Der hier schreibt, schreibt um sein Leben. Und weiß doch, dass er
es verlieren wird. Christian Sighisorean erfuhr 2006 von seiner
Krankheit ALS, die binnen weniger Jahre zum Tode führt. Und schrieb
dieses Gedicht: "Das Schönste / an der Diagnose / Amyotrophe
Lateralsklerose / kommt zum Schluss / die Rose". Ein Text am
Abgrund und doch von großer Leichtigkeit und Gelassenheit. Diese
Balance zwischen Todesnähe und Sprachfreude prägt viele Texte
dieses Bandes. Spiel mit Sprache, Wörtern, Klängen. Texte in der
Tradition von Ernst Jandl und Robert Gernhardt. Herzergreifend das
Gedicht "Papa, warum", Dialog zwischen dem Vater und
seinen Kindern. Die Kinder stellen Fragen nach der für sie
unerklärlich fortschreitenden Krankheit. Und geben immer neue
Ratschläge: "Aber Papa, ... ich zeige es Dir, erst mit dem
einen Fuß ... dann mit dem andern, das ist doch babyig". Der
Themenkreis "Gebrochen Deutsch" umfasst politische
Gedichte. Christian Sighisorean, der Deutsche aus Rumänien,
provoziert mit bissigem Sprachwitz und stellt unerbittliche Fragen,
ungemütlich, aber höchst anregend. Dies ist sein erster
Gedichtband. Ein außerordentliches Ereignis!
Christian Sighisorean, 1968 in Hermannstadt, Rumänien geboren, seit 1989 in Deutschland, Bauingenieur, verheiratet, zwei Töchter, 2006 Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), fast vollständig gelähmt, steuert von seinem Rollstuhl aus Buchstabe für Buchstabe auf der Bildschirmtastatur an.