Vergessen ist keine Lösung
"Wir müssen alles tun, um sicherzugehen, dass sie (die
Palästinenser) niemals zurückkommen ... Die Alten werden sterben,
die Jungen werden vergessen."
Dies notierte Israels Staatsgründer David Ben Gurion am 18. Juli
1948 in seinem Tagebuch. Und so hoffen es viele israelische
Politiker immer noch. Doch die palästinensischen Flüchtlinge, die
Marlène Schnieper in ihrem Buch über die Nakba porträtiert, haben
nicht vergessen.
"Nakba", das ist die alles umstürzende Katastrophe, die
über die arabischen Einwohner des historischen Palästinas kam, als
in einem Tiel dieses Territoriums der jüdische Staat gegründet
wurde. Zerstört wurden Dörfer und Städte, eine in mancher Hinsicht
blühende Kultur. Ersatz ist nicht in Sicht. Das offizielle Israel
mag diese Umstände verharmlosen - die Katastrophe ist bis heute
nicht verwunden. Sie prägt das Leben der Betroffenen. Das führt uns
Marlène Schnieper eindringlich vor Augen.
Sie hat mit Vertriebenen und deren Angehörigen gesprochen und ihr
Schicksal aufgeschrieben. Dazu liefert sie geschichtlichen
Hintergrund, webt Sequenzen aus dem heutigen Alltag in Israel und
den Palästinensergebieten ein und resümiert neueste
Forschungsergebnisse über die Wahrnehmung des Konflikts. So
vervollständigt sich das Bild des an Dramatik reichen nahöstlichen
Geschehens.
Ausstattung/Bilder: 2012. 380 S. m. 24 Fototaf. sowie Ktn. 20.
Seitenzahl: 380
Deutsch
Abmessung: 205mm x 139mm x 25mm
Gewicht: 540g
ISBN-13: 9783858694447
ISBN-10: 3858694444
Best.Nr.: 32723215
"Mit all seinen Beiträgen zusammen ersetzt "Nakba - die offene Wunde" eine kleine Bibliothek zum Nahostkonflikt. Das fundiert recherchierte und spannend geschriebene Buch ist politische Aufklärung der Sonderklasse, die auch bei uns dringend notwendig, d.h. Not wendend ist." Hanspeter Stalder, Hanspeter.Stalder.de, 03.2012
"Umfassende Literaturerkenntnis, empathische Gesprächsführung und eine souveräne Beherrschung der in der wissenschaftlichen Oral History entwickelten Methode machen das Buch zu einer spannenden, ungewöhnlich informativen und für alle Nahost-Interessierten unverzichtbaren Lektüre." Peter Blastenbrei, Titel Kulturmagazin, 02.03.2012
Marlène Schnieper, 1946 geboren, stammt aus Sursee LU. Als Journalistin hat sie sich immer wieder in spannungsgeladenem Terrain bewegt - im Iran, im Kaukasus und auf dem Balkan. Als diplomatische Korrespondentin des Tages-Anzeigers beobachtete sie die Kriegsverbrecherprozesse in Den Haag. 2006 bis 2008 berichtete sie für die gleiche Zeitung aus Israel und den Palästinensergebieten. Heute arbeitet sie als freischaffende Nahostkorrespondentin.