Mord in der Josefstadt - Urban, Milos

Milos Urban 

Mord in der Josefstadt

Ein Kriminalroman aus dem alten Prag

Aus d. Tschech. v. Kraetsch, Mirko
Broschiertes Buch
 
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Mord in der Josefstadt

"Die tschechische Antwort auf Umberto Eco!" -- Radio Praha

Die Prager Josefstadt, Ende des 19. Jahrhunderts: Immer wieder werden Prostituierte tot aufgefunden. Der Serienmörder, so munkelt man, sei eine abgründige Gestalt aus der jüdischen Mythologie: der monströse Kleinfleisch. Aber Adi, ein Dandy aus gutem Hause mit einer Schwäche für Absinth, Heroinpillen und leichte Mädchen, stößt bei seinen nächtlichen Streifzügen durchs Viertel auf eine andere Spur. Und eines Nachts steht er dem gesichtslosen Mörder plötzlich gegenüber


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 380 S. 190 mm
  • Seitenzahl: 380
  • rororo Taschenbücher Nr.25451
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 115mm x 28mm
  • Gewicht: 312g
  • ISBN-13: 9783499254512
  • ISBN-10: 3499254514
  • Best.Nr.: 33389213
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.01.2011

Wie Prag niemals war

Seit Umberto Eco und Dan Brown sind Kriminalromane beliebt, die neben dem Mord auch historisches Kolorit und Geschichtskunde bieten. Es war eine Frage der Zeit, bis das geschichtsträchtige Prag zur Krimikulisse werden würde. Im neunzehnten Jahrhundert gehörte Böhmen zur Habsburgmonarchie, und wie in allen Kronländern regte sich in Prag Nationalismus. Das führte in der Stadt zu besonderen Spannungen, weil ihre multikulturellen Einwohner die Dominanz eines Volksteils (der Tschechen) nur schwer ertragen konnten. Juden, Deutsche und Tschechen lebten in einem Spannungsverhältnis. Darin siedelt Milos Urban seine Geschichte um rätselhafte Frauenmorde an, die sich im damaligen Rotlichtviertel der Josefstadt abspielen. Während der Krimiplot schnell durchschaut ist, ärgert die Darstellung der ethnischen Verhältnisse in der Stadt. Abgebildet wird sie durch das Monokel eines Adeligen, der den Abriss der Bordelle durch die Stadt verhindern will. Am Ende sind es korrupte Regenten, die mit habsburgischen Provokateuren als Schuldige dastehen. Politische und ethnische Spannungen werden zur Kolportage einer unglaubwürdigen Spukgeschichte. Statt den …

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Milos Urban, geboren 1967 in Sokolov/Westböhmen, Studium der Anglistik und Nordistik in Prag und Oxford. Er lebt als freier Autor und Übersetzer in Prag.

Kundenbewertungen zu "Mord in der Josefstadt" von "Milos Urban"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** sehr gut)
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Bewertung von tassieteufel am 15.05.2012 ***** weniger gut
Prag Ende des 19. Jahrhunderts, die alte Judenstadt, auch als Josefsstadt bekannt, soll mit all ihren uralten Häuschen und engen, dunkeln Gassen der Assanierung zum Opfer fallen. Der Stadtrat will hier angeblich Schmutz und Krankheit beseitigen und ein modernes Stadtbild schaffen. Natürlich sind viele Prager, zuallererst die Bewohner des Viertels damit nicht einverstanden und es kommt zu allerlei Aufruhr. In diesem Szenario geschehen grausame Morde an Prostituierten, die das ganze Viertel in Angst und Schrecken versetzen. In dem Mörder vermutet man Kleinfleisch, eine Gestalt der jüdischen Mythologie.
Graf Arco, genannt Adi, ein junger Adliger, der dem Müßiggang frönt, eine Vorliebe für Prostituierte hat und sich auf Grund einer Lungenkrankheit einem neuartigen Medikament namens Hydrochlor hingibt, begegnet dem Unhold eines Nachts und macht sich auf die Jagd nach dem Mörder.

Was für ein langatmiges und zähes Buch! Selten habe ich etwas gelesen, was den Namen Krimi weniger verdient hätte! Bevor überhaupt mal ein Mord passiert, vergeht ein Drittel des Buches und selbst als dann ab und an mal wieder ein Opfer gefunden wird, wird das eigentlich nur am Rande erwähnt, von Ermittlungsarbeit auch keine Spur und schon gar nicht von Seiten Graf Arcos. Von dieser Seite war das Buch also schon mal sehr enttäuschend. Das erste Drittel vergeht mit Adis lottrigem Leben mit diversen Freudenmädchen und seinen anderen Vergnügungen. Immer für eine gewisse Zeit hält er sich eine junge Frau als Geliebte, die er dann in die Prostituion entläßt, sobald er ihrer überdrüssig geworden ist und noch während er mit der einen zusammen ist, hängt er in Gedanken schon bei der nächsten. Ein Zug der ihn für mich nicht sonderlich sympathisch gemacht hat. Das er bei seiner letzten Geliebten plötzlich Skrupel bekommt und sie dann als Dienstmädchen behält, mildert diesen Eindruck nur unwesentlich ab.
Ganz gelungen sind die Schilderungen von der alten Josefsstadt, doch auch hier hat mir bei all der Detailtreue einfach die Atmosphäre gefehlt. Mit Kleinfleisch treibt sich ja ein wahres Ungeheuer in den finstren Gassen herum, doch von der Angst und dem Schrecken die dieses mythische Wesen verbreiten sollte, ist im ganzen Buch nichts zu spüren. Da wird sich mehr über den Abriss eines Hauses echauffiert, als über eine tote Prostituierte. Überhaupt nahmen die Dispute über den Sprachenstreits zwischen Deutschen und Böhmen und andere patriotische Bestrebungen wesentlich mehr Raum ein, als die mehr als dürftige Krimihandlung, die quasi nicht existent ist. Den Klappentext kann man daher wohl nur als irreführend bezeichnen, vermittelte er doch den Eindruck, man würde hier einen spannenden historischen Krimi zu lesen bekommen. Ein Spannungsbogen ist aber überhaupt nicht vorhanden. Für mich war das ein Fehlschlag auf ganzer Linie und ich hab das Buch nur zu Ende gelesen, weil ich eine unverbesserliche Optimistin bin, die halt immer hofft, es würde noch besser werden..............

FaziT: frei von jeglicher Spannung und in keiner Weise als Krimi zu bezeichnen! Wer etwas über die politischen und patriotischen Bestrebungen in Böhmen des 19. Jh. lesen will, wird hier vielleicht mehr Freude haben als jemand der einen spannenden Krimi erwartet.

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 19.08.2010 ***** ausgezeichnet
Dieser Krimi führt uns in die in der Rückschau uns so gemütlich vorkommende Zeit der K. und K. Monarchie zurück. Die Romanhandlung spielt in Prag am Ende des 19. Jahrhunderts.

In der Josefstadt wird eine Prostituierte nach der anderen tot aufgefunden. Ein junger kranker, gut betuchter Mann beobachtet das Geschehen sehr interessiert.

Der an Tuberkulose erkrankte Adi hat selbst eine Geliebte, die ebenfalls ermordet wird. Jetzt ergreift Adi die Initiative. Er selbst beginnt den Mörder zu jagen.

Viele Juden wohnten zur damaligen Zeit in Prag. Unter ihnen wird der Mörder vermutet. Kleinfleisch, eine hässliche Gestalt aus der jüdischen Mythologie wird verdächtigt . . .

Aber ist Kleinfleisch wirklich der Mörder? Eine weitere Prostituierte wird ermordet aufgefunden. Adi ist dem Mörder dicht auf der Spur. Einzigartig wie Milos Urban die Szene beschreibt in der Adi den Mörder erblickt.

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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