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Bewertung von ChrischiD aus NRW am 17.01.2011 |
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Ein Mann wird von seiner Tochter vermisst gemeldet, an sich nichts Ungewöhnliches, jedoch geschieht dies erst nach über 20 Jahren, da sie auf Grund gesundheitlicher Dinge seine Hilfe benötigt. Ihre Mutter hatte ihr immer wieder gesagt, dass Mick, ihr Vater, ein Streikbrecher war und daher seine Familie verlassen hat, da er sich in dem Dorf nicht mehr hätte blicken lassen können, doch nun stellt sich heraus, dass er gar nicht dort war wo er bislang vermutet wurde. Detective Inspector Pirie versucht Licht hinter die ganze Geschichte zu bringen, wobei sie auf einen anderen mysteriösen Fall trifft, der sich in etwa zur selben Zeit zugetragen hat. Ob die beiden Fälle etwas miteinander zu tun haben? Erzählt wird aus verschiedenen Zeitebenen, mal ist man in der Gegenwart, dann wieder in der Vergangenheit, man muss sich aber nicht ständig zurecht finden, denn es gibt kleine Überschriften, an denen man das Datum ablesen kann, so dass man sofort weiß, in welcher Ebene man sich gerade befindet. Diese Wechsel sind sehr gut gemacht, da man so direkt die verschiedenen Eindrücke und Situationen erlebt, sie werden eben nicht in der Reihenfolge erzählt, sonst müsste schließlich vor 20 Jahren begonnen werden, es handelt sich eher um Einschübe, so wie sie gerade in die Gegenwart hinein passen, damit man sofort weiß was damals geschehen ist bzw. man versuchen kann es nachzuvollziehen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und es macht unheimlichen Spaß den Ermittlungen zu folgen. Immer wieder ertappt man sich dabei, dass man selber im Kopf schon viel weiter mit seinen Vermutungen ist, als die Geschichte eigentlich erzählt und immer wieder wird man eines besseren belehrt, nämlich, dass man doch erstmal weiter abwarten sollte, da alles viel komplexer ist als es zunächst scheint und man soweit im Grunde gar nicht denken kann, zumindest noch nicht zu Beginn. Schön ist auch, dass es verschiedene Handlungsstränge gibt, so hat man quasi zwei Baustellen, an denen man sich versuchen kann. Es ist ziemlich offensichtlich, dass diese Handlungsstränge irgendwann zusammenfinden werden, aber man kann nicht sagen an welchem Punkt dies sein wird, denn die Ausmaße, die der Fall mit sich zieht, sind schwer zu ergründen, wenn man kaum Hintergrundinformationen hat. Selbst mit den Rückblenden tut man sich dabei schwer, denn dem Leser werden immer wieder nur Häppchen vorgeworfen, so dass bis fast zum Ende unvorhersehbar bleibt was wirklich geschehen ist. Alles in allem handelt es sich hier um einen schönen, klassischen Krimi, der mehr auf die Ermittlungen abzielt und sich darauf konzentriert, als auf die Tat bzw. Taten an sich. Hier steht der Hintergrund des Szenarios im Vordergrund und nicht das Gemetzel, wie es inzwischen häufiger der Fall ist. |
1 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von engelchen aus Burg am 22.09.2010 | |
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Die Lösung zweier alter Fälle, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben, wird vorangetrieben. Beide landen auf dem Tisch von DI Karen Pirie, die sich die Freiheit nimmt, nach ihrem Ermessen zu ermitteln. Nach über zwanzig Jahren meldet eine Frau ihren Vater als vermisst. Für sie ist sein Auffinden jetzt besonders wichtig geworden, da ihrem Sohn nur mit einer Transplantation geholfen werden kann. Sie hofft, dass ihr leiblicher Vater als Spender in Frage kommt, obwohl sie ihn seit Jahren nicht gesehen hat. Die Ermittlungen gehen nur schleppend voran, da selbst die Ehefrau des Vermissten nicht oder nur zögerlich bereit ist, Informationen herauszugeben. Im anderen Fall, dem der zunächst vermissten und anschließend getöteten Unternehmertochter, haben sich durch einen Zufall neue Indizien ergeben. Eine engagierte Journalistin hat in Italien ein Plakat gefunden, so wie es damals die Entführer benutzt haben um ihre Forderungen bekannt zu geben. Brilliant erzählt Val McDermid zwei Familiengeschichten, die eigentlich doch nur eine sind. Das recherchieren von Verwandtschaftsbeziehungen mit ungeahnten Verknüpfungen und Zeugen, die lieber Schweigen, wird in dieses Roman zur Hauptaufgabe der Ermittler. Natürlich gibt es auch den einen oder anderen Mord. Da diese aber alle lange zurückliegen - ungelöste Fälle - ist das Buch bei weitem nicht so gruselig wie die Autorin sonst mitunter schreibt. Trotzdem ist das Buch für mich ein empfehlenswerter Roman für alle "Ahnenforscher". Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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Bewertung von Pharo72 aus Zittau am 09.07.2009 |
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Misha Prentice meldet ihren Vater als vermisst. Das Erstaunliche allerdings ist, dass er bereits seit mehr als 20 Jahren verschwunden ist. Ihr Sohn leidet an Leukämie und eine Knochenmarkspende ihres Vaters scheint seine einzige Hoffnung zu sein. Sofort werden die Ermittlungen aufgenommen, führen jedoch zu immer mehr Fragen. Gleichzeitig stößt die Reporterin Bel Richmond in Italien auf ein Indiz zu einem spektakulären Entführungsfall. Im Jahr 1985 verstarb bei der Lösegeldübergabe die Tochter eines der reichsten Männer Schottlands. Ihr kleiner Sohn blieb verschwunden. Sir Brodie setzt alles daran, ihn zu finden und finanziert Bel ihre Recherche. DI Karen Pirie bekommt am Ende beide Fälle auf den Tisch und stürzt sich sofort in die Suche nach der dramatischen Wahrheit. In diesem spannenden Kriminalpuzzle begibt sich Val McDermid im Gegensatz zu ihren blutrünstigeren Thrillern auf leisen Sohlen in ihre eigene Vergangenheit. So bekommt der Leser eine Menge Informationen zu den schlimmen Bergarbeiterstreiks der 80iger Jahre in Schottland und die daraus resultierende Armut. Auch mit Kritik an der „Eisernen Lady“, Margaret Thatcher, wird nicht gespart. Beide Handlungsstränge laufen parallel und werden jeweils durch Rückblenden in die konkrete Vergangenheit lebendig untermalt. Dabei versteht die Autorin es hervorragend, stets die Spannung absolut am Limit zu halten. Wird es gerade so richtig interessant, folgt erneut ein Perspektivenwechsel. Natürlich ahnt der geübte Krimileser schon bald einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen, aber die Aufdeckung der tatsächlichen Hintergründe bleibt bis zum rasanten Schluss offen, da auch meisterhaft immer wieder falsche Spuren gelegt werden. Insgesamt ein sehr empfehlenswerter Kriminalroman für Leser, denen psychologische Fallstricke wichtiger sind als Serienmörder mit einer Unzahl von Leichen. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
4 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von redfox aus Sachsen am 28.05.2009 | |
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Ein Bergarbeiter, der 22 Jahre, nachdem er verschwunden ist, als vermisst gemeldet wird und neue Hinweise in einem Entführungsfall, der genauso lange her ist… Val McDermid in Hochform! Sie schreib wie immer spannend und anschaulich, man hat mehr das Gefühl, dabeizusein, als ein Buch zu lesen. Besonders die Rückblicke sind perfekt geschrieben. Erinnern ein bißchen an die Serie Cold Case – und die liebe ich auch. Auch Bildungstechnisch nicht verkehrt, denn man lernt gleich noch einiges über das harte Leben der Bergarbeiter im Jahr 1984, während des großen Streiks. Ein Buch, dass man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von Leserin aus Deutschland am 29.04.2009 | |
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Spannender Krimi mit Rückblicken auf die Thatcher-Ära Das neuste Werk von Val McDermid spielt auf zwei Zeitebenen. Im Sommer 2007, überwiegend in Schottland und Italien, sowie 1984, als die Thatcher-Regierung im Clinch mit den Bergarbeitern lag und das Land durch fast einjährige Streiks erschüttert wurde. Im Sommer 2007 meldet Misha Prentice ihren Vater bei der Polizei in Edinburgh als vermisst. Karen Pirie von der Abteilung für ungelöste Fälle (sogenannte "cold cases") nimmt sich der Sache an, denn Mick Prentice verschwand vor über 22 Jahren, während des Streiks der Bergarbeiter. Kurz darauf bekommt sie einen anderen alten Fall übergeben, in dem neue Indizien aufgetaucht sind. Vor 22 Jahren wurden die Tochter und der Enkelsohn von Sir Brodie Maclennan Grant entführt und die Tochter starb bei der Lösegeldübergabe. Weder der Enkel noch die Entführer wurden jemals entdeckt. Trotz der zahlreichen Handlungsstränge und der unterschiedlichen Zeitebenen liest sich das Buch sehr flüssig. Das erste Drittel dient eher der Einführung und ist sehr interessant, spannend wird es in den anderen zwei Drittteln. Aufmerksame Leser werden schon lange vor dem Ende den Ausgang vermuten, trotzdem bleibt es bis zum Schluss spannend. "Nacht unter Tag" besticht nicht nur durch die gut konstruierte Geschichte, sondern auch durch realistische Hauptfiguren und die einfühlsamen Schilderungen der Situation bei den betroffenen Bergarbeitern und deren Familien. Val McDermid kommt selbst aus einer Bergbauregion und kann daher auf eigene Erinnerungen und die ihrer Familie zurückgreifen. Ein fesselnder Krimi, gut erzählt, mit einer Portion britischem Humor und ohne viel Blutvergießen. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 30.03.2009 |
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Der Schottin Val McDermid gelingt mit „Nacht unter Tag“ ein ganz besonderer Thriller. Sie baut ihre Geschichte fast wie eine Biografie auf und springt nicht nur gewand zwischen den beiden Parallelhandlungen hin und her, sondern nutzt auch jede Menge Rückblenden, um den Fall noch packender zu gestalten. Ihre Technik erinnert damit an die erfolgreiche TV-Serie „Cold Case“, die filmisch ganz ähnliche Mittel einsetzt. Besonders gut stellt McDermid den verzweifelten Kampf der schottischen Bergarbeiterfamilien gegen die damaligen Zechenschließungen dar - vielleicht auch, weil sie durch ihre eigene Familie einen ganz persönlichen Bezug zu diesem Thema hat. Dabei kritisiert sie noch heute den harten Umgang der Polizei und der „Iron Lady“ Margret Thatcher mit den Streikenden. Eingebettet in wunderschöne Landschaftsbeschreibungen, wie wir sie schon aus ihrem Roman „Das Moor des Vergessens “ kennen, wird „Nacht unter Tag“ durch die spannende und ungewöhnliche Inszenierung der Story, durch viele Informationen über die größte Streikbewegung der englischen Nachkriegsgeschichte, durch starke Frauenfiguren und sympathische Ermittler zu einem echten Pageturner. Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
3 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von Bücherfan aus NRW am 13.03.2009 | |
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Die gebürtige Schottin Val McDermid hat mit “Nacht unter Tag“ erneut einen Thriller außerhalb ihrer drei Erfolgsserien (u.a. mit dem Profiler Tony Hill) geschrieben. Das ermittelnde Duo Pirie und Parhatka hatte schnell meine Sympathien, da die Autorin gerade so viele Informationen aus dem Privat- und Berufsleben der beiden liefert, dass ich eine gute Vorstellung ihres Charakters und ihrer Lebensweise erhielt, ohne mich durch zu ausführliche Beschreibungen gelangweilt zu fühlen. Vor allem Karen Pirie ist mir mit ihrer direkten, sehr eigenwilligen und leicht spöttischen Art ans Herz gewachsen. Die Geschichte behandelt abwechselnd den Entführungsfall und die Vermisstensache und springt in sehr kurzen Abständen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zudem noch zwischen Schottland und Italien hin und her. Was sich im ersten Moment verwirrend anhört, erweist sich schnell als kluger Schachzug von Val McDermid. Jede Vernehmung und Spurensicherung in der heutigen Zeit wird durch Erinnerungen und Rückblenden ergänzt und erläutert. Genau zum richtigen Zeitpunkt wird die jeweilige Szene abgebrochen, um den nächsten losen Faden weiterzuspinnen. McDermid ist es gelungen, den Plot dadurch noch interessanter und spannender zu gestalten. Gleichzeitig machen die schnellen Wechsel von einem Ermittlungsort zum anderen die große Diskrepanz zwischen den verschiedenen Lebensumständen der Protagonisten umso deutlicher und lassen die ehemalige Bergarbeitersiedlung im Gegensatz zum sonnigen, südlichen Flair der Toskana und dem scharf bewachten, luxuriösen Anwesen von Sir Brodie überaus ärmlich und düster wirken. Schon nach einiger Zeit hatte ich zwei bestimmte Personen als Hauptdrahtzieher der Entführung im Verdacht, war mir aber bezüglich der Komplizen, der Umstände und des Motivs nicht ganz im Klaren. Meine Vermutung zum ersten Punkt hat sich am Schluss zwar bestätigt, mit dem Rest lag ich jedoch ziemlich daneben, da die Autorin viele falsche Fährten legt und die Auflösung wirklich nur schrittweise vorankommt, mit etlichen Überraschungen und weiteren Morden bis zum Ende hin. Alle wichtigen Figuren werden bis in die Tiefen ihrer Psyche ausgelotet, so dass sich ihre Beweggründe von selbst erklären. Das Besondere an dem neuen Thriller ist jedoch der persönliche Bezug von Val McDermid zu dem hier verwendeten Stoff. Ihre beiden Großväter waren Bergarbeiter in East Wemyss und sie verbrachte in ihrer Kindheit viel Zeit dort, weshalb ihr wohl auch der verlorene Streik von 1984 noch sehr gegenwärtig ist. Wahrscheinlich ist es ihr aufgrund ihrer eigenen Herkunft so gut gelungen, die Nöte und Bedürfnisse der Bergarbeiterfamilien sehr plastisch und nachvollziehbar darzustellen. Die Autorin nimmt hierbei kein Blatt vor den Mund und auch die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher wird heftig kritisiert. Fazit: Insgesamt gesehen handelt es sich bei “Nacht unter Tag“ um einen Thriller, der spannende Unterhaltung, psychologisch ausgefeilte Figuren und viele interessante Informationen rund um das Bergarbeitermilieu zu bieten hat. Schön, dass im Spannungsgenre noch Bücher erscheinen, die auch ohne viel Blutvergießen und reißerische Schockelemente so fesselnd und wendungsreich sind! Absolut empfehlenswert!! Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch |
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