Den im Jahr 1953 publizierten Kurzroman Aus dem Leben eines Fauns
verstand Arno Schmidt als Einleitung einer mit Brand's Haide
fortgesetzten und mit Schwarze Spiegel (beide 1951) abgeschlossenen
Trilogie, die er 1963 unter dem Titel Nobodaddy's Kinder im
Verbund publizierte. Für die Zeit vom totalen Krieg bis zum
(imaginierten) Atomkrieg entfaltet der Autor ein giftiges Panorama
des Kleinbürgergehabes.
Der fünfzigjährige Düring registriert im ersten Roman kühl-präzise
mit beißenden Kommentaren Verhalten und Meinungen der Menschen
während der nationalsozialistischen Herrschaft. Vor der
kurzsichtigen Begeisterung seiner Kollegen bei Kriegsausbruch, vor
der Dümmlichkeit seiner Vorgesetzten und vor seiner Frau, die den
Sohn in den "Heldentod" treibt, zieht sich der
"Faun" Düring in eine Blockhütte zurück - die ihn aber
nicht vor dem Inferno bei einem Bombenangriff gegen Ende des Kriegs
verschont.
Brand's Haide setzt im Jahr 1946 ein mit dem Versuch eines
Kriegsheimkehrers namens Schmidt, sich in einem Heidedorf
anzusiedeln.
Schwarze Spiegel schließlich beschwört die Zukunftsvision einer
Welt, die 1955 von einem Atomkrieg vernichtet worden ist und den
letzten Überlebenden durch die Ruinen der untergegangenen
Zivilisation streifen läßt.
Arno Schmidt, geboren am 18. Januar 1914 in Hamburg, starb am 3. Juni 1979 in Celle. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft arbeitete er als Übersetzer und Schriftsteller. Seit 1949 veröffentlichte Schmidt zahlreiche Erzählungen, literarische Radio-Essays und eine umfangreiche Fouque-Biographie (1958). Seit "Zettels Traum" (1970) erschienen seine Prosawerke in großformatigen Typoskriptbänden. Arno Schmidt erhielt den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main
Ein Marktplatz-Angebot für "Nobodaddy`s Kinder" für EUR 19,80