Mörderische Identitäten - Maalouf, Amin

Amin Maalouf 

Mörderische Identitäten

Essay

Aus d. Französ. v. Christian Hansen
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Mörderische Identitäten

Amin Maalouf, in Frankreich lebender arabischer Christ, beobachtet die mörderischen Auswirkungen von Fundamentalismus und ängstlicher, reflexhafter Ausgrenzung des Anderen. Sein Essay ist ein Appell an Toleranz, Integration und Pluralität.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • 5. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 143 S.
  • Seitenzahl: 160
  • Edition Suhrkamp Nr.2159
  • Best.Nr. des Verlages: 12159
  • Deutsch
  • Abmessung: 179mm x 109mm x 12mm
  • Gewicht: 101g
  • ISBN-13: 9783518121597
  • ISBN-10: 3518121596
  • Best.Nr.: 08557731
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.02.2001

Du hast eine Genehmigung, Herr?
Auf dem Basar der Identitäten: Amin Maalouf verteidigt das osmanische Geistesmarktregiment

Das Nachdenken über Toleranz zeichnet sich dadurch aus, daß es erst am konkreten Fall seine übliche Langeweile verliert. So sollte man sich von der Allerweltsmetaphorik in den Anfangskapiteln dieses Buchs - die wie ein Trommelfell in alle Richtungen gespannte Identität einer Person, das nie bis unten endgültig vollgeschriebene Blatt einer (Leit-)Kultur, das diagonale, nie frontale Segeln gegen den "Wind der Globalisierung" - nicht entmutigen lassen und zügig weiterlesen, bis der Autor zu seiner eigenen Geschichte kommt. Sie ist spannend genug. Der im Libanon geborene, heute in Paris lebende Amin Maalouf, Verfasser einiger auch ins Deutsche übersetzter historischer Romane, ist arabischer Christ, genauer gesagt: er entstammt der melkitischen, also griechisch-katholischen Gemeinschaft, wurde von seiner Mutter aber auf eine jesuitisch-französische Schule geschickt, um dem englischsprachig-protestantischen Einfluß seines Vaters zu entgehen.

Aus dieser historischen Distanz argumentierend findet der Autor die Toleranz oft …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Nur Mut und zügig weitergelesen! Die eigene, spannende Geschichte hat der Autor nicht in den Anfangskapiteln seines Buches untergebracht. "Spannend" findet Joseph Hanimann dabei vor allem die Beschreibung unvermuteter Formen des Zusammenlebens zwischen Christen und Muslimen, die mehr Toleranz verraten, als man gemeinhin annimmt. Der Autor hat zwar selbst mehr Fragen als Antworten, aber das ist Hanimann nicht unsympathisch. Das gilt auch für den Versuch des Autors, das "Klischee vom 'islamischen Fundamentalismus'" aus dem Weg zu räumen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Amin Maalouf wurde 1949 im Libanon geboren und lebt seit 1976 als Journalist und Schriftsteller in Frankreich. Er bereiste über sechzig Länder und gilt als anerkannter Spezialist für Fragen der arabischen Welt und der Beziehungen zwischen Okzident und dem Nahen Osten. Amin Maalouf war Chefredakteur der Wochenzeitschrift An Nahar International sowie des Magazins Jeune Afrique, während des Vietnamkriegs und der Islamischen Revolution arbeitete er als Kriegsberichterstatter.
Als Buchautor hat er bereits mehrere Romane veröffentlicht.
Im August 2000 wurde bei den Salzburger Festspielen (in Zusammenarbeit mit der finnischen Komponistin Kija Saariaho) die erste Oper nach einem Libretto des Autors uraufgeführt: L'amour de loin.
1993 erhielt er den Prix Goncourt, 2010 den renommierten Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur.

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