Rudolf Steiner - Zander, Helmut
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Helmut Zander 

Rudolf Steiner

Die Biografie

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Rudolf Steiner

Man kann Schüler auf der Waldorfschule sein, ohne an Reinkarnation zu glauben. Man kann Demeter-Erdbeeren aus biodynamischer Landwirtschaft schmackhaft finden, ohne auf der Zunge kosmische Kräfte zu spüren. Man kann die vielen Praxisfelder der Anthroposophie nutzen, aber man wird ihren Herzschlag nicht verstehen, wenn man nicht ihren Vater und Ideengeber kennt: Rudolf Steiner (1861-1925), das Kind aus einem Krähwinkel des Habsburgerreiches, der einer der großen Esoteriker des 20. Jahrhunderts wurde. Helmut Zander schreibt die kritische Biografie des kantigen Querdenkers, der seiner unangepassten Grundsätze wegen bis heute Gläubige fasziniert und Gegner provoziert.


Produktinformation

  • Verlag: Piper
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 535 S., . 16 Bildtaf.
  • Seitenzahl: 535
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 146mm x 46mm
  • Gewicht: 837g
  • ISBN-13: 9783492054485
  • ISBN-10: 349205448X
  • Best.Nr.: 32106940
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.03.2011

Sachbücher des
Monats März
Empfohlen werden nach einer monatlich erstellten Rangliste Bücher der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie angrenzender Gebiete.
1.PATRICK BAHNERS: Die Panikmacher. Die deutsche Angst vor dem Islam. Eine Streitschrift. C. H. Beck Verlag, 320 Seiten, 19,95Euro.
2.JOACHIM RADKAU: Die Ära der Ökologie. Eine Weltgeschichte. C. H. Beck Verlag, 782 Seiten, 29,95 Euro.
3.JAN KARSKI: Mein Bericht an die Welt. Geschichte eines Staates im Untergrund. Herausgegeben von Céline Gervais-Francelle. Übersetzt von Franka Reinhart und Ursel Schäfer. Verlag Antje Kunstmann, 620 Seiten, 28,00 Euro.
4.TONY JUDT: Dem Land geht es schlecht. Ein Traktat über unsere Unzufriedenheit. Übersetzt von Matthias Fienbork. Carl Hanser Verlag, 189 Seiten, 18,90 Euro.
5.HERMANN SCHEER: Der energetische Imperativ. 100% jetzt: Wie der vollständige Wechsel zu erneuerbaren Energien zu realisieren ist. Verlag Antje Kunstmann, 270 Seiten, 19,90 Euro.
6.WALTER BURKERT: Kleine Schriften IV. Mythica, Ritualia, Religiosa 3. Kulte und Feste. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 322 Seiten, 78,95 Euro.
7.HANS MAGNUS …

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"Der Historiker Helmut Zander setzt wunderbar Steinchen für Steinchen den Lebenslauf Steiners zusammen. ( ) Das Buch liest sich ganz wunderbar, ist keine staubige Anhäufung von Jahreszahlen, sondern so faktenreich, dass es schon heute das Zeug zum Klassiker hat." (Deutschlandradio Kultur)

"Drei neue Biografien beleuchten Leben und Werk von Rudolf Steiner: Helmut Zander schrieb die umfangreichste, detailreich und quellengenau. Er beleuchtet Steiners Denkwege, die Bezüge zu den esoterischen Strömungen und alle Lebensstationen." (Neue Luzerner Zeitung)

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Gleich drei neue Biografien des Anthroposophenkönigs Rudolf Steiner kündigt Manuel Gogos an, die alle versuchen, die Ambivalenz aufzufangen, die das Steiner-Bild heute prägt. Näher geht er in seinem Text allerdings nur auf Helmut Zanders Buch ein. Der Religionshistoriker hat bereits in seinem zweibändigen Mammutwerk "Anthroposophie in Deutschland" die Geschichte der Bewegung eingehend rekapituliert, und nun bettet er Steiner in seine Zeit ein, in die damalige Lebensreformbewegung samt aufkommendem Ausdruckstanz. Im Ergebnis wird für Gogos Steiners "Magiermantel fadenscheinig", und auch wenn er Zanders kritische Unerbittlichkeit für die Stärke des Buchs hält, wird es ihm doch zu viel, nämlich dann, wenn die Wertungen überhand nehmen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Helmut Zander, geboren 1957 in Oberaußem im Rheinland, ist Privatdozent für Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und Fellow am Käte Hamburger Kolleg "Dynamiken der Religionsgeschichte" an der Ruhr-Universität Bochum.

Kundenbewertungen zu "Rudolf Steiner" von "Helmut Zander"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 2.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** gut)
***** ausgezeichnet
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
***** weniger gut
***** schlecht
 
(1)
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Bewertung von NinaE aus Heilbronn am 03.02.2011 ***** sehr gut
Das Buch ist sehr gut geschrieben und es lohnt zu lesen.
Herr Zander beleuchtet das Umfeld und das Zeitalter Rudolf Steiners und
ermöglicht dadurch ein hervorragendes Bild, wie sich das eine aus dem
anderen ergeben hat. Der Leser hat somit die Chance, zu verstehen,
wie Rudolf Steiner, als auch seine Lehre sich entwickelt hat.
Dies finde ich wichtig, denn nur so kann die Thematik objektiv bewertet werden.
Manchem Steiner-Fanatiker wird da wohl die eine oder andere Stelle sicher sauer aufstoßen,
weil eben doch sehr deutlich wird, dass auch Herr Steiner so seine Wissenslücken hatte. (!!)
Außerdem hat der Autor sich sehr bemüht, neue Quellen zu erschließen und damit dem
Leser einen tieferen Einblick in das Leben Steiners zu ermöglichen. Ich finde das ist ihm gut
gelungen. Ein kritisches Buch, und doch lässt Herr Zander Freiraum für eigene Gedankenspiele.
Und das ist gut so.

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Bewertung von Buchagent am 11.01.2011 ***** schlecht
Zahnloser Zander

Hatte Zander in seiner Studie zur Geschichte der Theosophie, die er dann jedoch mit der Geschichte der Anthroposophie auf haltlose Weise verwechselte, noch wissenschaftliche Absichten eines Theologen und Religionshistorikers vorschützen können, hinter denen sich doch nichts weiter als sein abgrundtiefer Hass auf alles Spirituelle verbarg, so kommt er mit seiner jetzt erschienenen Biographie über den Hauptgegenstand seiner Verachtung, nämlich Rudolf Steiner, vollends auf den Hund. Enttäuscht werden über dieses Elaborat auf dem Niveau einer Bild-Zeitungs-Kolportage vor allem jene sein, die zu Zander als einem wissenschaftlich ernst zu nehmenden Kritiker der Anthroposophie aufblickten.
Schon der Untertitel „Die Biographie“ gibt zu denken. Und man wundert sich dann jedoch auch wieder nicht, dass Zander im Nachwort eben diesen Untertitel als wissenschaftlich fragwürdig hinstellt. Warum er ihn dann doch gewählt hat? Das bleibt sein bzw. Verlagsgeheimnis, vermutlich schielt hier jemand auf mehr Umsatz.
Der wird, was das Niveau von Zanders Geschreibsel betriff, dieses Mal aber vermutlich ausbleiben, denn eine Biographie bzw. „die Biographie“ Rudolf Steiners ist zum Scheitern verurteilt, wenn von vorne herein bei jedem Wort, das der „Biograph“ schreibt, deutlich wird, wie sehr er Rudolf Steiner zutiefst verabscheut, ja geradezu hasst.
Wie sonst wäre zu erklären, das sei hier nur als eines von zahlreichen Beispielen erwähnt, dass Zander eine der dubiosesten Quellen, Gregor Schwartz-Bostunitsch, den er selbst als dubios, zudem noch als Nazi-Schreiber bezeichnet, dennoch seitenweise zu Wort kommen lässt?
Zander gefällt sich selbst darin, seinen Hass auf Steiner auf niederste Weise zum Ausdruck zu bringen und lässt deshalb auch die letzte Stufe der Kolportage nicht aus, die Frage nach der Todesursache. Auch hier ergötzt er sich geradezu daran, den Krankheits- und Sterbeprozess Steiners minutiös auf dem Niveau eines Hintertreppenschreibers zu enthüllen.
Nein, das ist keine Biographie, die Zander hier geschrieben hat, es ist nicht mal eine Satire, denn Humor, über den Steiner sehr wohl verfügte, hat der Schreiberling Zander ebenfalls nicht. Vielmehr zeigt sich der blasse Neid auf das von Steiner Geleistete, der sich aber niemals in Bewunderung, sondern eben nur in Form von Verachtung, Hohn und Spott äußert.
Man kann sich nur wundern, wie ein namhafter Verlag auf dieses Niveau eines Gossenjournalisten hereinfallen konnte. Denn anders als beispielsweise die jüngst von Heiner Ulrich erschienene Biographie zu Steiner im C.H.Beck-Verlag findet man nirgends auch nur ein sachliches Argument, mit dem man sich auseinandersetzen könnte. Inhaltlich lässt sich Zander auf Steiner an keiner Stelle wirklich ein. Stattdessen mühsame Versuche einer geschichtlichen Kontextualisierung, die sich meistens aber doch damit begnügt, seitenweise Rituale zu beschreiben, die er nicht verstanden hat, Kleidungs- und Schmuckstücke von theosophischen Damen aufzuzählen und Bettgeschichten zum Besten zu geben, die er seiner Nazi-Quelle entnommen hat.
Chapeau Herr Zander, aber so zahnlos wie mit dem, was Sie hier abgeliefert haben, hat schon lange kein Gegner Steiners mehr agiert! Damit kann man nur eines machen: zurückschicken …

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