Rückkehr nach Sanary - Bedford, Sybille

Sybille Bedford 

Rückkehr nach Sanary

Roman einer Jugend

Aus d. Engl. v. Sigrid Ruschmeier
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Rückkehr nach Sanary

Große Hüte und weiße Leinenkleider, Tennismatchs und Bootspartien, kühler Weißwein und Künstleravantgarde: Das Idyll eines Fischerdorfs an der Côte d'Azur bildet den Hintergrund einer bewegten Jugend in dramatischer Zeit. Der große autobiographische Roman der 2006 verstorbenen Autorin als Abschluss unserer Bedford-Edition. In England erstmals 1989 erschienen und für den Booker Prize nominiert.

Mit Witz, Scharfsinn und ihrer glänzenden Beobachtungsgabe entfaltet Sybille Bedford ein nostalgisches, aber keineswegs verklärendes Panorama Europas des 20. Jahrhunderts und einer Handvoll seiner illustren Bewohner.


Produktinformation

  • Verlag: Schirmergraf
  • 2009
  • Neuausg.
  • Ausstattung/Bilder: Neuausg. 2009. 478 S.
  • Seitenzahl: 478
  • Deutsch
  • Abmessung: 209mm x 135mm x 30mm
  • Gewicht: 617g
  • ISBN-13: 9783865550620
  • ISBN-10: 3865550622
  • Best.Nr.: 25623653
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.05.2009

KURZKRITIK
Mondän mit Krisen
Sybille Bedfords Erinnerungsbuch „Rückkehr nach Sanary”
Schöne Menschen, nur wenig bekleidet am Strand oder elegant in weißem Leinen posierend, auf einem Schiffsdeck, einer Liege oder in einem Automobil: so sehen die Cover der neu ins Deutsche übertragenen Romane von Sybille Bedford aus, die der SchirmerGraf Verlag seit einigen Jahren herausgibt. Das Kalkül geht offenbar auf. Sybille Bedford, 1911 als Tochter des Barons von Schoenebeck und seiner englischen Gattin in Berlin geboren und 2006 in London gestorben, ist mittlerweile vielen Lesern und vor allem Leserinnen ein Begriff. Es scheint eine Sehnsucht nach dem Mondänen zu geben, nach einer Art Côte d’Azur avant la lettre, noch unbefleckt von all den Promis der Demimonde, die es in den fünfziger Jahren dorthin zog, noch mit dem Charme des neu zu Entdeckenden; eine reizvolle Landschaft, wie gemacht für Künstler, die Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts aus eigenem Antrieb kamen, und dann in den dreißiger Jahren auf der Flucht vor den Nazis.
Sybille Bedford wuchs in Deutschland, England, Italien und Frankreich auf. Auch später …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.08.2009

Unter Freunden darf man alles - nur nicht moralisch werden

Lehrjahre einer Bettelprinzessin: Sybille Bedford erzählt von düsteren Tagen in Deutschland und trügerischen Sommern an der Côte d'Azur.

Von Martin Halter

Im Schlösschen von Feldkirch, einem Dorf bei Freiburg, scheint die Zeit stehengeblieben. Der Park mit den grasenden Pferden ist so verwildert wie damals, als Sybille Bedford hier mutterseelenallein mit ihren Eseln und mit sich selbst Tennis spielte, der Keller so dunkel wie damals, als sie mit namenloser Angst den Wein für ihren Vater holte. Als die kapriziöse Mutter Baron von Schoenebeck für einen ihrer zahllosen Liebhaber verließ, schenkte sie ihm zum Abschied das Herrenhaus und die lebhafte Tochter, aber kein Geld.

"Le beau Max", der Kunstsammler aus altem Geschlecht, ersetzte die Kutschpferde durch Esel, das vielköpfige Gesinde durch die eine Lina, den Bordeaux durch selbstgekelterten Most, aber er war ein gebrochener Mann. Seine kluge, eigenwillige Tochter arbeitete wie eine Dienstmagd in Küche, Garten und Feld, aber für ein Leben unter stumpfsinnigen, bigotten Bauern fühlte auch sie sich nicht geschaffen. Der …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ganz außerordentlich charmiert zeigt sich der Rezensent Martin Halter von diesen Erinnerungen der Autorin Sybille Bedford. Ja, er macht keinen Hehl daraus, dass ihm der Ton, der Stil, das ganze Buch sogar noch etwas besser gefallen hat als die Romane von Bedford, in denen, was hier mit Absicht über Stock und Stein springt, etwas "geglättet" vorgestellt wird. Kommentierfreudig schildert Bedford hier das Aufwachsen als von der meist mit Amouren befassten Mutter zum Vater ins Dorf Feldkirch abgeschobenes Kind. Weitere Stationen sind London, Italien und Südfrankreich. Ums Boheme-Leben geht es und um die finsteren politischen Zeiten auch. Bedford lasse, staunt Halter, einerseits wenig aus, bleibe andererseits doch in mancher Hinsicht sehr "diskret". Dies findet er ebenso gut wie die Tatsache, dass Bedford in diesem Buch immerzu mit sich selbst im Dialog bleibt, mit kommentierenden Interjektionen, ganz nach "Art lauten Denkens".

© Perlentaucher Medien GmbH

"Eine der charmantesten Autobiografien des 20. Jahrhunderts." Frankfurter Allgemeine Zeitung "Man sieht, riecht und fühlt förmlich die Atmosphäre jener Welt aus Licht, Mimosen und Wind an der südfranzösischen Küste." Deutschlandradio Kultur
Sybille Bedford, geb. 1911 in Berlin als Tochter des Barons von Schoenebeck und seiner englischen Gattin, wuchs in Deutschland, England, Italien und Frankreich auf. Als junges Mädchen lebte sie mit ihrer Mutter und derem zweiten, italienischen Ehemann an der Cote d'Azur, dem Zufluchtsort für viele europäische Künstler und Intellektuelle der Zeit. Alle ihre Romane und Reiseerzählungen schöpfen aus dem reichen biographischen Hintergrund. Sybille Bedford hat außerdem viele Jahre als Gerichtsreporterin berühmten Prozessen beigewohnt und darüber für 'Esquire' und 'Life' berichtet. Die Autorin ist am 17. Februar 2006 in London gestorben. Ihre Autobiographie, mit dem Titel 'Quicksands' 2005 in den USA und in England erschienen, wurde von der angelsächsischen Presse enthusiastisch gefeiert.

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