Oblomow - Gontscharow, Iwan A.

Iwan A. Gontscharow 

Oblomow

Roman

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Oblomow

Oblomow ist der zweifellos faulste und zugleich liebenswerteste Mensch, den je ein Dichter erfunden hat. Die Argumente, mit denen er seine Tatenlosigkeit verteidigt, sind so fest mit seinem Gemüt verwachsen, daß sie ihm niemand ausreden kann. Gerne würde er anderen Menschen helfen, doch es ließe sich nur bewerkstelligen, wenn er sich und alles, was ihm teuer ist, vergäße - ein Ding der Unmöglichkeit also. Mit Oblomow wurde Gontscharow über Nacht berühmt, kaum eine Figur der Weltliteratur ist so populär geworden.


Produktinformation

  • Verlag: Artemis & Winkler
  • 1999
  • Neuausg.
  • Ausstattung/Bilder: Neuausg. 1999. 668 S.
  • Seitenzahl: 668
  • Deutsch
  • Abmessung: 19, 5 cm
  • Gewicht: 574g
  • ISBN-13: 9783538068292
  • ISBN-10: 3538068291
  • Best.Nr.: 01748846
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.03.2012

Das große Fressen für Weltverweigerer

Vera Bischitzkys Neuübersetzung von Iwan Gontscharows Wunderroman "Oblomow"

Von Andreas Platthaus

Es ist ein Teufelskreislauf, den Iwan Gontscharow in seinem 1859 erschienenen Roman "Oblomow" den Titelhelden abschreiten lässt. Dabei ist dieser dreißigjährige Ilja Iljitsch Oblomow nicht nur von Dämonen, sondern auch von einigen Engeln umgeben. Und das Leben könnte so angenehm für ihn sein: Als in Sankt Petersburg wohnender Gutsbesitzer gebietet er über ein Dorf mit dreihundert Seelen, also Leibeigenen, und bezieht von dort regelmäßige Einkünfte und Abgaben. Doch da ist die Unentschiedenheit von Oblomow, die ihn aus Sorge vor den Unwägbarkeiten des Schicksals zu einem gänzlich passiven Menschen werden lässt, einem Anti-Odysseus. Nennt Homer seinen fahrenden Helden einen "edlen Dulder", der umso berechtigter Ruhm und Ehre beanspruchen darf, weil er sich dem Schicksal stellt, so charakterisiert Gontscharow seine unbewegliche Hauptfigur als ängstlichen Zauderer, der das Fatum flieht. Da jede Handlung Konsequenzen hat, kann aus seiner Sicht nur völlige Apathie das Böse zuverlässig bannen. Das Gute …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 18.06.2012

Im Innern des Maelstroms
Zum 200. Geburtstag des russischen Schriftstellers Iwan Gontscharow: Eine Neuübersetzung seines Romans „Oblomow“ lädt dazu ein, die Abgründe der Untätigkeit zu erkunden
Als am 7. Oktober 1852 die Fregatte Pallas , ein mit 52 Geschützen bestückter Dreimaster, den Hafen von Kronstadt verließ, war der Schriftsteller Iwan Gontscharow mit an Bord. Er hatte sich durch die Vermittlung eines befreundeten Dichters erfolgreich um die Stelle des Sekretärs auf dem Kriegsschiff beworben, das den Handelsverkehr mit Japan in Gang bringen sollte. Gontscharow war nicht allein, als er die größte Reise seines Lebens antrat. Er hatte seinen Petersburger Diener Filipp dabei – und Oblomow, den Helden des Romans, an dem er seit einigen Jahren arbeitete.
Im Frühjahr 1849 war in einer Zeitschrift „Oblomows Traum“ erschienen, versehen mit dem Untertitel „Episode aus einem unvollendeten Roman“. Diese Schilderung der in ein märchenhaftes Licht getauchten Herkunftswelt des Helden, in die Gontscharow die Erinnerungen an die ländliche Welt an der Wolga hatte einfließen lassen, in der er selbst aufgewachsen war, hatte im Publikum …

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Iwan Aleksandrowitsch Gontscharow wurde am 18. 6. 1812 in Simbirsk als Sohn eines Kaufmanns geboren. Nach dem Studium der Literatur war er einige Jahre im Staatsdienst tätig. Seine Karriere als gefeierter Romancier des russischen Realismus begann 1847 mit dem ersten Roman 'Eine alltägliche Geschichte' und erreichte ihren Höhepunkt mit 'Oblomow' (1859). Gontscharow starb am 27. 9. 1891 in St. Petersburg.

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