Derrida ist in aller Munde, sein Werk dagegen nur wenig zur
Kenntnis genommen. Der inflationäre Gebrauch von Termini aus seinem
Werk geht mit einem kalkulierten Vergessen einher. Mn ma aber
bedeutet Andenken, Gedächtnis, Erinnerung, Erwähnung, Denkmal,
Grabmal. Subtil zeigt sich in dem Wort an, daß jedes Sprechen, in
dem Lebendiges Erwähnung findet, auf eine Abwesenheit verwiesen
ist, die sich in keiner Gegenwart versammeln lässt. Diese
"différance" vor allen Unterschieden hat sich im Werk
Derridas ebenso nachgezeichnet wie vorgeschrieben. Philosophen und
Kulturtheoretiker, Literatur- und Medienwissenschaftler knüpfen in
diesem Band an Fragen, die das Werk Derridas entfaltet, an, um sie
in unterschiedlicher Weise für ihre Disziplinen und über sie hinaus
anzudenken und fruchtbar zu machen.
»Der lesenswerte Band wird von Beiträgen abgerundet, die Derridas Einfluss auf Literatur und modernen Tanz beleuchten.« ZPol online, 07.04.2008
Hans-Joachim Lenger, geb. 1952, lehrt Philosophische Ästhetik an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Gemeinsam mit Jörg Sasse und Georg Christoph Tholen gibt er im Internet das eJournal "Zäsuren-Cesures-Incisions" heraus.
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