Privatstunden - Sulzer, Alain Cl.

Alain Cl. Sulzer 

Privatstunden

Roman

Broschiertes Buch
 
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Privatstunden

Leo Heger, ein junger Flüchtling aus Osteuropa, kommt Ende der 60er Jahre in die Schweiz. In seiner neuen Heimat kennt er niemand und er versteht nicht mehr als ein paar Alltagsfloskeln. Halt und Wärme findet er bei der 34jährigen Martha, seiner Deutschlehrerin, die sich von Leo aus der Trostlosigkeit ihrer Ehe entführen läßt, bis Leo in die USA weiterzieht und sie mit seinem ungeborenen Sohn zurückläßt.
Alain Claude Sulzer, der Autor von Ein perfekter Kellner und Spezialist in Sachen Liebesverrat, erzählt in Privatstunden die Geschichte von Leo und Martha, eine Geschichte von Einsamkeit und Fremdsein und von Augenblicken der Erfüllung in einer heimlichen Liebe, die nicht gelebt werden kann.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 237 S.
  • Seitenzahl: 237
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.4111
  • Deutsch
  • Abmessung: 177mm x 110mm x 15mm
  • Gewicht: 149g
  • ISBN-13: 9783518461112
  • ISBN-10: 3518461117
  • Best.Nr.: 25550476
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.02.2008

Das Schweigen
Alain Claude Sulzer berichtet von stiller Liebe

Ende der sechziger Jahre in der Schweiz: Martha ist vierunddreißig, hat zwei Kinder und einen Ehemann. Sie ist zuständig für das Haus und die Mahlzeiten, ansonsten ignoriert ihre Familie sie. Leo ist Anfang zwanzig und gerade als Flüchtling aus Osteuropa in die Stadt gekommen. Er sucht eine Deutschlehrerin, findet Martha und in ihr noch einiges mehr. Denn in den "Privatstunden", wie der Schweizer Alain Claude Sulzer seinen Roman genannt hat, kommen sich die beiden über Konversationsübungen näher.

Die ältere Frau, der jüngere Mann: Man muss Sulzer dafür loben, dass er diese Konstellation nicht als amour fou hinstellt, bei der man sich zum Narren macht. Die sich sacht entwickelnde Beziehung zwischen Martha und Leo ist anders. Während Martha in den letzten Jahren Kartoffeln in Auflaufformen geschichtet hat, hat Leo die Repressalien in seinem Heimatland durchlebt und scheint der Stärkere zu sein. Seine Lehrerin dagegen ist ganz Hausfrau der Sechziger. Gerade durch ihre zurückhaltende Art wird Leo ermuntert, sich zu öffnen. Bei Sulzer heißt das: "Verständnis und Schweigen, …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Ursula März ist ein Fan von Alain Claude Sulzers Melodramen. Und so fasziniert sie auch dieses Kammerspiel der "aufs Ende hin" konzipierten Geschichte einer Mesalliance. März erläutert die verhaltene Präzision des Textes im Umgang mit "begrenztem Personal" und "wenigen Schauplätzen", aber auch seine historische Dimension. Vor der Kulisse des Kalten Krieges, erklärt sie, entfalte der Autor seine "Logik des Unglücks", wie Zeitgeschichte in die intimsten Bereiche des Einzelnen eindringe. Sulzers Erzählstil nennt März "elegisch". Dramaturgisch erinnert sie das Buch an Sulzers bekanntesten Roman "Ein perfekter Kellner".

© Perlentaucher Medien GmbH
Alain Cl. Sulzer, geb. 1953, lebt als freier Schriftsteller in Basel, Berlin und im Elsass. Er hat zahlreiche Romane veröffentlicht. Seine Bücher sind in alle wichtigen Sprachen übersetzt. Seine letzte Auszeichnung war der Hermann-Hesse-Preis, der ihm 2009 verliehen wurde.

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