Reise ans Ende der Nacht - Celine, Louis-Ferdinand

Louis-Ferdinand Celine 

Reise ans Ende der Nacht

Buch
 
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Produktinformation

  • Best.Nr.: 26112538
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.05.2003

Ich war dabei, als die Welt verschwendet wurde
Erstmals auf der Höhe des Originals: Die Neuübersetzung von Célines „Reise ans Ende der Nacht”
Man glaubte zu wissen, was es mit diesem Buch auf sich hat. Louis-Ferdinand Célines „Reise ans Ende der Nacht”, zuerst 1932 erschienen, gilt als eines der großen Skandalwerke des zwanzigsten Jahrhunderts, und dieser Ruf wuchs, je mehr Zeit verging - nicht weil dieser Roman sich veränderte, sondern weil andere, bösere Bücher desselben Autors hinzugekommen waren und weil endlich das Hörensagen die Lektüre ersetzte.
Nach siebzig Jahren hat der Rowohlt Verlag nun eine neue, erstmals vollständige Übersetzung des Werks vorgelegt. Und zum ersten Mal ist auch hierzulande zu erkennen, was für ein Unsinn da geredet worden ist, von einem Roman, der ein einziger Schmerzensschrei sein sollte, von einem lärmenden, wüsten, ethisch höchst zweifelhaften Buch. Die „Reise ans Ende der Nacht” ist ein zartes, aufrichtiges, zuweilen sogar anrührend moralisches, über lange Passagen leises Werk, und eines der großen Bücher der Weltliteratur dazu.
Es mag sein, dass diese Überraschung auch einer mittlerweile …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.07.2000

Zauberer Merlin beschimpft den Stabsoffizier
Louis-Ferdinand Céline und Ernst Jünger: Der Schriftsteller und die Körpererfahrungen im Ersten Weltkrieg

Im Dezember 1941 arrangierte Karl Epting, der Direktor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes im besetzten Paris, eine Begegnung der von ihm verehrten Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline und Ernst Jünger. Die französisch-deutsche Welt der Intellektuellen war in Spannung gesetzt. Man wusste, dass Jünger, ein hoch dekorierter Offizier des Ersten Weltkriegs, der beim Stab des Militärbefehlshabers in Frankreich diente, trotz wachsender ideologischer Differenzen mit den Kultur-Bürokraten der nationalsozialistischen Partei, einer der Lieblingsautoren Adolf Hitlers war, mit dem er 1926 einen kurzen Briefwechsel gehabt hatte. Céline galt unter literarischen Kennern seit dem Erscheinen seines ersten Romans "Voyage au bout de la nuit" als einer der großen französischen Gegenwartsautoren - und getrieben von der Idee, dass jedes politische und ideologische Abweichen vom nationalsozialistischen Deutschland tödlich für Frankreich enden müsste, hatte er seit Mitte der dreißiger Jahre eine Serie von …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Andreas Isenschmid ist derart begeistert von Celines Roman, dass er zumindest für den "Augenblick eines geistigen Experiments" gewillt ist, die antisemitischen Schriften des französischen Autors, die dieser nach 1937 geschrieben hat, zu vergessen. Aufgrund dieser Texte habe man die Bücher von Celine bis heute nur mit "spitzen Fingern" anfassen mögen, meint der Rezensent in seiner eingehenden Besprechung, der dennoch das vorliegende Buch als "literarische Sprachrevolution" preist. Für ihn stellt es den "größten" Roman "aus dem Geist der Psychoanalyse" dar, und er meint, Freuds Lehre reiche bis in die "innerste Geheimzelle" des Buches. Die Lebensreise des Protagonisten, dem Medizinstudenten und späteren Arzt Bardamu, durch den Ersten Weltkrieg, psychiatrische Kliniken, französische Kolonien in Afrika, nach New York und zurück in die französischen Vorstädte versteht der Rezensent als Erkundung des von Freud beschriebenen "Todestriebes". Isenschmid meint, derart "bedrückend" und in dieser "enzyklopädischen Totalität" habe wohl noch nie ein Roman die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen beschrieben. Der Rezensent findet zwar, dass Celine, was seine antisemitischen …

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perlentaucher.de<br /> Es war einer der rasantesten und fulminantesten Romane über den Ersten Weltkrieg, aber bisher hat die Literaturkritik Louis Ferdinand Celines <em>Reise ans Ende der Nacht</em> aus dem Jahr 1932 nur mit spitzen Finger angefasst, was zum einen Celines antisemitischen Schriften, zum anderen der verfälschenden Erstübersetzung geschuldet war, deren jahrzehntelange Aufrechterhaltung Volker Weidermann in der FAZ schlichtweg skandalös findet. Doch nun legt der Rowohlt Verlag eine Neuübersetzung von Heinrich Schmidt-Henkel vor - und alle Vorbehalte sind vergessen. Die Kritik jubelt. Thomas Steinfeld ("SZ") erkennt in der <em>Reise ans Ende der Nacht</em> sogar ein "zartes, aufrichtiges" und "anrührend moralisches" Buch. Andreas Isenschmid schreibt in der "Zeit", dass wohl noch nie ein Roman die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen derart "bedrückend" und in einer solchen "enzyklopädischen Totalität" dargestellt habe. Thomas Laux zollt in der "NZZ" dem Autor dafür Respekt, Tabuthemen, wie Krankheit, Tod und Sexualität so penetrant gegen den Zeitgeist verhandelt zu haben. Ina Hartwig beeindrucken in der "FR" vor allem Celines "leicht angeschmuddelte Musikalität", seine "jazzige Sprache", aber auch sein "ätzender, mitreißender Witz".

Kundenbewertungen zu "Reise ans Ende der Nacht" von "Louis-Ferdinand Celine"

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Bewertung von Gerhard Hutter aus Salzburg am 18.11.2003 ***** ausgezeichnet
Ein fesselnder Roman, voller großartig vorgebrachter und aktueller Gesellschaftskritik, trotz der 70 Jahre Alter. Unterhaltend, lehrreich, humorvoll, zynisch, mitreißend, verstörend, tiefgehend...
Sollte in den Schulen Pflichtlektüre werden.


Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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