Der vorliegende Band vereint Beiträge aus dem Bereich der
linguistischen Luxemburgistik. Wurde das Luxemburgische bisher vor
allem aus soziolinguistischer Perspektive wahrgenommen, so stehen
im Zentrum dieses Bandes systemlinguistische Fragestellungen, die
sich mit synchronen und diachronen Themen unter Berücksichtigung
neuerer Theorien befassen. Ein solcher Zugriff stellte bisher ein
großes Forschungsdesiderat dar.
Die Beiträge decken die wichtigsten linguistischen Ebenen (auch
Ländergrenzen überschreitend) ab und reichen von der Prosodie über
die Phonologie, Morphologie, Morphosyntax, Syntax, Phraseologie bis
hin zur Grammatikographie unter Einbindung neuester
dialektologischer Forschungen. Einen gewissen Schwerpunkt bilden
dabei genuin luxemburgische Grammatikalisierungsphänomene wie die
starke Umlautgrammatikalisierung und die Passivperiphrase mit lux.
ginn 'geben'. Kontrastiv zum Moselfränkischen wird auch der
n-Einschub (die sog. Eifler Regel) untersucht, bei der divergente
Entwicklungen zu beobachten sind, die das Luxemburgische in seiner
(zunehmenden) Eigenständigkeit unterstreichen. Mit diesem breiten
Themenspektrum erfährt das Luxemburgische als junge germanische
Sprache erstmals eine (system)linguistische Fundierung.
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