehen. Aus der Küche stieg mir der feuchte Geruch von Reis in die Nase. Mir fiel ein, dass ich die Platte nicht ausgeschaltet hatte, was bedeutete, dass er zu einer matschigen Pampe verkochen würde. Dann wurde mir dumpf bewusst, dass es natürlich ganz egal war, ob er verkochte oder nicht: Es würde ihn sowieso niemand mehr essen. Hinter mir hörte ich, wie der Wind ein paar trockene Blätter gegen das Erkerfenster wehte. Draußen war es dunkel - stockdunkel und kalt. Bald würde die Zeit umgestellt werden, und in ein paar Monaten war Weihnachten.

"Es tut mir sehr leid", sagte sie, "aber Ihr Mann hatte einen tödlichen Unfall."

"Ich verstehe nicht." Dabei verstand ich sehr wohl. Die Worte ergaben durchaus einen Sinn: tödlicher Unfall. Meine Beine fühlten sich an, als wüssten sie nicht mehr, wie sie mich aufrecht halten sollten.

"Können wir Ihnen irgendwas bringen? Ein Glas Wasser vielleicht?"

"Sie sagen ..."

"Der Wagen Ihres Mannes ist von der Straße abgekommen", erklärte sie langsam und geduldig. Ihr Mund ging auf und wieder zu.

"Er ist tot?"

"Es tut mir sehr leid."

"Der Wagen hat Feuer gefangen." Das war das Erste, was die jüngere Frau sagte.

Ich blickte in ihr rundes, bleiches Gesicht. Sie hatte braune Augen, und unter dem einen war ihre Wimperntusche leicht verschmiert. Kontaktlinsenträgerin, ging mir durch den Kopf.

"Haben Sie mich verstanden, Mrs. Falkner?"

"Ja."

"Ihr Mann war nicht allein." "Wie bitte?"

"Es saß noch jemand im Wagen. Eine Frau. Wir dachten ... nun ja, wir haben befürchtet, das wären Sie."

Ich starrte sie benommen an. Erwartete sie jetzt von mir, dass ich mich auswies?

"Wissen Sie, um wen es sich handeln könnte?", fuhr sie fort.

"Ich habe uns gerade etwas zum Abendessen gekocht. Inzwischen müsste er eigentlich hier sein." "Ich meine seine Beifahrerin."

"Keine Ahnung." Ich rieb mir übers Gesicht. "Hatte sie denn keine Tasche oder sonst was bei sich?"

"Es gab nicht viel sicherzustellen. Wegen des Brandes."

Ich legte eine Hand an die Brust und spürte mein Herz heftig schlagen. "Sind Sie sicher, dass es Greg war? Vielleicht liegt eine Verwechslung vor."

"Er hat einen roten Citroen Saxo gefahren." Sie warf einen Blick in ihr Notizbuch und las das Kennzeichen vor. "Ihr Mann ist als Fahrzeughalter eingetragen."

"Ja." Das Sprechen fiel mir schwer. "Vielleicht jemand aus der Arbeit. Er hat manchmal eine Kollegin mitgenommen, wenn er zu Kunden fuhr. Tania." Noch während ich das sagte, wurde mir bewusst, dass es mich in dem Moment überhaupt nicht interessierte, ob Tania ebenfalls tot war oder nicht. Vermutlich würde mir das später zu schaffen machen. "Tania?"

"Tania Lott. Aus seinem Büro." "Haben Sie ihre Privatnummer?"

Ich überlegte einen Moment. Die Nummer war mit Sicherheit in Gregs Handy gespeichert, doch das hatte er immer bei sich. Ich schluckte.

"Ich glaube nicht. Vielleicht. Soll ich nachsehen?"

"Wir finden sie bestimmt auch anders heraus."

"Sie dürfen mich nicht für unhöflich halten, aber es wäre mir recht, wenn Sie jetzt gehen würden."

"Haben Sie jemanden, den Sie anrufen können? Verwandte oder Freunde?"

"Was?"

"Sie sollten jetzt nicht allein sein."

"Ich will aber allein sein", entgegnete ich.

"Vielleicht möchten Sie doch mit jemandem reden." Die jüngere Frau zog ein Blatt aus der Tasche. Offenbar hatte sie es auf dem Polizeirevier eingesteckt, bevor sie gemeinsam aufgebrochen waren. Alles vorbereitet. Ich fragte mich, wie viele Male im Jahr sie das machten. Wahrscheinlich gewöhnten sie sich irgendwann daran, bei Regen, Schnee oder Sonnenschein mit mitfühlender Miene vor jemandes Tür zu stehen. "Das sind Telefonnummern von Fachleuten, die Ihnen helfen können."

"Danke." Ich nahm das Blatt, das sie mir hinhielt, und legte es auf den Tisch. Zusätzlich reichte sie mir noch eine Karte.

"Falls Sie irgendwas brauchen."

"Danke."

"Kommen Sie klar?"

"Ja", antwortete ich lauter als beabsichtigt. "Sie müssen entschuldigen, aber ich fürchte, mein Reis brennt gerade an. Ich sollte ihn schleunigst vom Herd nehmen. Finden Sie selbst hinaus?"

Ich verließ den Raum, während die beiden Frauen noch verlegen dastanden, und eilte in die Küche, wo ich die Pfanne von der Platte nahm und mit einem Holzlöffel in der klebrigen Masse aus angebranntem Reis herumstocherte. Ich hatte Risotto machen wollen. Greg isst für sein Leben gern Risotto. Es war das erste Gericht, das er für mich gekocht hatte: Risotto mit Rotwein und grünem Salat. Plötzlich sah ich ihn ganz deutlich vor mir, wie er in seinen abgetragenen Hausklamotten am Küchentisch saß und mir lächelnd zuprostete. Rasch wandte ich den Kopf, weil ich irgendwie hoffte, dass er noch da sein würde, wenn ich mich nur schnell genug umdrehte.

Herzliches Beileid.

Kundenbewertungen zu "Seit er tot ist" von "Nicci French"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen **** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 16.09.2011 ***** sehr gut
Kurzbeschreibung:
Ellie ist gerade dabei, das Abendessen vorzubereiten, als es an der Tür klingelt. Zwei Polizistinnen überbringen ihr die schreckliche Nachricht: Ihr Mann Greg hatte einen tödlichen Autounfall, den auch die Unbekannte auf dem Beifahrersitz nicht überlebt hat. Ihr Leben liegt in Trümmern und doch kann Ellie nicht glauben, dass die Frau Gregs Geliebte war. Besessen davon, die Wahrheit ans Licht zu bringen, stürzt sich Ellie in ein Dickicht aus Lügen und Verrat, das auch ihr zum Verhängnis zu werden droht ...

Ein bis zum Schluss spannender Krimi (als Thriller, würde ich es nicht bezeichnen).
Ellies Handlungen waren für mich sehr nachvollziehbar, wenn auch nicht für ihre Freunde. Am Ende erfährt man, was hinter der ganzen Geschichte steckt und das ist ein ganz schöner "Hammer". Auch die Frage nach Gregs Treue wird geklärt.

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Bewertung von ChrischiD aus NRW am 24.01.2010 ***** ausgezeichnet
Eigentlich war es ein Abend wie jeder andere, Ellie hatte Abendessen vorbereitet und erwartete ihren Mann, doch stattdessen kam die Polizei und erklärte ihr, dass ihr Mann bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei – und dass eine unbekannte Frau neben ihm im Auto gesessen hatte. Ellie kann es nicht fassen. Hatte ihr Mann eine Affäre? Sie ist der festen Überzeugung, dass irgendetwas an der ganzen Sache nicht stimmt, doch leider steht sie mit dieser Meinung alleine, deswegen kommt ihr eine Idee, wie sie die Wahrheit evtl. herausfinden kann – sie muss sich eine andere Identität zulegen. Immer mehr Dinge kommen ans Licht, die eigentlich nie an die Oberfläche hätten gelangen sollen und Ellie kommt der Lösung gefährlich nahe...

Dies war der erste Roman, den ich von Nicci French gelesen habe und ich bin wirklich positiv überrascht. Ich hatte ehrlich gesagt vorher noch nichts über die Autoren gehört, weder gut noch schlecht und daher ließ ich mich einfach mal überraschen was ich denn so vorfinden würde.
Die Geschichte ist sehr flüssig und vor allem schlüssig geschrieben, es bleiben keine Fragen offen. De Schreibstil generell gefällt mir auch sehr gut. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, so dass es dem Leser das Gefühl gibt hautnah dabei zu sein, man kann regelrecht in die Geschichte eintauchen und sie miterleben als wäre man selber eine Person in dem Buch bzw. als würde die Hauptprotagonistin einem die Geschichte von Angesicht zu Angesicht erzählen.
Der Spannungsaufbau ist zeitweise etwas langsam, aber dennoch stetig, bis er relativ am Ende zu seinem Höhepunkt kommt und sich dann mit einem Mal entlädt.
Man grübelt zwar schon immer wieder darüber nach wie die Story denn enden könnte und ob Ellie wirklich recht hat und es eine andere Erklärung als eine Affäre gibt, aber so sehr man auch darüber nachdenkt, man kommt nicht unbedingt auf die Lösung, die man am Ende vorfindet, es ist also nicht vorhersehbar.
Auch das Thema an sich finde ich gut gewählt, da man sich schon ganz gut in die Hauptperson hineinversetzen kann, wenn man einfach mal darüber nachdenkt wie man selber in einer solchen Situation reagieren würde, wenn man glaubte jemanden zu kennen und jemandem vertrauen zu können und man ihn nichtmal mehr fragen kann was nun die Wahrheit ist. Ich denke das Thema ist nicht unbedingt realitätsfern und sehr gut umgesetzt.

Natürlich empfehle ich diesen Thriller als schöne Lektüre für kalte Abende. Einfach unter die Decke kuscheln und los lesen – man wird sich nicht mehr lösen können.

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Bewertung von redfox aus Sachsen am 01.01.2010 ***** sehr gut
War mein Mann ein Ehebrecher?
Eleanor bekommt eine schlechte Nachricht: Ihr Mann ist bei einem Unfall gestorben. Und dass nicht allein. Eine Frau, ebenfalls verheiratet, saß auf dem Beifahrersitz. Alle haben Mitleid mit Eleanor, die nicht nur Ihren Ehemann verloren hat, sondern auch die guten Erinnerungen und die Illusion einer glücklichen Ehe. Doch damit findet sie sich nicht ab, sondern versucht, die letzten Tage Ihres Mannes minutiös nachzustellen. Ob sie das weiterbringt?
Wieder eine tolle Story aus der Feder des Autorenehepaars French. Spannend, mit Wendungen, die nicht vorhersehbar sind und mit einem tollen Finale. Einfühlsam geschrieben, auch wenn ich viele Reaktionen der Hauptfigur nicht nachvollziehen konnte, wurden sie doch schlüssig dargestellt. Ich habe mich keine Minute gelangweilt und die Seiten flogen nur so dahin.

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