Mit der Geschwindigkeit des Sommers - Schoch, Julia

Julia Schoch 

Mit der Geschwindigkeit des Sommers

Roman

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Produktbeschreibung zu Mit der Geschwindigkeit des Sommers

Die so bewegende wie einsichtsvolle Geschichte einer rätselhaften Frau: Nuanciert und mitreißend erzählt Julia Schoch vom Untergang der DDR und dem Ende aller Träume mit der Erfüllung des Wunschs nach Freiheit.

Vor allem die Frauen waren übermütig, ihre Gesichter leuchteten, und ihr Lachen hörte man die ganze Nacht hindurch. Als hätte ihnen nun der Lauf der Geschichte, die Auflösung unseres Staates, ein Argument für ein eigenes Leben gegeben. Meine Schwester aber, die in der Abgeschiedenheit der Kiefernwälder und des Stettiner Haffs von der Freiheit geträumt hatte, hatte noch nichts, das sich zu verlassen lohnte. Nur die Familie, den Ehemann. Aber sie blieb, traf sich wieder mit ihrem alten Liebhaber und gab sich fast schwärmerisch der verlockenden Vorstellung hin, dass in diesem anderen Staat ein anderer Lebenslauf für sie bereitgestanden hätte. Wäre ich aufmerksamer gewesen, hätte ich ihre verhängnisvolle Entscheidung vielleicht rückgängig machen können.

Produktinformation


  • Verlag: Piper
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 149 S.
  • Seitenzahl: 149
  • Deutsch
  • Abmessung: 194mm x 123mm x 20mm
  • Gewicht: 264g
  • ISBN-13: 9783492052528
  • ISBN-10: 3492052525
  • Best.Nr.: 25571638
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.03.2009

Das Echo des Schellenrings
In ihrem Roman „Mit der Geschwindigkeit des Sommers” zeichnet Julia Schoch den Schatten der untergegangenen DDR in einem abgelegenen Landstrich in Mecklenburg-Vorpommern nach Von Ijoma Mangold
Landschaft und Geschichte: logisch haben sie wenig miteinander zu tun, aber sie verzahnen sich in der kontingenten Erfahrung ineinander und durchdringen sich dann nur umso unauflöslicher. In den Weiten der russischen Steppe wird für immer Napoleons Armee aufgerieben werden. Die roten Mohnfelder Flanderns erzählen auch heute noch von den Materialschlachten des Ersten Weltkriegs. Und die weiten Wüsten- und Prärielandschaften Nordamerikas werden bleibend der Schauplatz jener Pioniere sein, die die US-Grenze nach Westen verschoben.
Manchmal spielt die Landschaft eine militär-strategische Rolle, aber meist ist sie nur Kulisse, die gleichwohl bedeutungsvoll aufsaugt, was sich vor ihren Augen an geschichtlichen Ereignissen abspielt. Der märkische Kiefernwald wird dem Betrachter immer preußisch und sozialistisch anmuten(zwei Gedankenwelten, die sich viel zwangloser vermählten, als man sich das am grünen Tisch vorgestellt haben würde). Indem …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Jochen Schimmang bewundert die geschliffene und präzise Prosa, mit der Julia Schoch die Geschichte einer Frau ins Werk setzt, die sich mit dem Fall der Mauer um ihren Lebensentwurf gebracht sieht und sich bestürzend konsequent in der Postwendezeit im fernen New York für den Freitod entscheidet. Der knappe und dichte Roman bezieht seine fragile Atmosphäre nicht zuletzt aus dem soldatisch geprägten Milieu einer mecklenburgischen Garnisonsstadt, deren untergegangene Tristesse die Autorin zum Leuchten bringt, so der Rezensent, der sich an Benns Ausruf: "Nichts Träumerisches als eine Kaserne!" erinnert fühlt. Schoch schildere mit diesem "todtraurigen, überaus schönen Buch" auf merkwürdig geräuschlose Weise den gewaltsamen Abbruch von Beziehungen zwischen den namenlos bleibenden Individuen und dem Fortgang der Welt, so Schimmang.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.05.2009

Damals, in der anderen Zeit
Julia Schoch liest in der Romanfabrik

Eggesin liegt am Meer. Oder vielmehr: am Haff, einem falschen, gigantisch stehenden Meer bei Stettin. Nicht einmal das Leben nehmen kann man sich dort, weil das Wasser nur knietief ist. Um mit einer Überdosis Schlaftabletten sicherzugehen, sollte man nach New York reisen. Wie die Schwester des erzählenden Ichs in Julia Schochs jüngstem Roman. Nie ist diese Frau über die Grenzen der mecklenburgischen Garnisonsstadt an der polnischen Grenze gekommen. Erst als sie entschlossen ist zu sterben, bricht sie auf in die weite Welt und befreit sich von der inneren Teilnahmslosigkeit, mit der sie der Trauer über ihr verlorenes Leben zu begegnen versuchte - ein Leben, das mit der politischen "Wende" wertlos geworden war.

In der Romanfabrik stellte die Autorin aus Potsdam nun ihr Buch vor, das unter dem Titel "Mit der Geschwindigkeit des Sommers" im Piper Verlag erschienen ist. Auf 150 Seiten versucht die Ich-Erzählerin, sich dem Leben und dem selbstgewählten Tod ihrer verschwiegenen Schwester zu nähern. Dabei stößt sie auf "den Soldaten", einen Liebhaber, der die Schwester mit der …

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»Wunderbar geschriebene Erinnerungen an einen Ort namens DDR.« Süddeutsche Zeitung. »Julia Schoch hat einen Frauenklassiker neu geschrieben: Unerfülltes Hausfrauenleben im Gleichschritt der ostdeutschen Nachkriegsprovinz. Fulminant bis in den Kältetod.« Die Zeit. »Julia Schochs Roman über ein Leben vor und nach dem Mauerfall ist berührend und preisverdächtig.« Brigitte. »Skrupulös, tastend, lyrisch. Mit der Geschwindigkeit des Sommers wird bleiben.« Die Welt. »Ein poetisches Abenteuer.« Gala.

»Wunderbar geschriebene Erinnerungen an einen Ort namens DDR.« Süddeutsche Zeitung . »Julia Schoch hat einen Frauenklassiker neu geschrieben: Unerfülltes Hausfrauenleben im Gleichschritt der ostdeutschen Nachkriegsprovinz. Fulminant - bis in den Kältetod.« Die Zeit . »Julia Schochs Roman über ein Leben vor und nach dem Mauerfall ist berührend und preisverdächtig.« Brigitte . »Skrupulös, tastend, lyrisch. >Mit der Geschwindigkeit des Sommers< wird bleiben.« Die Welt . »Ein poetisches Abenteuer.« Gala
Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, lebt nach Aufenthalten in Bukarest und Paris als freie Autorin in Potsdam. Für ihr von der Kritik hoch gelobtes Erzähldebüt »Der Körper des Salamanders« wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderen dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises und des Annette-von-Droste-Hülshoff-Preises. Für ihre Übersetzung von Georges Hyvernauds "La peau et les os" erhielt sie 2010 den André-Gide-Preis.

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