Die fundamentale Rolle, die das Bild in Kommunikationsprozessen
spielt, lässt sich weder allein auf die oft diskutierte mediale
Verfügbarkeit noch auf seine Zeichen- oder Symbolhaftigkeit
zurückführen. Vielmehr erweist sich das Bild als ein aktives
Gegenüber als ein Gestaltungsmoment, das Kommunikationsprozesse
initiiert, konturiert und steuert.
Hier setzt der Begriff Movens Bild an. Er bezeichnet die Wirkung
des Ikonischen, das Bewegende wie auch das Bewegte des Bildes.
Diese Bandbreite des Ikonischen wird in dem Band an dem Gegenüber
von Evidenz und Affekt, die als integrale Momente bildlichen
Ausdrucks doch unmittelbar zusammen gehören.
Mit einem solchen veränderten Blick gewinnt die Frage nach
bildlicher Darstellung und Vermittlung eine neue Brisanz. Wie
verschränkt sich die affektive Dimension des Bildes mit seiner
Evidenzerzeugung? Weder lässt sich die dem Bild innewohnende
Affektleistung von seiner Evidenzerzeugung trennen noch ist
bildliche Evidenz ohne affektive Motivierung denkbar.
Im Zentrum der Debatte steht also die Einsicht, dass es eine eigene
Logik des Zeigens und Offenbarens gibt, welche die Wirkmächtigkeit
der Bilder ausmacht. Ihr Spektrum bleibt breit und bietet eine
Vielfalt an Übergängen: Es reicht von luzider Sachhaltigkeit über
emotionale Aufladung und ästhetische Suggestion bis hin zur
affektiven Überwältigung.
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