"Wie es sich anfühlt, plötzlich nicht mehr als Erste gefragt
zu werden und auch nicht mehr als Erste gefragt zu sein, davor
hatte mich niemand gewarnt", schreibt Gertraude Steindl über
den Tag, an dem sie als Generalsekretärin der Aktion Leben
Österreich in Ruhestand gegangen war. Den Einstieg in diese neue
Lebensphase beschreibt sie als eine Reise ins Ungewisse deren
Ausgang unausweichlich ist.
Ihr Gatte Clemens Steindl war als Geschäftsführer einer
Bankenakademie ebenfalls gewohnt zu entscheiden und zu gestalten.
Schwungvoll und mit großer Freude startete er in das Leben nach dem
Beruf und begann ein Völkerkunde-Studium an der Universität.
Das Ehepaar Steindl beschreibt im 40. Jahr seiner Ehe in diesem
Buch seine ersten Jahre im Ruhestand. Von sinnerfüllenden
Ehrenämtern über das Glück, Großeltern zu sein, bis hin zur
temporären Pflege einer betagten Mutter und der Auseinandersetzung
mit dem Lebensende. Es ist weder ein Ratgeber noch ein Sachbuch zum
Thema Alter, sondern reflektiert durchaus humorvoll persönliches
Erleben und lädt so zum Nachdenken ein. Es begreift den dritten
Lebensabschnitt als Chance, sich und sein Umfeld neu zu entdecken,
denn, so die Steindls, alt ist man erst, wenn man nichts mehr
vorhat.
Gertraude Steindl, geboren 1945 in Wien, studierte Germanistik und Publizistik. Sie war Abteilungsleiterin für Medien-und Öffentlichkeitsarbeit beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger in Bonn. Nach der Übersiedlung nach Wien war sie zunächst journalistisch für die Aktion Leben Österreich tätig, später wurde sie deren Generalsekretärin und seit 2010 Präsidentin der größten Lebensbewegung Österreichs.
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