Psyche der Macht - Butler, Judith

Judith Butler 

Psyche der Macht

Das Subjekt der Unterwerfung

Übersetzer: Ansén, Reiner
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Psyche der Macht

Das Entstehen von Bewußtsein und Subjektivität ist nicht unabhängig zu denken von gesellschaftlichen Machtstrukturen. Denn, so Judith Butler, Subjekt zu werden (subjection) heißt auch, sich diesen zu unterwerfen. Identität, auch die geschlechtliche, beruht mithin auf der Verortung im Kraftfeld gesellschaftlicher Implikationen. Butler spürt diesem paradoxalen Zusammenhang zwischen dem Gesellschaftlichen und dem Psychischen nach, indem sie die Bewußtseinstheorien von Hegel, Nietzsche, Freud, Althusser und vor allem Foucault in einen - von ihren Verfechtern bislang vermiedenen - Dialog versetzt: Psyche der Macht kombiniert auf neuartige Weise Gesellschaftstheorie, Philosophie und Psychoanalyse und fundiert so die Theorie der Macht und des Subjekts, die implizit auch den Büchern Das Unbehagen der Geschlechter (es 1722) und Körper von Gewicht (es 1737) zugrunde liegt.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2001
  • Neuauflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2001. 197 S. 177 mm
  • Seitenzahl: 208
  • Edition Suhrkamp Nr.1744
  • Best.Nr. des Verlages: 11744
  • Deutsch
  • Abmessung: 182mm x 120mm x 15mm
  • Gewicht: 128g
  • ISBN-13: 9783518117446
  • ISBN-10: 3518117440
  • Best.Nr.: 09452998
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.10.2001

Wenn man nur wüßte, was der grüne Tisch da soll
Einspruch gegen eine Ausdünnung: Judith Butler arrangiert ein Gipfeltreffen zwischen Foucault und Lacan / Von Bettina Engels

Bekannt wurde Judith Butler Anfang der neunziger Jahre als postmoderne Feministin, die die Ordnung der Geschlechter durcheinanderbrachte. Ein gleichermaßen philosophisches wie strategisches Dilemma hatte die feministische Theorie bewogen, den Begriff des "Geschlechts" aufzuspalten: Die Unterscheidung zwischen "sex" und "gender", zwischen dem "biologischen Geschlecht" und der "sozialen Geschlechtsidentität", sollte es ermöglichen, "Weiblichkeit" als gesellschaftliche Konstruktion zu entlarven, ohne das Subjekt des Feminismus, die Frauen nämlich, preiszugeben. Dieser Politik des "Teile und herrsche" entzog sich Butler, indem sie die sexuelle Differenz inklusive des kleinen biologischen Unterschieds auf konsequente Weise zu einem "diskursiven Effekt" erklärte. An die Stelle klarer Oppositionsarbeit war die Travestie der von "Patriarchat" und Feminismus gleichermaßen vorausgesetzten Kategorie getreten.

In den letzten Jahren hat Judith Butler ihre Theorie der …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Die von der Autorin aufgezeigten "Auswege aus der Melancholie" scheint unser Rezensent nicht für Holzwege zu halten. Butlers Gender-Forschung, schreibt Nils Roller in seiner Besprechung, erweise sich erneut als eine Methode, Relationen statt Substanzen zu denken. Was Roller indessen meint, wenn er warnt, solches Denken wolle geübt sein, lässt sich erahnen, folgt man seiner Lektüreimpression: Demnach erkennt Butler in einem Kapitel die Melancholie als "Produkt einer heterosexuellen Züchtung," in der Identität durch Absage entsteht, um ihr sodann ein "Potential an Auflehnung" zuzuschreiben. Dieses Potential gilt es zunächst urbar zu machen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Judith Butler, geb. 1956, ist Professorin für Rhetorik und Komparatistik an der University of California, Berkeley. Sie ist eine der einflussreichsten Philosophinnen der Gegenwart und gilt als wichtigste Theoretikerin der Geschlechterforschung und Begründerin der Queer Theory.
2012 wird Judith Butler mit dem Theodor W. Adorno-Preis ausgezeichnet.

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