Die Philosophie des Mittelalters steht ganz im Zeichen der
Begegnung von antiker Philosophie und Christentum. Einerseits
werden griechische Begriffe und Lehren für die Reflexion des
Glaubensgutes herangezogen, andererseits zwingen christliche
Grundbegriffe wie Schöpfung, Trinität, Heilsgeschichte und
Auferstehung der Toten zu einer kritischen Weiterentwicklung der
vorgegebenen Entwürfe. Das Christentum tritt zunächst als wahre
Philosophie auf. Mit der Entwicklung der wissenschaftlichen Methode
wird jedoch der Unterschied von Glaube und Wissen zunehmend
herausgearbeitet.
Professor em.Dr. Richard Heinzmann war Ordinarius für Christliche Philosophie und Vorstand des Grabmann-Instituts zur Erforschung der mittelalterlichen Theologie und Philosophie an der Universität München.