Rote Handschuhe - Schlattner, Eginald

Eginald Schlattner 

Rote Handschuhe

Roman

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Rote Handschuhe

Der Ich-Erzähler, Mitte Zwanzig, Student der Hydrologie an der Universität Klausenburg, gerät in die Fänge der rumänischen Staatsmacht. Er wird der Konspiration gegen das kommunistische Regime verdächtigt, Ende Dezember 1957 von der Securitate verhaftet, ins Gefängnis nach Kronstadt gebracht, monatelang verhört, unter Druck gesetzt, seelisch und körperlich mißhandelt und gefoltert. Ein verzweifelter Kampf um Integrität beginnt. Nach dem Debüt-Roman "Der geköpfte Hahn" über seine Kindheit in Siebenbürgen zeichnet Eginald Schlattner im vorliegenden Roman die Tragödie eines jungen Menschen nach, der sich auf der falschen Seite wiederfindet.

Der Ich-Erzähler, Student an der Universität Klausenburg, gerät in die Fänge der rumänischen Staatsmacht. Er wird der Konspiration gegen das kommunistische Regime verdächtigt, Ende Dezember 1957 verhaftet, ins Gefängnis nach Kronstadt gebracht, monatelang verhört, unter Druck gesetzt, seelisch und körperlich gefoltert - bis er andere denunziert: In einem stalinistischen Schauprozess tritt der Siebenbürger Sachse als Zeuge der Anklage gegen Freunde auf, ein Verrat, der fortan schwer auf ihm lastet. - Die Fortsetzung des erfolgreichen Debüts Der geköpfte Hahn.


Produktinformation

  • Verlag: DTV
  • 2006
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 601 S.
  • Seitenzahl: 608
  • dtv Taschenbücher Bd.13045
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 122mm x 35mm
  • Gewicht: 490g
  • ISBN-13: 9783423130455
  • ISBN-10: 3423130458
  • Best.Nr.: 10868180
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.05.2001

Eulenspiegels Enthüllungen
Schuld und Sühne: Eginald Schlattner entkommt der Securitate

Wir kennen ihn noch nicht so recht, aber das könnte sich bald ändern: Eginald Schlattner, rumäniendeutscher Schriftsteller, der 1998 seinen ersten Roman ("Der geköpfte Hahn"), jetzt den zweiten ("Rote Handschuhe") herausbrachte, ist offensichtlich derartig angefüllt mit Erlebtem und Gedachtem, daß der zweite nicht sein letzter Roman bleiben wird. Sein eigenes Leben und das, was sich prägend darin zugetragen hat, dient ihm als thematisches Arsenal. Das ist literarischer Brauch, doch zeitigt es nicht bei jedem Autor so eindrucksvolle Ergebnisse wie bei diesem.

Schlattner, geboren 1933 im westrumänischen Arad, aufgewachsen in Fogarasch im Schatten der Karpaten, zählt zu jenen Europäern, denen von den Verhängnissen des zwanzigsten Jahrhunderts ein Übermaß zuteil wurde. Als Sohn saturierter Siebenbürger Sachsen unter Rumänen, Ungarn, Zigeunern und Juden wohnend, erlebte er den Einfluß Hitlerdeutschlands auf die Seinen. Irgendwie schien der nationalsozialistische Diktator die alte deutsche Vorzugsrolle unter den Völkern der einstigen …

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"Eine Vivisektion am eigenen Leib mit dem Werkzeug Sprache ... voll von präzisen Miniaturen aus der Zeit des Übergangs zur scheinbar klassenlosen rumänischen Gesellschaft." Walter Mayr im 'Spiegel'<br/><br/>"Wahrnehmungen, aus denen der Roman das Mosaik einer Epoche zusammensetzt ... Wenn es erlaubt wäre, die Begriffe Erschütterung und Erheiterung in einem Atemzug zu verschmelzen - Schlattners unterhaltende Belehrung über ein Stück europäischer Menschengeschichte wäre damit charakterisiert." Sabine Brandt in der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung'<br/><br/>"Ein ganz und gar ungewöhnliches Buch ... Kein in diesem Teil Rumäniens geschriebenes Buch hat bisher so offen und frei von Ressentiments die dortige Nachkriegsgeschichte dargestellt wie die beiden Romane Eginald Schlattners." Nicole Henneberg in der 'Frankfurter Rundschau'<br/><br/>"Ein hochbrisantes Dokument." Werner Söllner in der 'Neuen Zürcher Zeitung'<br/><br/>"Zwei Bücher über Siebenbürgen, das untergehende Land seiner Jugend. Es sind Romane über Treue und Verrat im Großen und im Kleinen, wie sie autobiografischer kaum zu erfinden sind." Sigrid Löffler in 'Literaturen'<br/><br/>"Nach der - melancholischen - Komödie der Kindheit folgt nun die Tragödie der Jugend. Schlattner gibt seinem Roman-Ich keinen Namen, aber er sorgt dafür, dass der Leser es insgeheim Eginald tauft." Daniela Strigl im 'Standard'

"Eine Vivisektion am eigenen Leib mit dem Werkzeug Sprache ... voll von präzisen Miniaturen aus der Zeit des Übergangs zur scheinbar klassenlosen rumänischen Gesellschaft."<br />Walter Mayr, Der Spiege l <br />

»Nach der - melancholischen - Komödie der Kindheit folgt nun die Tragödie der Jugend. Schlattner gibt seinem Roman-Ich keinen Namen, aber er sorgt dafür, dass der Leser es insgeheim Eginald tauft.« Daniela Strigl, Der Standard
Eginald Schlattner, 1933 in Arad geboren, wuchs im siebenbürgischen Fogarasch auf und studierte bis zur Relegation evangelische Theologie in Klausenburg, anschließend Mathematik und Hydrologie. 1957 wurde er verhaftet und 1959 wegen "Nichtanzeige von Hochverrat" verurteilt. Nach der Entlassung arbeitete er als Tagelöhner und später als Ingenieur. 1973 nahm Schlattner noch einmal das theologische Studium auf. Er ist heute Gefängnispfarrer und lebt bei Hermannstadt.

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