Plessners 'Grenzen der Gemeinschaft' - Eßbach, Wolfgang / Fischer, Joachim / Lethen, Helmut (Hgg.)

Wolfgang Eßbach / Joachim Fischer / Helmut Lethen (Hgg.) 

Plessners 'Grenzen der Gemeinschaft'

Eine Debatte

Hrsg. v. Wolfgang Eßbach, Joachim Fischer u. Helmut Lethen
Broschiertes Buch
 
Vergriffen, keine Neuauflage
Nicht lieferbar
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Plessners 'Grenzen der Gemeinschaft'

Späte Aktualisierungen, Historisierungen und Systematisierungen verwandeln Plesserns "frühe Sozialphilosophie mit liberalem Ethos" seit zehn Jahren in ein enegetisches Zentrum verschiedener diskurslinien: Der Streit, ob seine Grenz-Schrift eher im Textkontinuum mit Schmitts Dezisionismus und der "kalten Verhaltenslehre" der 20/30er Jahre zu lesen oder als lebensphilosophische Ausdrucks-"Logik der Öffentlichkeit" zu entziffern sei, kreuzt sich mit der 68er Vergangenheitsbewältigung und der kommunitaristischen Debatte über die Grenzen der Gesellschaft.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2002
  • Ausstattung/Bilder: 2002. 371 S.
  • Seitenzahl: 371
  • Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr.1541
  • Deutsch
  • Abmessung: 176mm x 108mm x 18mm
  • Gewicht: 226g
  • ISBN-13: 9783518291412
  • ISBN-10: 3518291416
  • Best.Nr.: 09456404
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.03.2002

Die Hygiene des Taktes
Endlich sind Helmuth Plessners "Grenzen der Gemeinschaft" erschlossen / Von Christian Geyer

Bis in die siebziger Jahre hinein wurde das erstmals 1924 im Bonner Cohen-Verlag erschienene Büchlein als Geheimtip unter Kennern gehandelt: 1972 überraschte der Bouvier-Verlag als Nachfolger Cohens Helmuth Plessner zu dessen achtzigstem Geburtstag mit einer kleinen Neuauflage des Bandes "Grenzen der Gemeinschaft". Damals bemerkte Plessner: Er "war lange Zeit vergriffen, wird aber immer wieder verlangt. Offensichtlich ist das Büchlein immer noch oder gerade wieder aktuell." Nachdem das Buch von seiner früh einsetzenden, nachhaltigen Wirkungsgeschichte her alsbald den Rang eines soziologischen Klassikers beanspruchen konnte, hatte der entlegene Ort der Publizierung immer etwas Verwunderliches. Hatte es doch beim Erscheinen die Aufmerksamkeit von Rezensenten wie Kracauer, Tönnies und Wust gefunden, abgesehen davon, daß die Plessnerschen Theoreme eine große Bedeutung für die soziologische Rollen- und Interaktionsdebatte der sechziger Jahre gewannen. Die Parallelen zu Goffman wurden bald bemerkt.

Besser spät als nie - wie schon …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Der Band versammelt verschiedene Ansätze zur Rezeption von Helmuth Plessners in den beinahe 80 Jahren seit seinem Erscheinen zum soziologischen Klassiker gereiften Buch "Grenzen der Gemeinschaft". Herausgearbeitet wird, so der Rezensent Christian Geyer, wie sich darin Plessners "Sozialtheorie" mit ihrer zentralen These von der "exzentrischen Positionalität" des Menschen, früh formiert. Aufgegriffen und "kontrovers diskutiert" wird der zentrale Beitrag, den Helmut Lethen (einer der Herausgeber des Bandes) mit seinem Plessner-Buch "Verhaltenslehre der Kälte" geleistet hat. "Grenzen der Gemeinschaft" erweist sich, bestätigt Christian Geyer die Formulierung der Herausgeber, in der Diskussion von disziplinär verschiedenen Seiten als "Kreuzungspunkt verschiedener Streitlinien". Etwas zu kurz kommt nach Ansicht des Rezensenten nur die Übertragung von Plessners Thesen auf das "Individualisierungs-Paradigma der achtziger und neunziger Jahre".

© Perlentaucher Medien GmbH
Helmut Lethen (Prof. em. Dr. phil.) ist Direktor des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften in Wien.

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