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Nabokovs Berlin
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Nicolai
- 2001
- Ausstattung/Bilder: 2001. 155 S. m. zahlr. Duotone-Fotos.
- Seitenzahl: 155
- Deutsch
- Abmessung: 23 cm
- Gewicht: 730g
- ISBN-13: 9783875840957
- ISBN-10: 387584095X
- Best.Nr.: 09810765
Produktbeschreibung zu "Nabokovs Berlin"
Kurzbeschreibung
Berlin war nur eine Zwischenstation auf Vladimir Nabokovs Weg aus
seiner russischen Heimat nach Amerika - aber eine von langer Dauer.
Vom Juni 1922 bis zum Januar 1937 lebte er in der Stadt. Hier hat
er geheiratet, hier wurde sein Sohn geboren, hier wurde er zum
Schriftsteller. Sein Berlin war das der russischen Emigranten, von
denen Anfang der Zwanzigerjahre etwa 350 000 in der Stadt lebten.
Dieses"Moskau an der Spree"war Grund für Nabokov, sich
hier für so viele Jahre niederzulassen. Mit der ihm eigenen
Detailverliebtheit und Genauigkeit beobachtete er die Stadt, baute
daraus seine künstlerische Welt, in der sich dennoch
reichlich"konkrete Topografie"aufspüren lässt. So ist
Berlin noch immer die Stadt Nabokovs.
Autor Dieter E. Zimmer durchstreifte sie auf seinen Spuren - ebenso
ins Detail verliebt wie Nabokov selbst -, spürte sie auf in seinen
Romanen, Erzählungen, Dramen, Gedichten und Essays. Ausgiebig
forschte er in Bildarchiven und brachte dabei auch bisher
unbekannte Zeugnisse und Bilder aus dem Leben des Literaten und der
Stadt zutage. So entstand nicht nur ein einzigartiges Buch über
Nabokovs Berlin, sondern zugleich ein Band des Berlin der
Zwanziger- und Dreißigerjahre mit einer Reihe noch nie gezeigter
Dokumente und Fotografien.
Neben den reich bebilderten Kapiteln zum Thema"Nabokovs
Berlin"enthält das Buch eine ausführliche Chronik zum
Aufenthalt des Schriftstellers in der Stadt.
Ein Buch, das die Welt des Dichters Nabokov und zugleich das Berlin
der Zwanziger- und Dreißigerjahre auf überrasche Weise lebig werden
lässt - eine ungewöhnliche Dokumentation zu einem Dichter und das
poetische Porträt einer Stadt.
Beschreibung
24.11.2001
Erinnerung, schau!
Mit dem panoramatischen Blick des Lesers: Dieter E. Zimmer
setzt Nabokovs Berlin ins Bild · Von Hanns Zischler
Berlin-Führer haben prekäre Konjunktur. Archive werden
durchforstet, um das ungehemmt Heutige durch den Glanz des
Gestrigen antiquarisch zu veredeln oder, je nach Betrachtungsweise,
in Frage zu stellen. Doch vieles von dem, was in jüngster Zeit
davon präsentiert wurde, zeigt das qualitätslose Einerlei von
verschollenen oder entstellten Sehenswürdigkeiten - und entwertet
auf eine fast heimtückische Weise die fotografische Physiognomie
der Stadt. Die Furcht vor der Berliner Krankheit - das eigene
Gewese und das zu verklären, was diese Stadt vorgeblich einmal
gewesen ist - läßt den Betrachter zögern, wenn ihm in rascher Folge
das jüngste alte Berlin präsentiert wird. Die Schaulust
scheut.
Um so erfreulicher ist es, auf einen Bildband hinzuweisen, der uns
durch ein Berlin führt, in dem das Allervertrauteste fremdartig neu
erscheint. Dieter E. Zimmers Rekonstruktion von "Nabokovs
Berlin" darf ein Wunder in mehrfacher Hinsicht genannt werden.
Zunächst ist es die Montage aus jenen Texten, durch die Nabokov …
29.01.2002
Stiefmutter der russischen Städte
Berlin, gesehen mit den Augen des Schriftstellers und Emigranten Vladimir Nabokov
Er hat sie nicht gemocht, die Deutschen, besonders die Berliner. Immer wieder scheint diese pauschale Ablehnung durch in den Romanen und Erzählungen von Vladimir Nabokov. Auch in seiner Korrespondenz und in seinen Memoiren hat der Erfinder des Nymphchens Lolita keinen Hehl daraus gemacht. Gegen Ende seines Lebens aber hat der russisch-amerikanische Schriftsteller (1899-1977) darüber doch ein wenig Bedauern gezeigt. Er habe die deutsche Kultur ungerechterweise in einer „bitteren Fußnote” abgetan.
Fünfzehn Jahre, von 1922 bis 1937, lebte der Spross einer reichen Petersburger Adelsfamilie in der Hauptstadt dieser Deutschen, hier verliebte, ver- und entlobte er sich; hier erlebte er die Ermordung seines Vaters, eines liberalen Exilpolitikers, durch zaristische Geheimbündler; hier heiratete er und wurde Vater. Berlin erfuhr er aber aus der Perspektive von unten, als Bitt- und Antragsteller, Untermieter, Arbeitssuchender. Als Emigrant musste er zweifellos reichlich Demütigungen hinnehmen – sie schlugen sich in seinem Werk nieder. …
10.01.2002
Dieter Hildebrandt ist des höchsten Lobes voll über diesen Bild-
und Text-Band des Nabokov-Übersetzers (und Zeit-Redakteurs außer
Diensten) Dieter E. Zimmer. 15 Jahre, von 1922 bis 1937, hat
Nabokov immerhin in Berlin gelebt. Die Stadt hat durchaus Spuren in
seinem Werk hinterlassen, und Hildebrandt betont, dass Zimmer ihnen
nicht nur nachgegangen ist, sonder in den Archiven auch
Illustrationen gefunden hat, "die dem prismatischen Reiz der
Sprachbilder" entsprechen. Eine Empfehlung, der man trotz der
gleichen Redaktionszugehörigkeit von Autor und Rezensent glauben
möchte.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Dieter E. Zimmer"
Dieter Eduard Zimmer, geboren 1934, ist Schriftsteller, Übersetzer und Publizist. Er studierte Literatur- und Sprachwissenschaft in Berlin, Genf und den USA. Ab 1959 lebte er in Hamburg und war dort lange Redakteur der Wochenzeitung 'Die Zeit', von 1973 bis 1977 Feuilletonchef. Seit 2000 ist Zimmer als freier Schriftsteller, Literaturkritiker, Übersetzer und Publizist in Berlin tätig. Der umfassend gebildete Autor veröffentlichte Bücher und Zeitschriftenartikel zu Fragen der Psychologie, Biologie, Anthropologie, Medizin, Linguistik, Kommunikationswissenschaft und des Bibliothekswesens. Seit 1989 ist Zimmer Herausgeber der deutschen Gesamtausgabe von Vladimir Nabokov. 2008 erhielt Dieter Zimmmer den Übersetzerpreis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung.
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