Mord auf der Leviathan - Akunin, Boris

Boris Akunin 

Mord auf der Leviathan

Fandorin ermittelt. Roman. Aus d. Russ. v. Renate und Thomas Reschke

Aus d. Russ. v. Renate und Thomas Reschke
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Mord auf der Leviathan

Als James Bond des 19. Jahrhunderts hat Detektiv Fandorin auch bei uns Kultstatus erlangt. Die ersten beiden Bände seiner Abenteuer erreichten über 50.000 Krimi-Fans. Seinen dritten Fall löst Fandorin auf dem Luxusschi8 "Leviathan", mit dem er 1878 unterwegs nach Japan ist. Dort begegnet er dem Kommissar Gosch, der versucht, ein Jahrhundertverbrechen aufzuklären: In Paris wurden Lord Littlebee, sieben seiner Bediensteten und zwei Kinder ermordet. Gosch lädt alle Tatverdächtigen an seinen Tisch, darunter auch den gerade zugestiegenen, geheimnisvollen Russen: Fandorin. Mit ungewöhnlichen Methoden schaltet der sich in die Ermittlungen ein ... "Boris Akunin setzt auf Tempo und feine Ironie. Empfehlenswert." Westdeutsche Allgemeine Zeitung.

Als "James Bond des 19. Jahrhunderts" hat Detektiv Fandorin Kultstatus erlangt.
Sein neuester Fall führt ihn auf das Luxusschiff "Leviathan", das 1878 auf Jungfernfahrt nach Kalkutta ist. Dort begegnet er dem französischen Kommissar Coche, der ein Jahrhundertverbrechen aufklären will: In Paris wurden Lord Littleby, ein Sammler orientalischer Kostbarkeiten, sieben seiner Bediensteten und zwei Kinder ermordet. Coche hat alle Tatverdächtigen an seinen Tisch geladen - auch den geheimnisvollen Russen Fandorin. Mit ungewöhnlichen Methoden schaltet dieser sich in die Ermittlungen ein.


Produktinformation

  • Verlag: Aufbau TB
  • 2007
  • 5. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 280 S.
  • Seitenzahl: 280
  • Aufbau Taschenbücher Bd.1762
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 116mm x 25mm
  • Gewicht: 238g
  • ISBN-13: 9783746617626
  • ISBN-10: 3746617626
  • Best.Nr.: 10316906
kulturnews - RezensionBesprechung
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(c) bunkverlag
Der 19-jährige Erast Fandorin ist Schriftführer in einer Moskauer Polizeistube und befasst sich in seinem ersten Fall mit einer merkwürdigen Serie von Selbstmorden. Schnell gehen die Ermittlungen über die Landesgrenzen hinaus. Mit großem Engagement liest Johannes Steck den Roman des 1958 geborenen Boris Akunin alias Grigori Tschchartischwili. Mit Gespür für Stimmung und Situation verzichtet Steck auf ausgefallene verbale Rollenspiele, und die Originalmusik von Michael Ernst sorgt für passende Untermalung. Da will man gleich mit dem zweiten Teil "Der Tote im Salonwagen" weiter machen. (rs)

Feinste Krimikost<br /> Wer auch nur einen der bisher erschienenen Erast Petrowitsch Fandorin Krimis des Russen Boris Akunin kennt, weiß, dass auch der dritte Band feinste Krimikost bieten wird. Was natürlich auch diesmal wieder stimmt!<br /> Ein Mord beispielloser Grausamkeit erschüttert die feine Welt: 10 Tote für eine unverkäufliche goldene Götterstatue, die noch dazu kurze Zeit später wieder aufgefunden wird und einen Tuchfetzen! Während die Öffentlichkeit den Mord für die Tat eines Wahnsinnigen hält, hat Kommissar Coche guten Grund zur Annahme, dass sich der Mörder an Bord der "Leviathan" aufhält, einem britischen Luxusdampfer auf der Jungfernfahrt...<br /> Boris Akunin lässt den Leser aus der Sicht der verschiedenen Verdächtigen und Detektive an der Krimihandlung teilhaben, so dass sich erst durch die unterschiedlichen Perspektiven die vielen Steinchen im Puzzle zuordnen lassen.<br /> Spannung gross geschrieben<br /> Doch Akunin wird nicht umsonst als Russlands Schriftsteller des Jahres verehrt: Seine Fälle sind stets sehr komplex und auf mehreren Ebenen angelegt, so dass Freunde spannender Rätselkrimis voll auf ihre Kosten kommen. Auch hier werden nicht weniger als drei Lösungen angeboten und wieder verworfen, bis Fandorin endlich in einem hochspannenden vierten Finale den wahren Täter präsentiert!<br /> Ein weiterer Vorzug dieser Romane ist der unterhaltsame Humor Akunins, der jede einzelne Seite und somit die Erzählungen jedes einzelnen der schillernden Charaktere zu einem wahren Lesevergnügen macht.<br /> Sein Held bleibt dabei unergründlich wie eh und je, immer auf der Seite der Wahrheit und der unschuldig Beschuldigten, muss er sein Privatleben völlig unterordnen. Doch zumindest auf eine zeitweilige Beziehung besteht diesmal Hoffnung ;-)): Erhält er doch eindeutige Avancen einer Frau, die er auch zu erwidern scheint...<br /> Nicht mehr lange ein Geheimtipp<br /> Wir können Boris Akunin nur dankbar sein, dass er sich auf der Suche nach neuer Abwechslung (nach Karten- und strategischen Computerspielen) dem Schreiben von Kriminalromanen zuwandte: sonst wäre dem geneigten Krimileser eine exquisite historische (und mittlerweile im Russischen bereits 10 Bände umfassende!) Krimiserie entgangen, die nicht mehr lange ein Geheimtipp bleiben dürfte. <br /> (Kathrin Hanik, www.krimi-forum.de)<br/><br/>"Boris Akunin setzt auf Tempo und feine Ironie. Empfehlenswert." (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)<br/><br/>

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

B. Akunin nennt sich der Autor, der im wirklichen Leben Grigori Tschchartischwili heißt und Literaturwissenschaftler ist. Aber was ist schon das wirkliche Leben, wenn es um eine Serie von Kriminalromanen rund um den Ermittler Erast Fadorin geht, deren Umfeld längst über die zwischen Buchdeckel gesperrte Geschichten hinaus ins Internet gewuchert ist, wo unter Mitwirkung des Autors die Fadorin-Welt ins Enzyklopädische ausufert. Die Romane spielen gegen Ende des 19. Jahrhunderts und sind auf den ersten Blick nach dem englischen Strickmuster gearbeitet, nach dessen Vorgaben der Ermittler Fadorin den Kreis der Verdächtigen so lange analysiert, bis er den Täter gefunden hat. Akunin aber inszeniert das, so der Rezensent Dirk Uffelmann, als "viel-stimmiges Verwirrspiel", das mit vorgelegten Pseudo-Dokumenten und diversen Ich-Erzählern jene Spiele mit der Autorschaft beginne, die sich im Internet dann konsequent fortsetzen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Boris Akunin ist das Pseudonym des Moskauer Philologen, Kritikers, Essayisten und Übersetzers Grigori Tschchartischwili (geboren 1956). 1998 veröffentlichte er seine ersten Kriminalromane, die ihn in kürzester Zeit zu einem der meistgelesenen Autoren in Rußland machten. Heute schreibt er gleichzeitig an drei verschiedenen Serien und genießt in seiner Heimat geradezu legendäre Popularität. 2001 wurde er in Rußland zum Schriftsteller des Jahres gekürt, seine Bücher wurden bereits in 17 Sprachen übersetzt, weltweit wurden etwa 6 Millionen davon verkauft.
"Ich spiele leidenschaftlich gern. Früher habe ich Karten gespielt, dann strategische Computerspiele. Schließlich stellte sich heraus, daß Krimis schreiben noch viel spannender ist als Computerspiele. Meine ersten drei Krimis habe ich zur Entspannung geschrieben ... " (Akunin in einem Interview mit der Zeitschrift Ogonjok)


Leseprobe zu "Mord auf der Leviathan" von Boris Akunin

Das Erscheinen des neuen Passagiers im Salon kam einer kleinen Sensation gleich, denn während der Reise waren alle schon einander recht überdrüssig geworden, und nun zeigte sich ein frischer Herr, noch dazu ein so imposanter. Nach dem armen Monsieur Boileau, Vertreter einer Zwischenstufe der Evolution, fragte niemand. Der Kommissar vermerkte, daß die alte Jungfer Clarissa Stomp am lebhaftesten reagierte ? sie kam plötzlich auf Künstler, Theater und Literatur zu sprechen. Coche selbst setzte sich in seiner Freizeit gern mit einem Buch in seinen Sessel, wobei er allen anderen Autoren Victor Hugo vorzog, der war lebensecht und erhaben und anrührend. Und nach der Lektüre schlief man bestens. Aber von den russischen Autoren mit den zischelnden Namen hatte Coche natürlich nie gehört, da konnte er nicht mitreden. Allerdings mühte sich die englische Schrulle vergebens, Monsieur Fandorin war viel zu jung für sie.
Renate Kleber blieb ebenfalls nicht untätig, sie unternahm den Versuch, den Neuling in die Zahl der ihr dienstbaren Männer einzureihen, die sie gnadenlos scheuchte, ihr mal den Schirm, mal den Schal, mal ein Glas Wasser zu holen. Schon fünf Minuten nach Beginn des Abendessens weihte sie den Russen in alle Peripetien ihres delikaten Zustands ein, klagte über Migräne und bat Fandorin, Doktor Truffo zu holen, der sich heute verspätete. Aber der Diplomat schien sogleich erkannt zu haben, mit wem er es zu tun hatte, denn er wandte höflich ein, daß er den Doktor nicht von Angesicht kenne. Den Auftrag auszuführen beeilte sich Leutnant Regnier, die ergebenste Kinderfrau der schwangeren Bankiersgattin. Der erste Eindruck von Erast Fandorin sah so aus: wortkarg, zurückhaltend, höflich. Für Coches Geschmack war er gar zu geschniegelt. Der gestärkte Kragen stand wie aus Alabaster, in dem seidenen Halstuch steckte eine Perlnadel, und im Knopfloch des Revers prangte (ach du Donner) eine blutrote Nelke. Das Haar war sorgfältig gescheitelt und gekämmt, die Fingernägel waren gepflegt, und der schmale schwarze Schnurrbart sah aus wie mit Kohlestift gezeichnet.
Aus dem Schnurrbart eines Mannes lassen sich viele Schlüsse ziehen. Wenn er so aussieht wie bei Coche ? walroßartig, an den Mundwinkeln herabhängend ?, ist der Mann gescheit, kennt seinen Wert, ist kein Leichtfuß, mit Talmi nicht zu ködern. Ist er aufwärts gezwirbelt, noch dazu spitz auslaufend, dann ist sein Träger ein Schürzenjäger und Bon-vivant. Geht er in den Backenbart über, so ist sein Besitzer ehrgeizig und träumt davon, General, Senator oder Bankier zu werden. Nun, und ein Schnurrbart wie der Fandorins deutet auf eine romantische Vorstellung von der eigenen Person.

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