Schwarzes Quadrat - Frisch, Max

Max Frisch 

Schwarzes Quadrat

Zwei Poetikvorlesungen

Hrsg. v. Daniel de Vin
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Schwarzes Quadrat

Anzukündigen ist die Erstveröffentlichung zweier Texte von Max Frisch:

1981, das Jahr seines siebzigsten Geburtstags, war für Max Frisch biographisch wie literarisch ein ereignisreiches Jahr: Nach der Scheidung von seiner zweiten Frau Marianne lebt er nun in New York - gemeinsam mit Alice Locke-Carey, Frisch-Lesern bekannt als"Lynn"aus der 1975 erschienenen Erzählung Montauk. In Zürich wird an der ETH das Max Frisch-Archiv eingerichtet, und im Sommer und Herbst dieses Jahres entsteht die Erzählung Blaubart. Zur gleichen Zeit schreibt Frisch zwei Vorlesungen, die er Anfang November 1981 in englischer Sprache am City College of New York hält. Beide Vorträge sind eine Reise durchs Werk und zugleich Instrument der Selbstbefragung und -erforschung: Welchen Impulsen folgt der Drang zu schreiben? Was vermag Literatur? Und zu welchem Zweck?

Max Frischs Vorlesungen sind ein Manifest: ein Bekenntnis zur Poesie, die sich nicht abfindet mit dem Machbaren, die nicht lassen kann"von der Trauer, daß das Menschsein auf dieser Erde nicht anders ist". Unter dem Titel Schwarzes Quadrat erscheinen sie jetzt erstmals in deutscher Sprache.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 92 S.
  • Seitenzahl: 92
  • Best.Nr. des Verlages: 41999
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 130mm x 13mm
  • Gewicht: 196g
  • ISBN-13: 9783518419991
  • ISBN-10: 3518419994
  • Best.Nr.: 23864896

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Den leibhaftigen Autor vermisst Pia Reinacher bei der Lektüre der beiden New Yorker Poetikvorlesungen von Max Frisch ungemein. Weil sie die gesellschaftlichen Probleme seiner Zeit einst "wie ein Schwamm" aufgesogen haben, erkennt die Rezensentin deutlich das Verfallsdatum, das an Frischs Texten haftet. Ohne die Aura des Autors kommen Frischs Überlegungen zum Roman und zum Verhältnis des Schriftstellers zum Unsagbaren Reinacher blass vor, entzaubert. Bekennt sich Frisch zur Tradition politisch engagierter Literatur und doziert über Herrschaftssprache, nickt Reinacher zwar zustimmend, doch auch ein bisschen gelangweilt. Überrascht allerdings erkennt sie, wie instinktiv der Autor aktuelle Fragen aufzunehmen und, "agil" auf der Oberfläche surfend, in "knackigen Formulierungen" auszugeben vermochte.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.05.2009

Ich probiere Geschichten an
Ein Bankier zum Beispiel hat keinerlei Appelle nötig: Max Frischs New Yorker Poetikvorlesungen denken über die Wirkung von Literatur nach

Was bleibt vom Rang eines Textes, wenn sein Repräsentant von der Bildfläche verschwunden ist? Die beiden unter dem Titel "Schwarzes Quadrat" erschienenen Vorlesungen aus dem Jahr 1981 von Max Frisch legen die Frage nahe. Der Schweizer Schriftsteller hielt die Referate, die sich mit seinem Verhältnis zur Sprache und dem politischen Einfluss der Literatur beschäftigen, vor Studenten des New Yorker City College, kurz nachdem er von Berlin in die amerikanische Metropole gezogen war. Das deutsche Typoskript lagerte im Zürcher Max-Frisch-Archiv. Der Autor hatte die Vorlesungen übersetzen lassen und hielt sie auf Englisch. Der Genter Germanist Daniel de Vin hat die poetologischen Reflexionen jetzt in einem schmalen Bändchen herausgebracht.

Max Frisch war eine zentrale Projektionsfigur des Zeitgeistes, seine Literatur sog wie ein Schwamm die gesellschaftlichen Verwerfungen der Nachkriegsjahre auf, deren Zeuge und Bürge er war. Genau das macht sie anfällig für ein Verfallsdatum. …

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"1981 hielt Max Frisch am City College of New York zwei Vorlesungen, deren deutscher Originaltext sich im Nachlass fand. In dieser Woche werden seine lockeren und unterhaltsamen Überlegungen zum Schreiben, zur Verantwortung des Schriftstellers und zur Wirkung von Literatur erstmals vollständig publiziert: in einem sorgfältig eingeleiteten und kommentierten Band mit dem Titel Schwarzes Quadrat . Reizvoll ist, wie Frisch hier mit seinen eigenen früheren Ansichten in einen Dialog tritt - im Tonfall seiner meisterhaften Erzählung Montauk vergleichbar: eine Selbstbefragung im Alter." Der Spiegel
Max Frisch, 15. Mai 1911- 4. April 1991, studierte Germanistik an der Universität Zürich (1930-34) und Architektur an der ETH Zürich (1936-40). Ab 1931 arbeitete er als Journalist, später als freier Schriftsteller. Seine zahlreichen Auslandsreisen führten ihn u.a. 1951/52 für einen längeren Aufenthalt in die USA. Max Frisch hat ein großes literarisches Werk geschaffen, das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, unter anderem 1958 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1976 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Inhaltsangabe

Daniel de Vin: "Poesie und Utopie" Vorwort
Max Frisch: Schwarzes Quadrat
Mark Jay Mirsky: Eine Diskussion
Peter Bichsel: Einmal muß das Fest ja kommen. Nachwort

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