Mordgier / Alex-Delaware-Roman Bd.23 - Kellerman, Jonathan

Jonathan Kellerman 

Mordgier / Alex-Delaware-Roman Bd.23

Deutsche Erstausgabe

Aus d. Amerikan. v. Jochen Stremmel
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Mordgier / Alex-Delaware-Roman Bd.23

Die beiden Toten könnten unterschiedlicher nicht sein: Ella Mancusi war alt, verwitwet und lebte zurückgezogen in ihrem großen Haus. Katrina Shonsky war erst 28, als sie starb - ein Partygirl, das sich bevorzugt mit verheirateten Männern einließ und das Leben in vollen Zügen genoss. Ermittler Milo Sturgis und sein Freund und Kollege, der Psychologe Alex Delaware, werden aber das Gefühl nicht los, dass die beiden Morde zusammenhängen. Und tatsächlich berichten alle Zeugen übereinstimmend von einem großen schwarzen Wagen, der ihnen am jeweiligen Tatort auffiel. Eine erste heiße Spur führt Sturgis und Delaware zu einem als gestohlenen gemeldeten Bentley, der verräterische Blutspuren aufweist, und zu dessen ratlosem Besitzer. Vor allem führt die Spur jedoch in die Vergangenheit und direkt zu zwei anderen, bislang ungelösten Mordfällen ...

Der wohl komplizierteste Fall für den sympathischen Psychologen Dr. Alex Delaware und die Spürnase Milo Sturgis.

"Psychologische Raffinesse, intelligent verpackt in einer atemberaubenden Story." Frankfurter Rundschau über 'Narben'

"Mit dem klinischen Psychologen Alex Delaware hat Jonathan Kellerman einen Meister der Vernehmung geschaffen." Tobias Gohlis, 'Die Zeit'

"Viele Krimis haben entweder einen teuflisch guten Plot oder glaubwürdige Charaktere. Kellerman bildet eine Ausnahme: Bei ihm kommt beides zusammen. Meisterhaft!" USA Today


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 411 S.
  • Seitenzahl: 416
  • Goldmann Taschenbücher Bd.46854
  • Deutsch
  • Abmessung: 189mm x 118mm x 35mm
  • Gewicht: 332g
  • ISBN-13: 9783442468546
  • ISBN-10: 344246854X
  • Best.Nr.: 23822531
"Viele Krimis haben entweder einen teuflisch guten Plot oder glaubwürdige Charaktere. Kellerman bildet eine Ausnahme: Bei ihm kommt beides zusammen. Meisterhaft!" -- USA Today

"Viele Krimis haben entweder einen teuflisch guten Plot oder glaubwürdige Charaktere. Kellerman bildet eine Ausnahme: Bei ihm kommt beides zusammen. Meisterhaft!"

"Viele Krimis haben entweder einen teuflisch guten Plot oder glaubwürdige Charaktere. Kellerman bildet eine Ausnahme: Bei ihm kommt beides zusammen. Meisterhaft!"
Jonathan Kellerman ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Kriminalautoren. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Kinderpsychologe. Seine Reihe mit dem Psychologen Dr. Alex Delaware ist berühmt für höchst einfühlsam entwickelte Figuren und eine raffinierte Handlung: Hochspannung von der ersten bis zur letzen Seite. Dafür ist er unter anderem mit dem "Edgar-Alan-Poe-Award", Amerikas bedeutendstem Krimipreis, ausgezeichnet worden.

Leseprobe zu "Mordgier / Alex-Delaware-Roman Bd.23"

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Leseprobe zu "Mordgier / Alex-Delaware-Roman Bd.23"

Kat verstieß gern gegen die Regeln. Sprich nicht mit Fremden!

Heute Nacht hatte sie mit einer Menge von ihnen gesprochen. Mit ein paar auch getanzt. Wenn man die Art, wie diese Loser sich bewegten, als Tanzen bezeichnen konnte. Die große, beängstigende Konsequenz: ein gequetschter Zeh, den sie einem Loser im roten Hemd zu verdanken hatte.

Sei nicht dumm und trink alles durcheinander!

Wie verhielt es sich dann mit einem Long Island Iced Tea, bei dem im Grunde alles zusammengeschüttet wurde und der den besten Schwips auf der Welt machte?

Heute Nacht hatte sie drei gehabt. Plus die kleinen Gläser Tequila und das Brombeerbier und das Gras, das ihr der Typ in dem Retro-Bowlinghemd angeboten hatte. Ganz zu schweigen von dem ... komm ich jetzt nicht drauf. Egal.

Kein Alkohol am Steuer!

Klar, toller Plan. Was sollte sie heute Nacht machen? Vielleicht einen dieser Loser ihren Mustang nach Hause fahren lassen?

Der Plan hatte so ausgesehen, dass Rianna sich auf zwei Drinks beschränkte und die Frau am Steuer war, damit Kat und Bethie ordentlich einen draufmachen konnten. Nur dass Bethie und Rianna sich mit einem Paar blondierter Typen in nachgemachten Brioni-Hemden zusammentaten. Zwei Brüder, irgendeine Art Surfbretter-Geschäft in Redondo.

Wir haben gedacht, wir feiern vielleicht ein bisschen mit Sean und Matt, kicher, kicher. Wenn du nichts dagegen hast, Kat.

Was hätte sie sagen sollen? Bleibt bei mir, ich bin die ultimative Loserin?

Deshalb war sie jetzt um drei, vier Uhr hier, schwankte aus dem Light My Fire raus und hielt nach ihrem Wagen Ausschau.

Herrgott, es war so dunkel, warum zum Teufel hatten die keine Außenbeleuchtung oder so was ...?

Sie machte drei Schritte, und einer ihrer Bleistiftabsätze verfing sich im Asphalt, und sie stolperte und verdrehte sich fast den Knöchel.

Um ihr Gleichgewicht ringend, richtete sie sich wieder auf.

Von deinen schnellen Reflexen gerettet, Supergirl. Und dank all der Tanzstunden, zu denen man sie gezwungen hatte. Das würde sie Mutter gegenüber allerdings niemals zugeben, um ihrem Blödsinn von wegen Ich-hab-dir's-ja-gesagt keine Nahrung zu geben.

Mutter und ihre Regeln. Kein Weiß nach dem Labor Day. Das war vielleicht sinnvoll in L.A.

Kat machte noch zwei Schritte, und einer der Spaghettiträger an ihrem pflaumenfarbenen Lamé-Top rutschte ihr von der Schulter. Sie ließ ihn so, weil ihr der Kuss der Nacht auf ihrer nackten Haut gefiel.

Da sie sich ein bisschen sexy fühlte, warf sie ihre Haare zurück; dann fiel ihr ein, dass sie sie hatte abschneiden lassen und nicht mehr viel zum Zurückwerfen da war.

Ihr Blickfeld wurde verschwommen - wie viele Long Islands hatte sie verputzt? Vielleicht doch vier.

Sie holte tief Luft, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Dann bewölkte er sich wieder. Und wurde klar. Wie Fensterläden, die auf- und zugemacht wurden. Verrückt, vielleicht war das Gras nicht ganz astrein gewesen ... wo war der Mustang . Sie ging schneller, stolperte erneut, und diesmal waren die Supergirl-Reflexe nicht genug, und sie musste sich irgendwo abstützen - an der Seite eines Wagens ... nicht ihrer, ein beschissener kleiner Honda oder so ... Wo war der Mustang?

Da nur noch ein paar Wagen auf dem Parkplatz standen, hätte er einfach zu sehen sein müssen. Aber die Dunkelheit vermasselte alles ... weil die Loser, denen das Light My Fire gehörte, zu verdammt knickrig waren, um ein paar Scheinwerfer anzuschaffen - als ob sie nicht genug damit einsacken würden, dass sie die Leute hineinpferchten, die Türsteher und Absperrseile ein Witz.

Knickrige Scheißkerle. Wie alle Männer.

Abgesehen von Royal. Wer hätte das gedacht, dass Mutter schließlich das große Los ziehen würde? Wer hätte sich träumen lassen, dass das alte Mädchen es draufhatte?

Kat musste laut lachen bei der Vorstellung. Etwas auf Mutter drauf.

Nicht sehr wahrscheinlich, Royal war alle zehn Minuten auf dem Klo. Bedeutete das nicht, dass seine Prostata im Arsch war?

Sie taumelte über den tintenschwarzen Parkplatz. Der Himmel war so dunkel, dass sie nicht mal den Maschendrahtzaun sehen konnte, der den Parkplatz umgab, und die Lagerhäuser und Blechbaracken auch nicht, aus denen diese Scheißumgebung bestand.

Die Website der Disco behauptete, sie läge in Brentwood. Eher in der behaarten, stinkenden Achselhöhle von West L.A. ... Okay, da stand er, ihr blöder Mustang.

Sie eilte auf den Wagen zu, wobei ihre Absätze auf dem unebenen Asphalt klapperten. Jedes Auftreten löste kleine Echos aus, die sie an die Zeit erinnerten, als sie sieben war und ihre Mutter sie zwang, Steppunterricht zu nehmen.

Als sie schließlich am Wagen ankam, kramte sie in ihrer Handtasche nach den Schlüsseln, fand sie. Und ließ sie fallen.

Sie hörte das Klirren, mit dem sie landeten, aber es war zu dunkel, um sehen zu können, wo sie lagen. Sie bückte sich tief, schwankte, stützte sich mit einer Hand am Boden ab und tastete mit der anderen.

Nichts.

Sie hockte sich hin und roch irgendwas Chemisches -Sprit, wie wenn man den Wagen volltankt und, egal wie oft man sich nachher die Finger wäscht, den Gestank nicht mehr loswird.

Ein Leck in der Leitung? Das hatte ja gerade noch gefehlt.

Sechstausend Meilen, und der Wagen hatte ihr nur Probleme gemacht. Zuerst hatte sie gedacht, er wäre cool, aber dann beschloss sie, es sei eine lahme Kiste, und stellte die Zahlungen ein. Sollten sie sich den Wagen doch zurückholen. Wäre nicht das erste Mal.

Wir haben uns um die Anzahlung gekümmert, Katrina. Du musstest nur noch daran denken, am Fünfzehnten jedes Monats ...

Wo waren die gottverdammten Schlüssel? Sie schürfte sich auf dem Boden die Knöchel auf. Ein falscher Fingernagel brach ab, und sie hätte am liebsten losgeheult.

Ah, hab sie!

Sie kam mühsam auf die Beine, drückte auf den Entriegelungsknopf, ließ sich auf den Fahrersitz fallen und drehte den Zündschlüssel herum. Der Motor bockte, dann sprang er an, und schon geht's los, Supergirl, sie fuhr hinaus in die schwarze Nacht - ach ja, mach die Scheinwerfer an.

Langsam rollte sie mit der übertriebenen Vorsicht einer Betrunkenen über den Asphalt, verfehlte die Ausfahrt und setzte zurück. Sie bog nach Süden auf die Corinth Avenue und blieb darauf bis zum Pico. Der Boulevard war total leer, und sie bog darauf ein. Übersteuerte, landete auf der falschen Straßenseite, schwenkte zurück und glich aus und bekam den blöden Wagen schließlich auf die richtige Spur.

Am Sepulveda näherte sie sich einer roten Ampel.

Keine Autos an der Kreuzung. Keine Cops.

Sie fuhr durch.

Nach Norden rauschend, kam sie sich frei vor, als ob ihr die ganze Stadt - die ganze Welt gehörte.

Als hätte jemand eine Atombombe abgeworfen und sie wäre die letzte Überlebende.

Wäre das nicht cool, sie könnte rüber nach Beverly Hills fahren, an Trillionen von roten Ampeln vorbeidüsen, in den Tiffany-Laden am Rodeo Drive reinmarschieren und abräumen, was sie wollte.

Ein Planet ohne Leute. Sie lachte.

Sie überquerte den Santa Monica und den Wilshire und fuhr weiter, bis der Sepulveda zum Pass wurde. Links von ihr war der Freeway 405, nur vereinzelte Rücklichter. Auf der anderen Seite ein Hang, der in einen mondlosen Himmel überging.

Keine Lichter brannten in den Trillionen-Dollar-Häusern voller schlafender reicher Leute. Die gleichen Idioten, mit denen sie im La Femme zu tun hatte.

Frauen wie ihre Mutter, die so taten, als wären sie nicht voller Runzeln oder fett wie Schweine.

Beim Denken an die Arbeit verkrampfte sich Kat innerlich und machte ein paar tiefe Atemzüge. Dabei musste sie wirklich laut rülpsen, worauf sie in Gelächter ausbrach und schneller fuhr.

Bei diesem Tempo würde sie schon bald vor ihrem Apartment ankommen.

Blöde kleine Bruchbude in Van Nuys, aber sie erzählte allen, das Teil läge in Sherman Oaks, weil es an der Grenze lag - und wen kümmerte das schon?Plötzlich schlossen sich ihre Augen, und sie musste sich wieder wachschütteln. Ein fester Tritt auf das Gaspedal, und der Wagen schoss vorwärts.

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