Nach Sibirien verbannt - Wolfenhaut, Julius

Julius Wolfenhaut 

Nach Sibirien verbannt

Als Jude von Czernowitz nach Stalinka 1941-1994

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Nach Sibirien verbannt

Im multikulturellen Czernowitz aufgewachsen, erlebte der Autor den wachsenden Antisemitismus und - nach der Besetzung durch sowjetische Truppen - die Deportationen der Juden nach Sibirien. Er wurde zu Schwerarbeit in Stalinka eingeteilt, anschließend als Lehrer in Tomsk. Nach seiner Verbannung arbeitete er 25 Jahre als Deutschlehrer, bis er 1994 nach Deutschland übersiedeln durfte.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 192 S. m. 11 Fotos.
  • Seitenzahl: 192
  • Fischer Taschenbücher Bd.16439
  • Deutsch
  • Abmessung: 19 cm
  • Gewicht: 149g
  • ISBN-13: 9783596164394
  • ISBN-10: 3596164397
  • Best.Nr.: 12750843
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.07.2005

Nur die Sprache

VERBANNUNG. Julius Wolfenhaut wurde 1913 in der Stadt Czernowitz/Bukowina geboren, die seinerzeit zum Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn gehörte und nach dem Ersten Weltkrieg an Rumänien fiel. Die jüdische Familie Wolfenhaut war und blieb dem deutschen Kulturkreis verbunden, ungeachtet des auch in Rumänien zunehmenden Antisemitismus. Nach dem Abitur konnte Julius Wolfenhaut zwar noch ein Ingenieurstudium absolvieren, doch auf die Rumänisierung der Bukowina folgte 1940 deren Sowjetisierung, die seine weitere Lebensplanung zunichte machte. Mit dem Hitler-Stalin-Pakt geriet die Bukowina in den sowjetischen Machtbereich. Nach dem Einmarsch der Roten Armee (1940) wurden Juden als "Bourgeois" und angebliche "Konterrevolutionäre" verfolgt und teilweise in die sibirische Taiga deportiert. Als "sozialgefährliches Element" mußte der junge Diplomingenieur zunächst Schwerstarbeit auf einer Kolchose leisten und später minderjährige Kriminelle in der Gebietshauptstadt Tomsk unterrichten. Im Zuge der Entstalinisierung hoben die sowjetischen Behörden seine Verbannung 1956 zwar auf, verweigerten ihm aber die Rückkehr in seine Heimat. Wolfenhaut …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Beeindruckt zeigt sich Hans-Jürgen Döscher von diesen "einzigartigen Erinnerungen" Julius Wolfenhauts, der nach dem Einmarsch der Roten Armee in Rumänien (1940) als Jude verfolgt und nach Sibirien deportiert wurde. Zwar wurde seine Verbannung 1956 im Zuge der Entstalinisierung aufgehoben, eine Rückkehr in seine Heimat blieb ihm aber verwehrt, berichtet Döscher. Erst 1994, nach seiner Rehabilitierung im Alter von 80 Jahren, konnte er in die Bundesrepublik Deutschland übersiedeln. Wolfenhauts Schilderungen der über fünfzig Jahre währenden Demütigungen und Entbehrungen im Sowjetsystem findet Döscher "höchst eindrucksvoll und beklemmend zugleich". Ein Lob geht auch an den Berliner Historiker Wolfgang Benz, der Wolfenhauts Erinnerungen ein "einfühlsames und instruktives Vorwort" gewidmet habe.

© Perlentaucher Medien GmbH

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