Montauk - Frisch, Max

Max Frisch 

Montauk

Eine Erzählung

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Montauk

Montauk ist ein indianischer Name, er bezeichnet die nördliche Spitze von Long Island, hundertzehn Meilen von Manhattan entfernt; dort findet das Wochenende statt, das erzählt wird.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 206 S.
  • Seitenzahl: 206
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.4237
  • Deutsch
  • Abmessung: 176mm x 108mm x 14mm
  • Gewicht: 136g
  • ISBN-13: 9783518462379
  • ISBN-10: 3518462377
  • Best.Nr.: 32454058
"Zu der Zeit der Erstveröffentlichung 1975 war sich die Kritik einig, dass das Verhältnis von Mann und Frau von keinem deutschsprachigen Schriftsteller mit diesem Maß an Offenheit beschrieben wurde. Doch warum soll man Montauk heute wieder lesen? Es ist ein Schlüssel zu Frischs Werk - so einfach ist es mit diesem schmalen Band. ... Frisch wollte im Sinne eines gesellschaftlichen Fortschritts und im Sinne der Humanität wirken. Dazu gehört, über sich selbst und sein Leben und sein Lieben nachzudenken. In Montauk können wir nachlesen, wie so etwas geht."
Wolfgang Schäuble Die Welt

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.07.2003

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Wo es im Urlaub am schönsten ist und welche Lektüre unbedingt mitmuß: Eine Weltreise mit 21 Büchern / Illustration: Tim Dinter

Auckland.

Mancher wird sagen, daß Lord Jim doch nie nach Auckland gekommen ist. Ich aber sage, man muß nur Joseph Conrad beim Wort nehmen: "In den entlegensten Winkeln der Welt erinnerte sich Marlow später oft und gerne an Jim." Und entlegener als Neuseeland ist aus deutscher Sicht nun einmal nichts auf dieser Welt. Je antipodischer die Umgebung bei der Lektüre von Conrads Büchern ist, desto besser. Also lese ich "Lord Jim" in Auckland, jener Stadt, deren Lebensfreude und Topographie dem Erzählideal von Marlow entspricht: "Nichts leichter, als zweihundert Fuß überm Meer von Master Jim zu erzählen - nach einer guten, ausgiebigen Mahlzeit und mit einer Kiste köstlicher Zigarren zu gefälliger Entnahme." Ergänzen wir noch einen ordentlichen Wein aus Hawke's Bay, und schon werden wir mit dem französischen Kapitänleutnant aus Marlows Bekanntschaft ausrufen: "Mon dieu! Wie die Zeit vergeht!" Conrad behauptet im Vorwort übrigens, Marlows mehr als 370 Seiten umfassende …

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»Ein egoistisches Buch? Gewiss. Aber auch eines, das den Mut aufbringt, grenzenlos persönlich zu werden. … Diesmal ist das Schreiben der Versuch, das Glück ewig zu erleben, das Glück der letzten, rauschhaften Liebe.«

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

So muss sie sich anhören, eine Hörbuchproduktion. Keinen Zweifel lässt Wolfgang Schneider: Der performative Zugewinn gegenüber dem Buch "Montauk" von Max Frisch ist hier beträchtlich. Dabei hat das "Erzählkunststück" schon viel zu bieten, wie Schneider uns erinnert: Die ganze Nachdenklichkeit und Zeitentiefe eines Spätwerks steckt darin, meint er, wenn Frisch das Alter, die Schriftstellerei und die Liebe (etwa zu Ingeborg Bachmann) reflektiert. Dass der sehr persönliche Text jetzt eine Stimme bekommt, erscheint Schneider folgerichtig, dass diese Stimme Felix von Manteuffel gehört, hält er für einen Glücksfall erster Klasse. Schneider kann Manteuffels Nase fürs Introspektive und sein "feines Spektrum an Ausdrucksmitteln" gar nicht genug loben. Wer wollte schon die Altersmilde plaudern hören?! Viel lieber ist Schneider der konzentrierte, strenge Ton, der Frischs Schonungslosigkeit mit sich selbst, aber auch seiner Ironie und den aphoristischen Qualitäten des Textes, wie er findet, entspricht. Um diesem Sprachkunstwerk zwischendrin nachzuhorchen, hätte Schneider es ganz schön gefunden - das Sahnehäubchen -, wären die Pausen zwischen den Erzählsegmenten deutlicher ausgefallen.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Felix von Manteuffel als Sprecher dieses Textes ist ein Glücksfall: Durch seine Sprech-Kunst wird das Werk zum Sprecherlebnis." Die Welt

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"Zu der Zeit der Erstveröffentlichung 1975 war sich die Kritik einig, dass das Verhältnis von Mann und Frau von keinem deutschsprachigen Schriftsteller mit diesem Maß an Offenheit beschrieben wurde. Doch warum soll man Montauk heute wieder lesen? Es ist ein Schlüssel zu Frischs Werk - so einfach ist es mit diesem schmalen Band. ... Frisch wollte im Sinne eines gesellschaftlichen Fortschritts und im Sinne der Humanität wirken. Dazu gehört, über sich selbst und sein Leben und sein Lieben nachzudenken. In Montauk können wir nachlesen, wie so etwas geht."
Wolfgang Schäuble Die Welt

»Ein egoistisches Buch? Gewiss. Aber auch eines, das den Mut aufbringt, grenzenlos persönlich zu werden. … Diesmal ist das Schreiben der Versuch, das Glück ewig zu erleben, das Glück der letzten, rauschhaften Liebe.«
Max Frisch, 15. Mai 1911- 4. April 1991, studierte Germanistik an der Universität Zürich (1930-34) und Architektur an der ETH Zürich (1936-40). Ab 1931 arbeitete er als Journalist, später als freier Schriftsteller. Seine zahlreichen Auslandsreisen führten ihn u.a. 1951/52 für einen längeren Aufenthalt in die USA. Max Frisch hat ein großes literarisches Werk geschaffen, das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, unter anderem 1958 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1976 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Kundenbewertungen zu "Montauk" von "Max Frisch"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
(1)
***** sehr gut
***** gut
***** weniger gut
 
(1)
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Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 19.04.2012 ***** weniger gut
Vom 11. Bis 12. Mai 1974 unternimmt der Erzähler, der/ein Autor, eine Lesereise nach NY. Der 63. Jahre alte Herr verguckt sich in die 31 Jahre alte Verlagsangestellte Lynn, die ihn betreuen soll, aber keines seiner Bücher gelesen hat. Die beiden unternehmen einen Wochenendausflug nach Long Island nach Montauk und haben eine kurze Affäre.

Das könnte eine nette Geschichte sein, aber nicht ohne Grund leiden Schüler seit Jahrzehnten unter den Erzählungen von Max Frisch, ich bin da keine Ausnahme. Ich fand als Schüler Homo Faber unsäglich langweilig und die Geschichten werden auch mit dem eigenen Alter nicht besser. Kurzum, es geht in dieser autobiographischen Geschichte darum, dass ein alternder, zweimal geschiedener Mann über sich, die Welt, die Vergangenheit reflektiert und sich in eine Frau verguckt, die seine Tochter sein könnte. Nichts Neues, nicht spannend und nicht neu. Passiert jeden Tag aufs Neue und die Männer fragen sich dann, warum die junge Frau nichts von ihm will. OK, Frisch hat Glück, Lynn lässt sich auf ein Wochenende mit ihm ein und natürlich veröffentlicht er diese Affäre brühwarm mit wahrscheinlich aus datenschutztechnischen Gründen geänderten Namen, was seine Ex natürlich alles andere als begeistert. Die nennt es Literaturkritik, die Figur der Lynn sei nicht plastisch genug, die Geschichte trägt nicht. Stimmt, die Geschichte trägt nicht, aber sie scheint mit dieser Meinung allein zu stehen.
Es mag ja sein, dass man zu der Zeit, als das Buch 1975 erschien, noch darüber diskutierte wie viel aus seinem Privatleben man preisgeben darf, dass diese Nabelschau eines alternden Schriftstellers die Gemüter erregte. In Zeiten des Internets, von Blogs und Facebook ist diese Geschichte mehr als überholt und eine von vielen Nabelschauen alter Schriftsteller, die über ihre Vergangenheit sinnieren, das Alter, ihren Erfolg und dessen Wirkung auf Neider. Frisch gibt Details aus seinem Leben preis, so. z. Bsp. über den Tod und das Sterben seiner Mutter, seine Impotenz und vier Schwangerschaftsabbrüche bei drei Frauen. Ja und?! Wen interessiert das? Seit wann ist das hohe Literatur oder hat der Zeitgeist dieses Buch einfach nur überholt? War Frisch einfach nur ein Vorreiter und ist diese Geschichte daher ein Meisterwerk, nur weil er 30 Jahre seiner Zeit vorraus war und selber gebeichtet hat, bevor es in einem Bouevardblatt landete?
Zum 100. Geburtstag von Max Frisch sah sich der SWR dazu bemüßigt, aus diesem unsäglich langweiligen blogartigen Buch der 70er ein zweiteiliges Hörspiel zu machen, das am 8. und 15. Mai 2012 im SWR2 gesendet wurde.
Als wäre diese Erzählung nicht schon nervig genug, mit ihren Zeitsprüngen und unzusammenhängenden Erzählweise und so gut wie nicht vorhandener Handlung außer dem Selbstmittleid eines alten Mannes, nein, hier wurden noch Briefe der Ex (Marianne Frisch) und eines Kollegen (Uwe Johnson) mit eingewoben, die sich in geschwollenen pseudointellektuellen Ergüssen über dieses Werk in brieflicher Form austauschen, nach dem Motto, je geschraubter desto besser. Hautsächlich geht es darum, wie privat darf eine Veröffentlichung sein? Ein heutzutage mehr als überholtes Thema, wo bei Facebook gepostet wird, wenn man mal aufs Klo muss.
Angeblich ist diese Erzählung der Höhepunkt des Prosawerkes von Max Frisch, eine "Buch über die Liebe“, ein "radikal subjektives Stück Literatur", das bis heute Maßstäbe setzt. Ich fand es nur unsäglich platt, langweilig und überflüssig, so mancher aktueller Blog ist fesselnder.
Ich dachte, dass es einen Grund haben muss, warum man in der Schule mit Max Frisch gequält wird. Ich dachte, ich war einfach zu jung, ich hätte die Schullektüren nicht verstanden. Ich dachte, wenn man älter ist, sind das bestimmt hochgeistige Bücher. Ich musste leider feststellen, nicht alles was gelobt wird ist auch wirklich gut. Montauk reiht sich mit Dojczland in die Reihe unnötige Ergüsse alternder Schriftsteller, die eine Nabelschau veröffentlichen, ein.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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Bewertung von Lesekreis aus Berlin am 26.08.2011 ***** ausgezeichnet
Frischs Erzählung berichtet von einer Liebe auf Zeit des Autors zu einer über dreißig Jahre jüngeren Frau. Sie wird Anlass, das Leben, seine Beziehungen zu Frauen, seinen Beruf, seine Angst vor dem Alter zu erinnern. Mit Montaigne zu sprechen, von dem das Motto zu "Montauk" stammt, ein "aufrichtiges Buch" für Frisch-Kenner und Leser, die nicht nur das Werk, sondern auch den Autor kennenlernen wollen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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