Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Germanistik - Ältere
Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 1,0,
Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Veranstaltung: Walther von der
Vogelweide, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Konzept der Hohen Minne
besagt, dass man die Dame immer preisen soll. Wie lange aber kann
man dies bei einer Frau aushalten, die einem keine Beachtung
schenkt? Wie lang muss man seine Angebetete umwerben, bis man sich
- sofern einem keine genâde zuteil wird - eine neue Frau für
seinen dienest suchen darf? Walther hat diese Diskrepanz zwischen
höfischem Ideal, minne-Begehren und Hoffnungslosigkeit in seinem
Lied Mîn frowe ist ein ungenædic wîp (52,23) thematisiert.In der
bisherigen Forschung kursieren hauptsächlich zwei Deutungen des
Textes: Die erste betrachtet das Lied als konventionelle
Minneklage, die zweite sieht es als Allegorie auf Walthers Leben,
die seine Beziehung zum Wiener Hof reflektiert.1 Im Folgenden
möchte ich beide Meinungen in meiner Arbeit diskutieren und
abwägen, welche Punkte für die verschiedenen Interpretationen
sprechen.Dazu werde ich zuerst ganz allgemein die Charakteristika
des Klageliedes in der Hohen Minne betrachten und prüfen, inwiefern
sich der Text 52,23 tatsächlich in diese Kategorie einordnen lässt.
Anschließend soll es mein Ziel sein, die umworbene Dame etwas
genauer in Augenschein zu nehmen und ihre beschriebenen
Eigenschaften anhand der Erwartungshaltung an Damen der damaligen
Zeit herauszustellen, um zu prüfen inwieweit sie die Anforderungen
eines höfischen Ideals erfüllt und damit zu einem lohnenswerten
Objekt der minne-Werbung wird. Im Anschluss daran soll untersucht
werden, wie die bisherigen Annäherungsversuche durch den Sprecher
des Liedes verlaufen sind und wie sich die Dame ihm gegenüber
verhalten hat, um daraus auf den möglichen weiteren Verlauf zu
schließen und die Klage des Mannes genauer zu beleuchten. Womit hat
er am meisten zu kämpfen und ist die Ablehnung an sich wirklich das
Schlimmste für ihn?
Das Konzept der Hohen Minne besagt, dass man die Dame immer preisen
soll. Wie lange aber kann man dies bei einer Frau aushalten, die
einem keine Beachtung schenkt? Wie lang muss man seine Angebetete
umwerben, bis man sich sofern einem keine genâde zuteil wird eine
neue Frau für seinen dienest suchen darf? Walther hat diese
Diskrepanz zwischen höfischem Ideal, minne-Begehren und
Hoffnungslosigkeit in seinem Lied Mîn frowe ist ein ungenædic wîp
(52,23) thematisiert.
In der bisherigen Forschung kursieren hauptsächlich zwei Deutungen
des Textes: Die erste betrachtet das Lied als konventionelle
Minneklage, die zweite sieht es als Allegorie auf Walthers Leben,
die seine Beziehung zum Wiener Hof reflektiert.1 Im Folgenden
möchte ich beide Meinungen in meiner Arbeit diskutieren und
abwägen, welche Punkte für die verschiedenen Interpretationen
sprechen.
Dazu werde ich zuerst ganz allgemein die Charakteristika des
Klageliedes in der Hohen Minne betrachten und prüfen, inwiefern
sich derText 52,23 tatsächlich in diese Kategorie einordnen lässt.
Anschließend soll es mein Ziel sein, die umworbene Dame etwas
genauer in Augenschein zu nehmen und ihre beschriebenen
Eigenschaften anhand der Erwartungshaltung an Damen der damaligen
Zeit herauszustellen, um zu prüfen inwieweit sie die Anforder ungen
eines höfischen Ideals erfüllt und damit zu einem lohnenswerten
Objekt der minne-Werbung wird. Im Anschluss daran soll untersucht
werden, wie die bisherigen Annäherungsversuche durch den Sprecher
des Liedes verlaufen sind und wie sich die Dame ihm gegenüber
verhalten hat, um daraus auf den möglichen weiteren Verlauf zu
schließen und die Klage des Mannes genauer zu beleuchten. Womit hat
er am meisten zu kämpfen und ist die Ablehnung an sich wirklich das
Schlimmste für ihn?
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