Paulus van Husen (1891-1971), Jurist und Staatsdiener, hat
Erinnerungen hinterlassen, die ein ereignisreiches Leben
dokumentieren: als preußischer Staatsbeamter, Mitglied der
Völkerbundkommission für Oberschlesien, Richter am Preußischen
Oberverwaltungsgericht und Reserveoffizier im Oberkommando der
Wehrmacht. Als Mitglied des Kreisauer Kreises nach dem 20. Juli
1944 verhaftet, überlebte er nur durch glückliche Fügung. 1945
zählte er zu den Mitbegründern der CDU in Berlin und war von 1949
bis 1959 als Präsident des Oberverwaltungsgerichts sowie des
Verfassungsgerichtshofs höchster Richter des Landes
Nordrhein-Westfalen.
Van Husen wuchs im Kaiserreich auf. Die katholische Lebenswelt im
westfälischen Münster prägte ihn nachhaltig. Sein Lebensweg führte
von dort über die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs nach
Oberschlesien und im Dritten Reich nach Berlin. Zu Beginn der
Bundesrepublik kehrte er in seine Heimatstadt zurück.
Der Einblick in dieses bewegte Leben ist außergewöhnlich lehrreich
und gleichzeitig vergnüglich, weil van Husen in Fragen von Politik,
Gesellschaft und Kirche sehr selbstbewusst klare, pointierte
Positionen bezieht. Seine autobiographischen Erinnerungen spiegeln
mehr als ein halbes Jahrhundert deutscher Zeitgeschichte aus der
Sicht eines engagierten Katholiken wider.
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