Mit diesem Buch geht die analytische Handlungstheorie neue Wege.
Statt den von Davidson vorgezeichneten Mustern zu folgen, knüpft
der Autor an die aristotelische Unterscheidung von poiesis und
praxis an, um die komplexen teleologischen Strukturen menschlichen
Handelns zu untersuchen. Als überraschend ergiebiger Leitfaden
erweist sich dabei der Begriff der Erziehung. Eine Fülle
detaillierter Analysen zeitigt nicht nur anthropologisch und
moralphilosophisch bedeutsame Resultate, sondern auch zeitkritische
Folgerungen. 'Wie im Bereich der Erziehung, so gewöhnen wir uns
auch sonst daran, die Wirklichkeit unseres Handelns mit Kategorien
des Hervorbringens zu überziehen und auch da nach Produkten zu
suchen, wo es eigentlich um die Qualität des Lebens geht.
Angesichts solcher Verirrungen fundamentale Strukturen und
Ansprüche praktischer Vernunft erneut zu bedenken, ist heute
vielleicht die vornehmste Aufgabe der Handlungsphilosophie.'
Anselm Winfried Müller studierte Philosophie bei Bochenski und G.E.M. Anscombe und promovierte 1966 mit einer Arbeit über die Ontologie in Wittgensteins 'Traktatus'. Er ist seit 1974 Professor für Philosophie an der Universität Trier, wo er die 'Forschungsstelle für aktuelle Fragen der Ethik' gründete und seither leitet. Zahlreiche Veröffentlichungen, insbesondere zur Ethik, darunter: Tötung auf Verlangen - Wohltat oder Untat?' (Stuttgart 1997), Was taugt die Tugend? Elemente einer Ethik des guten Lebens, Stuttgart 1998, und 'Laßt uns Menschen machen!', Ansprüche der Gentechnik - Einspruch der Vernunft, Stuttgart 2004.
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