Portnoys Beschwerden - Roth, Philip

Philip Roth 

Portnoys Beschwerden

Roman

Broschiertes Buch
 
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Portnoys Beschwerden

Auf der Psychiater-Couch des Dr. Spielvogel beginnt Portnoys großes, ungehemmtes Beschwerde-Solo über die gluckenhafte Fürsorge seiner Mutter, die ihn erst in die Onanie, dann in die Impotenz und schließlich in die Kontaktlosigkeit anderen Frauen gegenüber getrieben hat. Portnoy redet sich seine eigene Biographie vom Leibe, sorglos, komisch, obszön, befreiend.
Dieser Roman erreichte in kürzester Zeit Riesenauflagen.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt TB.
  • Ausstattung/Bilder: Roman
  • rororo Taschenbücher Nr.11731
  • Deutsch
  • Gewicht: 246g
  • ISBN-13: 9783499117312
  • ISBN-10: 3499117312
  • Best.Nr.: 00801693
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.10.2009

Wo bleibt die Antiverleumdungsliga?
Eine Neu-Übersetzung von Philip Roths Roman „Portnoys Beschwerden”, der 1969 Skandal machte
1974 legte Kai Molvig bei Rowohlt die deutsche Übersetzung von „Portnoy’s Complaint” vor, des vermutlich berühmtesten Romans von Philip Roth. Ihm tritt jetzt, bei Hanser, eine Neuübersetzung von Werner Schmitz entgegen. Dass die Wertschätzung, die die Arbeit des Übersetzers genießt, inzwischen gestiegen ist, zeigt sich schon äußerlich darin, dass der Name Molvigs noch im Kleingedruckten verschwand, der von Schmitz aber auf der Titelseite gleich unter dem des Autors prangt. Das ist gut und gerecht so, denn schließlich verdanken wir ja direkt ihm und nur indirekt dem Autor, was wir zu lesen bekommen.
Die Neuübersetzung eines wichtigen belletristischen Buchs verdient in jedem Fall Aufmerksamkeit, einmal, weil wir wirklich ein neues Buch erhalten, zum anderen aber auch, weil über Sprache, Sprache im allgemeinen, die Ausgangs- und die Zielsprache im besonderen und dazu die Qualität literarischen Sprechens, nichts so konkreten und unmittelbar einleuchtenden Aufschluss gibt, wie wenn man konkurrierende Übersetzungen …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.10.2009

Liebste! Du hast das Gedicht verstanden!

Philip Roth' Sexseller "Portnoys Beschwerden" feiert vierzigsten Geburtstag. Aber braucht er deshalb eine Verjüngungskur?

Von Werner von Koppenfels

Zu den vielen historischen Jubiläen des Jahres noch dieses: Mit "Portnoy's Complaint" feiert ein berühmtes Kultbuch der permissiven Ära seinen Vierzigsten. Nie zuvor wurde mit so viel Sprachwitz zwischen zwei Buchdeckeln so viel masturbiert und kopuliert, von den oralen Exzessen ganz zu schweigen. "Liberate libido" lautet die emanzipatorische Botschaft; die Wortspielerei verweist den alerten Leser auf die sicherheitshalber eingebaute Ironie.

"Befreien Sie die Libido dieses netten Judenjungen", so bestürmt der ewig pubertiernde Alex Portnoy - in diesem Moment dreiunddreißigjährig wie sein Autor und wie dieser gebürtig aus Newark, New Jersey: damals keine feine Adresse - im Verlauf eines fast dreihundertseitigen Couch-Monologs den Psychiater Dr. Spielvogel. Und wenn der unbefangene Leser meint, nach so viel lustvoll protokolliertem Spermenerguss müsste diese Befreiung doch längst erfolgt sein, so hat der den spezifisch jüdischen Witz des Buches …

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Philip Roth wurde 1933 in Newark, New Jersey, geboren. Für sein Werk wurde er mit allen bedeutenden amerikanischen Literaturpreisen ausgezeichnet. Im Jahre 2001 erhielt er die höchste Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters, die Goldmedaille für Belletristik, die alle sechs Jahre für das Gesamtwerk eines Autors verliehen wird. 2006 wurde Philiph Roth mit dem "Pen/Nabokov-Preis" ausgezeichnet, 2007 erhielt er den "Saul-Bellow-Preis" des Schriftsteller-Verbands, 2009 den "Welt"-Literaturpreis und 2011 wurde er mit dem "Man Booker International Prize" ausgezeichnet.

Kundenbewertungen zu "Portnoys Beschwerden" von "Philip Roth"

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Bewertung von Polar aus Aachen am 29.12.2007 ***** sehr gut
Gäbe es in der Literatur das Genre Therapeutenroman wäre Philip Roth einer der führenden Vertreter darin. Zwar nicht als Ratgeber oder Heilsbringer, vielmehr als Architekt von Innenansichten, hemmungslosen Selbstäußerungen, Zerfleischung und Suche. Alexander Portney berichtet, und es ist weniger der Analytiker Spielvogel, der ihm zuhört, als der Leser, der fasziniert die Lebensbeichte eines Zerrissenen, sich nirgendwo zugehörig Fühlenden folgt. Dass dieser Roman, der 1974 erschien damals weitaus skandalöser aufgenommen wurde als heute, wo die Sprache angesichts der Wandlung unseres Umgangs mit dem Sex nicht mehr so spektakulär aufgenommen wird, nimmt dem Roman nichts an der Wucht, mit der Roth uns das zu vermitteln sucht, was ihm am Herzen liegt. Portney kann einem Leid tun, ihm ist nicht zu helfen. Weil er sich nicht helfen lassen will. Ohne sein wortreiches Rasen ist der Mann nicht vorstellbar. Er würde sich ohne sicher nur noch mehr hassen. Also schreit er sich lieber in die Welt hinaus und bringt sich in Situationen, deren Scheitern vorhersehbar sind, um dort die Bestätigung zu finden, die er als gegeben ansieht. In späteren Romanen wird Roth seine Helden erzählerisch mehr einbinden, ihnen ein alltäglicheres Umfeld geben. In Portneys Beschwerden liegt eher ein Rohentwurf vor. „Noch ein Witz?“, wird Portney an einer Stelle gefragt und er antwortet: "Und noch einer. Und noch einer. Wozu mein Leben verleugnen?" Genau darum geht es bei Roth: Warum soll man soll man sein Leben verleugnen? Tauchen wir es doch lieber in Worte.

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