Künstlerische Gestaltung ohne Ornamente war vor 1900 kaum möglich;
sie repräsentieren Reichtum, Schönheit und Status von Ort, Objekt
und Person.
Die Kunst der Ornamente war die Wahl des jeweils
'richtigen', seinem jeweiligen Kontext angemessenen
Schmucks. Insofern stellten sie eine nichtverbale symbolische
Sprache dar, die dekorationstypischen 'rhetorischen'
Vorgaben folgte.
Die Geschichte der Ornamenttypen vollzog sich im Rahmen der
permanenten Rivalität zwischen den 'antiqui' und
'moderni', der Realisierung der Ornamente im Zusammenhang
traditioneller und neuartiger, den Alten noch unbekannten
Derkorationaufgaben.
Vermittelt wird eine Geschichte der Ornamente seit der Renaissance
(ca. 1450) bis heute. Erläutert werden konstitutive Grundformen
eines jeden Ornaments, seine Begriffsherkunft, sein zumeist antiker
oder außereuropäischer Ursprung, seine neuzeitliche
Anwendungsgeschichte und seine jeweils angemessene Verwendung
(decorum).