Niemalsland - Gaiman, Neil

Neil Gaiman 

Niemalsland

Roman

Gebundenes Buch
 
6 Kundenbewertungen
**** sehr gut
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Niemalsland

Unter den Straßen Londons gibt es in verlassenen U-Bahnhöfen und Geisterzügen, Katakomben und Kanälen eine bizarre Welt zwischen Wirklichkeit und Traum - bevölkert von Ungeheuern und Heiligen, Mördern und Engeln, Rittern in eiserner Rüstung und leichenblassen Schönheiten in schwarzem Samt. Im 'Niemalsland' erlebt der junge Londoner Geschäftsmann Richard Mayhew, was jemandem passiert, der einem fremden, verletzten Mädchen auf der Straße zu Hilfe eilt ...


Produktinformation

  • Verlag: Hoffmann Und Campe
  • 1997
  • 1997.
  • Ausstattung/Bilder: 351 S.
  • Seitenzahl: 351
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 136mm x 34mm
  • Gewicht: 498g
  • ISBN-13: 9783455023077
  • ISBN-10: 345502307X
  • Best.Nr.: 06777108
Der Engländer Neil Gaiman, 1960 geboren, arbeitete zunächst in London als Journalist und wurde durch seine Comic-Serie "Der Sandmann" bekannt. Er lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie in den USA, in Minneapolis.

Leseprobe zu "Niemalsland" von Neil Gaiman

Kapitel Sieben (S. 111-112)

Der Boden war mit Stroh bestreut, darunter lag eine Schicht Binsen. Ein offenes Holzfeuer loderte knisternd in einem großen Kamin. Ein paar Hühner stolzierten pikkend auf dem Boden umher. Sessel mit handbestickten Kissen darauf standen herum, und die Fenster und Türen waren mit Tapisserien verhängt. Als der Zug aus der Haltestelle schlingerte, taumelte Richard vorwärts.

Er streckte die Hand aus, bekam die am nächsten stehende Person zu fassen und fand sein Gleichgewicht wieder. Die am nächsten stehende Person war ein kleinwüchsiger, grauhaariger, ältlicher Ritter, der ganz wie ein kürzlich pensionierter Beamter ausgesehen hätte, fand Richard, wären da nicht der Zinnhelm, der Wappenrock, der ziemlich ungeschickt gestrickte Kettenpanzer und der Speer gewesen. So sah er aus wie ein kürzlich pensionierter Beamter, der, eher gegen seinen Willen, zum Eintritt in die örtliche Laienspieltruppe genötigt worden war, wo er einen Ritter spielen mußte.

Der kleine graue Mann blinzelte kurzsichtig in Richards Richtung und sagte: »Entschuldigung.« »Meine Schuld«, erwiderte Richard. »Ich weiß«, sagte der Mann. Ein irischer Wolfshund trottete den Gang entlang und blieb neben einem Lautenspieler stehen, der auf dem Boden saß und zerstreut eine frohe Melodie zupfte. Der Wolfshund starrte Richard an, schnaubte verächtlich, legte sich dann hin und schlief ein. Am entgegengesetzten Ende des Waggons schäkerte ein ältlicher Falkner, einen haubentragenden Falken auf dem Handgelenk, mit einem kleinen Grüppchen von Damen, die ihr Letztverkaufsdatum bereits alle ein wenig überschritten hatten. Bei einigen war sogar das Haltbarkeitsdatum schon längst abgelaufen.

Einige Fahrgäste starrten die vier Reisenden unverhohlen an, andere ignorierten sie ebenso unverhohlen. Es war, fand Richard, als hätte jemand einen kleinen mittelalterlichen Hofstaat genommen und ihn, so gut es ging, in ein U-Bahn-Abteil gesteckt. Ein Herold hob seine Fanfare an die Lippen und blies ein unmelodisches Signal. Ein massiger älterer Mann in einem voluminösen pelzgesäumten Morgenrock und Pantoffeln torkelte durch die Verbindungstür zum nächsten Abteil, den Arm auf die Schulter eines Hofnarren in einem schäbigen Narrenkostüm gestützt.

Der riesige Mann war in jeder Hinsicht überlebensgroß. Er trug eine Augenklappe über einem Auge, was dazu führte, daß er ein wenig hilflos und aus dem Gleichgewicht geraten aussah, wie ein einäugiger Vogel. In seinem rotgrauen Bart hingen Essensreste, und am unteren Ende seines schäbigen Pelzgewands lugte etwas hervor, das aussah wie eine Schlafanzughose.

Kundenbewertungen zu "Niemalsland" von "Neil Gaiman"

6 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 6 Bewertungen **** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
(4)
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
***** weniger gut
 
(1)
***** schlecht
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Bewertung von Vicky aus Dresden am 15.03.2011 ***** weniger gut
Ich muss leider mal eine schlechte Kritik abgeben.
Das war das erste Mal das ich lange an einem Buch gesessen habe, weil ich keine Lust hatte, es weiter zu lesen.
Am Anfang schien das Buch noch sehr interessant zu sein, doch dann kam der Szenenwechsel und ich dachte erst, dass ich ein paar Seiten übersehen haben muss. Doch dies war in dem Buch so gewollt.
Dieser Szenenwechsel zog sich durch das ganze Buch und man musste sich daher immer wieder neu orientieren, was das lesen sehr erschwerte.
Weiterhin waren manche Szenen im Buch einfach nicht passend geschrieben, sodass man sich fragte, warum das eigentlich hier steht.

Für Romanleser ist es eher ungeeignet und ich würde es daher nicht weiterempfehlen.

Obwohl ich das Buch "Coraline" von Neil Gaiman sehr schön fand, hat mich sein angeblich bestes Buch sehr entäuscht.

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Bewertung von Nina [libromanie.de] am 25.02.2009 ***** sehr gut
Eigentlich führt Richard ein stinknormales Leben als Londoner Geschäftsmann. Das ändert sich jedoch abrupt, als er auf den Weg zu einem Abendessen mit seiner Verlobten Jessica und deren Chef über eine verletzte junge Frau namens Door stolpert und sie kurzerhand mit zu sich nach Hause nimmt.
Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse: Jessica löst die Verlobung auf, vor Richard’s Tür stehen zwei Killer, die auf der Suche nach Door sind und als das Mädchen wieder verschwindet, scheint es, als hätte sie Richard’s komplettes Leben mitgenommen. Auf der Straße wird er übersehen, als er zur Arbeit kommt, wird gerade sein Büro ausgeräumt - niemand nimmt ihn wahr oder erinnert sich an ihn. Nicht einmal Jessica.
Richard macht sich auf die Suche nach Door – und gerät dabei in eine geheime Welt unterhalb Londons, in der Menschen mit Ratten sprechen, Vampire, Mönche, Mörder und sogar Engel leben.

Wie ‘Stardust’, welches mein erstes Buch von Neil Gaiman war, ist auch ‘Niemalsland’ ein spannendes Märchen für Erwachsene, dessen besonderer Reiz diesmal in der gelungenen Verbindung von fantastischen Elementen mit dem modernen London Life liegt. Auf dem Weg durch den Londoner Untergrund erfährt man zum Beispiel, dass in Earl’s Court ein waschechter Earl residiert und fährt mit mysteriösen Geisterzügen, deren Stationen man anhand des abgedruckten Tube-Plans mit dem Finger nachfahren kann.

Die Grundstimmung des Buches ist ziemlich düster, viele Szenen sind blutig und teilweise sogar richtig gruselig. Aufgelockert wird dies durch den tollen Humor des Autors. So waren die Killer Mr. Croup und Mr. Vandemar zwar wirklich zum fürchten, die Dialoge zwischen ihnen aber teilweise so witzig, dass ich mehrfach blöde vor mich hin kichern musste. Ohnehin waren die meisten Figuren mehr als skurril und ihre guten oder bösen Absichten nicht immer zu durchschauen.

Auch Richard ist ein Fall für sich. Der unorganisierte junge Mann taugt, wie er selbst sagt, „nur für ein Leben in Sicherheit“ und stolpert als absoluter Anti-Held durch die Unterwelt, stets mit dem Ziel, so schnell wie möglich in sein altes Leben zurückkehren zu können. Das macht ihn nicht nur auf Anhieb unheimlich sympathisch, sondern auch überaus menschlich. Umso bedauernswerter finde ich es, dass die Entwicklung, die er im Laufe der Geschichte durchmacht, ab einem bestimmten Punkt sehr schnell vonstatten geht und vor allem auch viel zu glatt läuft. Dies sowie ein paar kleinere Ungereimtheiten sind letztlich auch der Grund dafür, weshalb das Buch nicht die volle Punktzahl erhält.

Übringens, wer ‘Lycidas’ von Christoph Marzi mochte, sollte unbedingt auch ‘Niemalsland’ lesen, das als Vorlage für die Trilogie um die Uralte Metropole gedient hat.

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Bewertung von Marcel Wittram aus Mülheim an der Ruhr am 31.08.2008 ***** ausgezeichnet
Selten etwas so genial geschriebenes gelesen.

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Bewertung von Uwe Roediger aus Saarbrücken am 20.08.2001 ***** ausgezeichnet
Wow! An diesem Buch stimmt einfach alles: spannende Handlung, skurrile Ideen und Figuren, vor allem aber eine sprachliche Formulierungskunst, wie man sie schon lange nicht mehr erlebt hat. So abgefahren die Abenteuer des Helden in dieser merkwürdigen phantastischen Londoner Unterwelt auch sind, sie wirken so plausibel geschildert, dass man versucht ist, hinzufahren und auch probeweise mal durchs Netz zu fallen, obwohl einen diese Neugier teuer zu stehen kommen könnte. Also, unbedingt kaufen und lesen, wer das nicht tut hat wirklich etwas verpasst!

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Bewertung von ABredel aus Haßloch am 31.07.2000 ***** ausgezeichnet
Ein Spitzen-Buch! Ich wünsche mir mehr davon!!

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Bewertung von A. Bredel aus Haßloch am 23.05.2000 ***** ausgezeichnet
Ein Fantasy-Buch, das im London unserer Tage spielt! Einfach nur GUT!! Dadurch, daß jeder der mal in London war, bestimmt mal mit der "Tube" gefahren ist, kommt einem das Buch noch wirklicher vor!
Unbedingt lesen!
In England kam das Buch als Fernsehverfilmung raus... leider nicht bei uns. Und da der Film in England gefloppt ist, wird es wohl keinen 2. Teil des Buches geben, obwohl es für eine Fortsetzung die besten Voraussetzungen gibt... SEHR SCHADE!!!

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