Musikvermittlung stellt Beziehungen zwischen Musik und Zuhörern
her. In einem gemeinsamen Übersetzungsprozess gestalten Musiker,
das Publikum und Vermittler einen Dritten Raum, in dem kulturelle
Differenz oder Verschmelzung erfahrbar wird. Musikvermittler
stellen dabei musikalische Werke in einen erklärenden oder
interpretierenden Kontext und setzen verschiedene kreative und
deutende Verfahren in Gang, um Musik für den Zuhörer bedeutsam
werden zu lassen. Wie sie dabei ihren eigenen Kontext einfließen
lassen, prägt ihre kulturelle Praxis.
Fünf Ansätze und Erfahrungen der Autorin ein Konzert für Kinder zu
Joseph Haydn, ein Hörbuch zu Anton Bruckner, ein partizipatives
Kompositionsmodell, eine Kindervorlesung und ein
konzertpädagogischer Workshop für Familien erläutern diese Zugänge
anhand von Beispielen und bieten Musikvermittlern Anregungen für
die eigene Tätigkeit.
Ein abschließender Überblick über Berufsfelder und gegenwärtige
Aus- und Weiterbildungsangebote zeigt aktuelle Entwicklungen und
Zukunftsperspektiven für das Praxisfeld Musikvermittlung im
deutschsprachigen Raum.
Constanze Wimmer studierte Musikwissenschaft, Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien und Kulturmanagement an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien. Als Musikreferentin beim Österreichischen Kultur-Service (1993-95) und als Leiterin des Bereichs "Kinder- und Jugendprojekte" des österreichischen Konzertveranstalters Jeunesse (1999-2002) gingen Anliegen der Musikvermittlung mit Managementaufgaben Hand in Hand. 2002 bis 2006 lehrte und forschte sie am Institut für Musikpädagogik der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. An der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz leitet Constanze Wimmer den postgradualen Masterstudiengang "Musikvermittlung - Musik im Kontext". Darüber hinaus ist sie als Forscherin und Projektentwicklerin in der Musikvermittlung aktiv.