Schwarzbuch USA - Frey, Eric

Eric Frey 

Schwarzbuch USA

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Schwarzbuch USA

Von der Vernichtung der Indianer bis zur Kriegspolitik George W. Bushs, vom Atomwaffenabwurf über Hiroshima bis zu den Menschenrechtsverletzungen in Guantanamo: Rechtzeitig zum US-Präsidentschaftswahlkampf dokumentiert dieses Buch umfassend alle Sünden der amerikanischen Politik international ebenso wie im eigenen Land.


Produktinformation

  • Verlag: Ullstein Tb
  • 2008
  • Aktualis. Ausg.
  • Ausstattung/Bilder: Aktualis. Ausg. 2008. 596 S. m. Ktn.
  • Seitenzahl: 608
  • Ullstein Taschenbuch Nr.36998
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 119mm x 38mm
  • Gewicht: 413g
  • ISBN-13: 9783548369983
  • ISBN-10: 3548369987
  • Best.Nr.: 23350021
'Differenziert, abwägend, anschaulich, verständlich und sogar unterhaltend kein platter populistischer Anti-Amerikanismus, sondern das Werk eines seriösen Politikwissenschaftlers.' (DER TAGESSPIEGEL)

»Differenziert, abwägend, anschaulich, verständlich und sogar unterhaltend - kein platter populistischer Anti-Amerikanismus, sondern das Werk eines seriösen Politikwissenschaftlers.« DER TAGESSPIEGEL

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.03.2004

Der amerikanische Patient
Diagnosen und Therapievorschläge für die Außenpolitik der Regierung Bush

Kristina Borjesson (Herausgeber): Zensor USA. Wie die amerikanische Presse zum Schweigen gebracht wird. Aus dem Amerikanischen von Helmut Dierlamm. Pendo Verlag, Zürich 2004. 432 Seiten, 24,90 [Euro].

David Corn: Die Lügen des George W. Bush. Über Dichtung und Wahrheit in der amerikanischen Politik. Aus dem Amerikanischen von Gertrud Bauer und Martin Bauer. Wilhelm Heyne Verlag, München 2004. 375 Seiten, 20,- [Euro].

Eric Frey: Schwarzbuch USA. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2004. 496 Seiten, 24,90 [Euro].

Clyde Prestowitz: Schurkenstaat. Wohin steuert Amerika? Aus dem Amerikanischen von Stephanie Dreikauß. Artemis & Winkler im Patmos Verlag, Düsseldorf/Zürich 2004. 363 Seiten, 24,90 [Euro].

George Soros: Die Vorherrschaft der USA - eine Seifenblase. Aus dem Amerikanischen von Hans Freundl und Norbert Juraschitz. Karl Blessing Verlag, München 2004. 221 Seiten, 20,- [Euro].

Die Aufgaben des politischen Publizisten, der sich mit den Übeln dieser Welt beschäftigt, werden bisweilen in Analogie zu …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Oliver Schmidt ist bemüht, in allen Einzelheiten das Buch abzuwägen und kommt doch zu dem Schluss, das der "ziegelsteinschwere Wälzer" auf 480 Seiten "im Detail wenig Neues" bietet. Er räumt aber gleich ein, dass der Wiener Autor Eric Frey mit seinem Buch einen umfassenden Blick auf das Land liefere: Von den Feldzügen der Einwanderer gegen die indianische Bevölkerung, über den Sklavenhandel, bis hin zur Zerstörung einer multilateralen Weltordnung werden die Fehler und Schwächen in der Tradition eines Schwarzbuches aufgezählt. Einerseits biete die Perspektive von Außen Unabhängigkeit, so Schmidt, dennoch könne die rudimentäre Innenansicht auch von Nachteil sein, zum Beispiel bei einer "hieb- und stichfesten wissenschaftliche Analyse", worum es hier aber nicht gehe. Die Diagnose einer Gesellschaft mit "paranoiden Zügen", angereichert mit "zahllosen statistischen Angaben", kritisiert der Rezensent, denn so werde eine bigotte Haltung der Gesellschaft nur gebrandmarkt. Selbst wenn dies stimmig sei, "lässt sich doch mit solchen brachial gefällten Urteilen alles beweisen- und gleichzeitig gar nichts".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 24.08.2004

Das Land der ungenutzten Möglichkeiten
Ein Schwarzbuch über die Vereinigten Staaten zählt Fehler und Schwächen auf
ERIC FREY: Schwarzbuch USA. Eich-born Verlag, Frankfurt am Main 2004. 495 Seiten, 24,90 Euro.
Der demokratische Präsidentschaftskandidat John F. Kerry benutzt gerne eine bildhafte Sprache, um seine Sicht auf die Vereinigten Staaten zu verdeutlichen. Seiner Meinung nach existieren zwei verschiedene Amerikas: Zum einen das reiche Land der unbegrenzten Möglichkeiten - und zum anderen jener Staat, der seine eigene Macht immer weiter ausdehnt und im Innern mit den Problemen nicht mehr fertig wird.
Nun liegt es in der Tradition von so genannten Schwarzbüchern, die dunklen Seiten einer Sache hervorzuheben und mit deutlichen Worten anzuklagen. Und in diesem Sinne ist im „Schwarzbuch USA” Eric Freys zwangsläufig wenig von Kerrys hellem Amerika zu finden - zumal in Zeiten wie diesen. Für den Autor beginnt der Pfad in die Dunkelheit mit den Feldzügen der Einwanderer gegen die indianische Bevölkerung. Dann geht es weiter über Sklavenhandel, Vietnamkrieg und Watergate bis zur Zerstörung einer multilateralen Weltordnung und die …

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Polemik bedient nur Vorurteile, das weiß auch Eric Frey. Deshalb ist sein Schwarzbuch USA keine bitterböse Abrechnung, sondern ein kritischer Blick auf Geschichte und Gegenwart der USA. Weitab von gefühligen Wallungen bezieht Frey dennoch deutlich Stellung. Ihm gelingt es, komplexe Sachverhalte eingängig zu formulieren, ohne zu versimpeln. Seine Sichtweise ist klassisch sozialdemokratisch - also politisch. Er fühlt sich unwohl, wenn er Motive psychologisch deuten soll. Aber Amerikas Handeln kann laut Frey trotzdem nur verstehen, wer unterstellt, dass die Akteure von paranoiden Gedanken nicht völlig verschont wurden. getAbstract.com empfiehlt das Buch als aufklärende Lektüre allen, die über die amerikanische Politik verständnislos den Kopf schütteln - und all jenen, die nicht mehr bedingungslos alles nur deshalb für gut befinden möchten, weil es über den großen Teich kommt.
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Eric Frey, geboren 1963 in Wien, ist Politikwissenschaftler und hat einen Masters in internationalen Beziehungen von der Princeton University. Lebte viele Jahre in den USA, dort zuletzt eine Gastprofessur an der University of New Orleans. Heute ist er Chef der Wiener Tageszeitung 'Der Standard' und Österreich-Korrespondent der Financial Times und des Economist.

Leseprobe zu "Schwarzbuch USA" von Eric Frey

Einleitung

Die Vereinigten Staaten von Amerika könnten ein wunderbares Land sein. Sie wurden von Menschen gegründet, die religiöser Verfolgung, politischer Unterdrückung und der Armut in Europa entkommen wollten und sich bald von ihren britischen Kolonialherren lossagten. Die Politiker der ersten Stunde wie Thomas Jefferson und James Madison waren Kinder der Aufklärung, die in ihrer Unabhängigkeitserklärung feststellten: "Wir halten diese Wahrheiten für selbstverständlich, dass alle Menschen gleich geschaffen und von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet wurden - darunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glück." Zehn Jahre später schrieben sie eine Verfassung, die den Interessensausgleich verschiedener Gruppen zur Verhinderung jeder Tyrannei zum obersten Ziel erklärte und schufen ein demokratisches System, das heute noch hält. Sie garantierten in den Zusatzartikeln zur Verfassung das Recht auf Religions-, Meinungsund Pressefreiheit und verabschiedeten zahlreiche Gesetze, um die Bürger vor der Willkür des Staates zu bewahren. Dank des ausgeprägten Schutzes der Eigentumsrechte entwickelten die USA eine freie Marktwirtschaft, die sie zum reichsten Land der Welt machten.

Die Amerikaner übernahmen auch Verantwortung für die Welt: Im 20. Jahrhundert schüttelten die USA ihren Isolationismus ab und griffen an der Seite Großbritanniens, inzwischen der engste Verbündete, in die europäischen Kriege ein. Präsident Woodrow Wilson trat 1917 in den Ersten Weltkrieg ein mit den Zielen, "einen Krieg zum Ende aller Kriege" zu führen und "die Welt sicher für Demokratie zu machen". Wilsons Liste der 14 Punkte, mit der er zur Konferenz von Versailles reiste, versprach den Völkern Europas das Recht auf Selbstbestimmung und signalisierte die Abkehr von der zynischen Realpolitik der europäischen Großmächte.

In der dunkelsten Stunde des alten Kontinents beteiligten sich die USA 1941 am Kampf gegen Nationalsozialismus und Faschismus und nützen ihren militärischen Triumph zu einer neuen Politik, die auch den Verlierern Freiheit und Wohlstand schenkte. Sie finanzierten mit dem Marshall-Plan das erfolgreichste Hilfsprogramm aller Zeiten, arbeiteten bereitwillig an einer multilateralen Weltordnung unter Führung der UNO mit und hielten vierzig Jahre lang den Kommunismus im Schach, bis dieser zusammenbrach und Europa sich unter dem Banner von Demokratie und Marktwirtschaft wieder vereinen konnte. Wenn irgendwo in der Welt die Menschenrechte mit Füßen getreten und Völker massakriert werden, dann ruft niemand nach russischen Truppen oder der Europäischen Union, sondern nach der demokratischen Supermacht Amerika.

Für Menschen aus aller Welt bleiben die USA das Land der Hoffnung, und mehr als eine Million betreten jedes Jahr als legale oder illegale Einwanderer die USA, um am "amerikanischen Traum" teilzuhaben. Auch Besucher sind rasch von der Dynamik der Wirtschaft, dem hohen Niveau der Universitäten und Forschungseinrichtungen, der Vielfältigkeit der Gesellschaft, der Freiheit und Kritikfähigkeit der Presse und vor allem dem Optimismus und der Freundlichkeit der Amerikaner beeindruckt. Es ist ein Land, in dem Nachbarn einander kennen und jederzeit helfen, in dem Menschen den Glauben an Gott und dessen Gebote ernst nehmen, in dem die meisten überzeugt sind, dass auch sie es ganz nach oben schaffen können; ein Land, in dem ein junger Polizistensohn aus der Steiermark Weltstar, Millionär und schließlich Gouverneur des bevölkerungsreichsten Bundesstaats werden kann.

All das ist Teil der amerikanischen Realität - doch es ist eben nur ein Teil der Realität. Es gibt zahlreiche Schattenseiten, die den amerikanischen Traum vielen als Albtraum erscheinen lassen. Die USA sind ein Land, in dem ein Fünftel aller Kinder in Armut leben, in dem die Kriminalität durch unbeschränkten Waffenbesitz gefördert wird, in dem Justizskandale zum Alltag gehören, in dem zwei Millionen Menschen im Gefängnis sitzen - oft nur wegen geringer Vergehen -, in dem jedes Jahr Häftlinge ohne ausreichende Schuldbeweise hingerichtet werden, in dem die Menschen immer übergewichtiger werden, die religiöse Intoleranz zunimmt, die Demokratie zu einer tragischen Lachnummer verkommt und die Unternehmensbosse sich auf Kosten ihrer Mitarbeiter und Aktionäre bereichern. All das ist Amerika.

Durch ihre Außenpolitik sind die USA vor allem unter George W. Bush zu einer Bedrohung des Weltfriedens geworden. Sie verachten das Völkerrecht, zertrümmern die internationalen Institutionen und beanspruchen das Recht, als einzige Hegemonialmacht eine unipolare Welt zu beherrschen. Sie predigen den Freihandel und verfallen selbst bei jeder Gelegenheit dem Protektionismus, sie halten sich für großzügig und geizen bei der Entwicklungshilfe. Sie verwüsten die eigene Umwelt und sind durch ihren ungezügelten Ausstoß von Treibhausgasen die Hauptverantwortlichen für den Klimawandel. Sie glauben, Gott an ihrer Seite zu haben, und üben sich dabei in Scheinheiligkeit. Ein Volk, das so gerne bewundert und geliebt werden möchte, wird zunehmend zum Ziel von Ablehnung und Hass - selbst unter den eigenen Verbündeten.

Der Krieg gegen den Irak wurde zum deutlichsten Beispiel amerikanischer Heuchelei: Ein illegaler und unnötiger Krieg wird aufgrund falscher und gefälschter Beweise entfesselt und damit zwar ein grausamer Tyrann weggefegt, aber dem Land weder Frieden noch Sicherheit gegeben. Die amerikanische Geschichte ist voller Beispiele, in denen die Ideale der eigenen Verfassung und das Streben nach einer besseren Welt mit Füßen getreten wurden und viele Menschen durch die Politik der Vereinigten Staaten ums Leben kamen - von der Vernichtung der Indianer und der Versklavung der Schwarzen bis zum Vietnam-Krieg und der Unterstützung zahlreicher Diktaturen in der Dritten Welt.

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