Was als heiterer Ausflug mit der Familie geplant war, wird zum
schlimmsten Tag im Leben einer jungen Mutter
Jess Finnegan ist froh, bei einem Familienausflug einmal eine freie
Minute für sich zu haben, denn ihr acht Monate alter Sohn Louis
hält sie ziemlich auf Trab. Doch dann sind ihr Mann Mickey und ihr
Sohn von einem Moment auf den nächsten verschwunden. Panisch sucht
sie sie überall in London, Stunden vergehen, und die beiden tauchen
nicht wieder auf. Die Polizei findet Mickey schließlich bewusstlos
und ohne Louis. Jess steht kurz vor einem Zusammenbruch, als ihr
Bruder Robbie ihr eine Nachricht hinterlässt: Er weiß, wo Louis
ist. Doch kurz darauf ist Robbie tot ...
Verstörend und spannend bis zur letzten Seite. Ein meisterhafter
Psychothriller!
Jess Finnegan ist seit einem Jahr verheiratet und lebt mit ihrem
Mann Mickey und ihrem acht Monate alten Sohn Louis in London. An
einem Morgen unternehmen alle drei zusammen einen Ausflug in die
Tate Modern, um sich eine Edward-Hopper-Ausstellung anzusehen. Die
junge Mutter ist froh, dass ihr Mann sich dort um Louis kümmert und
sie auch einmal eine Minute für sich hat, was seit Louis Geburt
eher selten der Fall ist. Doch dann sind Mickey und Louis von einem
Moment auf den nächsten spurlos verschwunden. Zuerst denkt Jess,
sie habe sie vielleicht in einem der Ausstellungsräume übersehen,
aber ihre panische Suche bleibt erfolglos. Auch auf dem Handy kann
Jess ihren Mann nicht erreichen. Stunden vergehen, aber die beiden
tauchen nicht wieder auf, und Jess schaltet schließlich die Polizei
ein. Detective Inspector Silver nimmt sich der verzweifelten jungen
Frau an und tut alles in seiner Macht Stehende, um die beiden zu
finden. Tatsächlich wird Mickey am nächsten Tag gefunden,
bewusstlos und ohne Louis. Als er wieder zu sich kommt, kann er
sich nicht erinnern, was vorgefallen ist. So geht die Suche nach
Louis ohne weitere Anhaltspunkte auf den Entführer weiter. Jess
steht mittlerweile kurz vor einem Nervenzusammenbruch, ist krank
vor Sorge um ihr Kind. Wer hat Louis in seiner Gewalt? Ein Ring von
Kinderhändlern? Eine verzweifelte Frau, die selbst ein Kind
verloren hat? Oder etwa jemand, der den kleinen Jungen kennt? Und
wer war die Unbekannte, die sie in der Ausstellung auf Louis
angesprochen hatte? Jess weiß nicht, was sie glauben, denken oder
hoffen darf, und dann erhält sie mit der Post Fotos von ihrem Sohn
in neuen Strampelanzügen und mit neuen Spielsachen. Und ihr Bruder
Robbie hinterlässt ihr auf dem Anrufbeantworter die Nachricht, dass
er weiß, wo Louis ist. Doch kurz darauf ist Robbie tot ...
"Claire Seeber versteht den Alptraum einer jeden Mutter
packend und bewegend zu erzählen." The Guardian
"Ein umwerfendes Debüt." The Bookseller
"Verstörende Spannung in vollendeter Form." The Observer
"Claire Seeber versteht den Alptraum einer jeden Mutter
packend und bewegend zu erzählen." -- The Guardian
"Ein umwerfendes Debüt." -- The Bookseller
"Verstörende Spannung in vollendeter Form." -- The
Observer
"Claire Seeber versteht den Alptraum einer jeden Mutter packend und bewegend zu erzählen." (The Guardian)
"Verstörende Spannung in vollendeter Form."
Claire Seeber wurde in London geboren und widmete sich zunächst einer Karriere als Schauspielerin. Danach arbeitete sie als Dokumentarfilmerin und begann schließlich zu schreiben. Neben spannenden Psychothrillern verfasst Claire Seeber auch Beiträge für den »Guardian«, die »Independent on Sunday« und den »Telegraph«. Die Autorin ist verheiratet und hat zwei Söhne.
Leseprobe zu "Morgen früh, wenn Gott will"
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Leseprobe zu "Morgen früh, wenn Gott will" von Claire Seeber
Leseprobe zu "Morgen früh, wenn Gott will" von Claire Seeber
Später dachte ich oft darüber nach, wessen Idee es war, an diesem Tag in die Tate Gallery zu gehen, doch es fiel mir einfach nicht mehr ein. Ich weiß noch, dass wir das schon seit einer Ewigkeit vorhatten, ein paar Monate bestimmt. Und wie ich mich freute, dass Mickey endlich einmal einen Tag frei nehmen konnte, um ihn mit uns zu verbringen. Ich erinnere mich, dass wir fanden, wir sollten mit solch einer raren Gelegenheit etwas Besseres anfangen, als zum hundertsten Mal im Park hinter Louis' Buggy herzutrotten. Auf Mickeys Vorschlag hin gab ich dem Au-pair-Mädchen frei. Ich fand es toll, dass wir einmal nur zu dritt sein würden. Dann fuhren wir mit dem Zug in die Stadt.
Wem also sollte ich die Schuld geben, wenn an diesem Tag meine Welt zerbrach?
Kapitel 1
Es war einer von diesen Sommertagen, die so heiß waren, dass man unwillkürlich jede unweigerlich klebrige Berührung fürchtet - ein stickiger Augustnachmittag, an dem ich mich nach einem kühlenden Regenschauer sehnte. Im Stillen verfluchte ich Maxine, als ich versuchte, die Tasche vom Sand zu reinigen, hartnäckige Körner, die sich zwischen Windeln und auf ewig von Karottenmus gezeichneten Lätzchen eingenistet hatten. Offensichtlich hatte sie von ihrem Ausflug letzte Woche den halben Strand mit in die Tasche gepackt. Nun war alles voller Sand, der sich mit Louis' äußerst sorgfältig zubereiteter Kleinkindnahrung vermengte, die er ohnehin gerade verweigert hatte. Dieses sanfte Rieseln der Körner machte mich allmählich mürbe, denn mittlerweile spürte ich sie in Augen und Mund. Ich zog ein Gesicht und spuckte sie aus, aber meine gute Stimmung war erstmal dahin.
Ich atmete tief durch. Und dann ein zweites Mal. Es war dumm, sich jetzt aufzuregen, sagte ich mir. Ich war einfach nur müde, was Louis nicht wissen konnte und was ihn einfach auch nicht interessierte. Und da er gerade über seinem Mangomus eingenickt war, machte ich die Tasche einfach zu. Eine erschöpft aussehende Frau in einem schrecklichen grünen Batikkleid war gerade dabei, sich ihre Tochter zu schnappen, die sich an den Postkartenständern gegenüber unserem Tisch zu schaffen machte. Sie zog die widerstrebende Kleine hinter sich her, herabfallende Picasso-Postkarten umflatterten das Duo. Das Kind machte sich schwer, um seinen Willen durchzusetzen, sodass die Mutter es auf den Fersen hinter sich her schleifen musste. Das Gesicht der zeternden Kleinen war kreidebleich vor Anstrengung, ein merkwürdiger Kontrast zu ihrer strahlend gelben Miffy-Weste. Kunstliebhaber mittleren Alters warfen den beiden offen missbilligende Blicke zu. (Offensichtlich wünschten sie nicht, dass ihr Ausflug ins Museum von derlei Familiendramen gestört wurde. Nein, danke. Schließlich hatten sie schon frühmorgens den Vorortzug genommen, die Times ordentlich unter den Arm gefaltet, und genossen jetzt ihren Chardonnay mit den Räucherlachssandwiches zum Lunch.) Ich warf der geplagten Mutter einen verständnisinnigen Blick zu als Ausdruck der für mich noch so neuen Solidarität unter Müttern, zu deren Riege ich jetzt unleugbar zählte. Was ich immer noch irgendwie merkwürdig fand, wenn ich daran dachte. Doch die Frau war bereits weg. Aus den Augenwinkeln ließ ich einen schnellen Blick auf den ausnahmsweise einmal schlafenden Louis fallen - für einen winzigen Augenblick sonnte ich mich im Glanz meines stillen, wohlerzogenen Kindes.
Vor einem großen Plakat mit einer Darstellung von Adam und Eva im Paradies fielen sich zwei junge Leute in die Arme und herzten einander unter den Augen eines nackten Adams und einer ebenso unbekleideten Eva. Einen Augenblick lang fragte ich mich, ob dies wohl Freunde oder eher Liebende waren - bis der hübsche Junge mit dem Wuschelkopf seine Hand in den Satin-Rockbund des stämmigen Mädchens gleiten ließ. Mit einem freudigen Seufzer wand sie ihren Körper um ihn, wie die Schlange den Apfelbaum umschlingt.
Meine Gedanken wanderten zur letzten Nacht zurück beziehungsweise zu den frühen Morgenstunden des heutigen Tages, und ich lächelte wieder, dieses Mal über mich. Eine gewisse Scheu überkam mich, als ich daran dachte, wie Mickeys Hand heute Morgen ruhig und fest auf mir gelegen hatte - zum ersten Mal seit Monaten. Ich sah mich nach meinem Mann um. Vielleicht war es das ja. Vielleicht würde wirklich wieder alles so, wie es vorher gewesen war. Ich atmete tief ein und strich mir das Haar aus dem Gesicht. Vielleicht, so dachte ich, würde ich endlich aufhören, mir wie eine Schauspielerin vorzukommen. Zumindest hoffte ich dies inständig. Ich sah wieder mein Baby an, und mein Herz tat einen Sprung. Was ihn anging, gewann ich mit jedem Tag mehr Sicherheit.
Ich musterte die miese Zeichnung, die ich von Louis gemacht hatte, der großen Auges auf all die Lichter starrte, doch wie von selbst rückte Mickeys Kuchenteller ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit. Mickey war immer noch nicht von seinen Erkundungen zurück. Hatte er nicht etwas von "Toilette" gemurmelt? Und so legte ich mein Notizbuch zur Seite und fiel nochmals über seinen Kuchen her. Mit heftiger, wenn auch mit Schuldgefühlen durchmengter Gier hieb ich meine Zähne in die dicke Schokoladenglasur, als sie unerwartet ihre Hand auf meine schmerzende Schulter legte.
Mein Gott, wie bin ich zusammengefahren! Ihre Haut war so kalt, dass es sich seltsam anfühlte, wie ein Brennen, das ich durch die Baumwolle meines Tops hindurch spürte. Ich sprang auf bei dieser vertraulichen Berührung einer vollkommen Fremden. Ich sprang wirklich, wobei ich den heißen Tee über meinen weißen Rock schüttete und mich ordentlich verbrühte. Das alles schien sie nicht zu kümmern. Sie merkte nicht einmal, wie ihre Berührung auf mich gewirkt hatte.
"Ihr Baby", meinte sie und deutete auf den Buggy, auf meinen schlafenden Sohn. Ich lächelte höflich, während ich darüber nachdachte, dass ich nun den ganzen Tag mit einem fleckigen Rock herumlaufen musste und dass der Rock vermutlich ruiniert war.
"Wie hübsch er ist! Es ist doch ein Junge, nicht wahr?" Erst jetzt nahm sie ihre Hand weg und beugte sich zu Louis hinab. Normalerweise hätte ich mich geschmeichelt gefühlt und stolz zugestimmt, hätte mich neben sie gestellt und mit ihr um die Wette gegurrt, doch irgendetwas hielt mich zurück. Sie war mir zu nahe, uns zu nahe, und etwas an ihrem eisblauen Blick störte mich. Ich versuchte, unmerklich meinen Stuhl wegzurücken, doch damit hatte ich sie zwischen mich und das Baby gebracht. Ich wollte nicht unhöflich wirken, aber sie war mir wirklich unheimlich. Obwohl sie durch und durch respektabel wirkte. Dünn wie ein Hering, wie mir sofort auffiel. Was normal sein mag, wenn man von der Schwangerschaft noch das ein oder andere Pfund zu viel auf den Rippen hat. Sie wirkte jugendlich, teures Sommerkleid, Haltung wie ein Rennpferd. Einigermaßen attraktiv, möchte man meinen, auf eine blonde, auffällige Art. Und doch ... ich konnte es einfach nicht erklären. Sie hatte etwas an sich, das ich nicht mochte.
Meine Reflexe waren langsam.
Kundenbewertungen zu "Morgen früh, wenn Gott will" von "Claire Seeber"
2 Kundenbewertungen
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Bewertung von katja aus Schleswig-holstein am 14.06.2009
ausgezeichnet
das buch ist sehr gut geschrieben obwohl in einigen stellen wird es einbisschen lang gezogen,aber ich konnte das buch nicht weglegen ich wollte immer mehr wissen was mit dem kleinen Louis passiert und ob er gefunden wird.
Der Schluss hat mich sehr überrascht.
In den 11 Tagen wo Louis gesucht wird, erleidet die Jessica sehr viel Trauma,was mich sehr zum nach denken gebracht hat.Wieviel ein Mensch ertragen kann,wenn man jemanden das wegnimmt ,was man überalles liebt.
Ich würde das weiter empfehlen, das hat seine 5Sterne verdient.
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