Gao Xingjian ist vor allem als Dramatiker hervorgetreten, der die
traumatischen Erfahrungen seiner Generation mit den Mitteln
absurden Theaters zum Ausdruck bringt.
Bei den vier neuen Texten dieses Buches handelt es sich um
Reflektionen über das Theater, die Gao Xingjian in der
Auseinanersetzung mit der europäischen Situation und der
chinesischen Tradition angestellt hat. Auf der Suche nach einer der
Moderne entsprechenden Form des Theaters setzt er sich mit Rolle
und Funktion des Schauspielers, des Regisseurs und des Autors
auseinander. Der einzige seit 1989 in der VR China veröffentlichte
Text über Gaos Theorien von Zhao Yiheng, der ihn im Kontext des
Zen-Buddhismus darstellt, bildet zusammen mit dem informativen
Nachwort den Abschluß des Bandes.
Gao Xingjian wurde am 4. Januar 1940 in Ganzhou (Provinz Jiangyi) in Ostchina geboren. Bis 1962 studierte er in Peking französische Literatur und wurde dann im Zuge der Kulturrevolution lange zur 'Umerziehung' aufs Land gezwungen. Mach Maos Tod erschienen ab 1980 seine ersten Schriften, u. a. 'Erkundungen in modernen Erzähltechniken' sowie die Theaterstücke 'Das Warnsignal' und 'Die Busstation'. Nach Aufführungsverboten und einer politischen Kampagne zog er sich auf Land zurück. 1985/96 lebte er als DAAD-Stipendiat in Berlin, 1987 verließ er China endgültig und lebt seither in Paris. Nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens trat er 1989 aus der Partei aus, seine Schriften wurden in China endgültig verboten. 2000 wurde er mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet.
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