Was bewegt Menschen, wenn sie das evangelische Abendmahl, die
römisch-katholische Eucharistie oder die orthodoxen Liturgie
mitfeiern? Welche Motivationen haben sie dabei? Welche ersten
Erfahrungen waren für sie prägend? Was macht sie nachdenklich?
Welche Gestaltungsformen finden sie überzeugend und welche nicht?
Welche Veränderungen haben sich im Lebenslauf ergeben? Welche
ökumenischen Hoffnungen haben sie? Wie verstehen sie das Bekenntnis
zur Gegenwart Jesu Christi im Mahlgeschehen? Welche Folgen haben
die Gottesdienste für das alltägliche Leben?
Wie groß die Vielgestalt der Antworten ist, die Christinnen und
Christen auf diese Fragen geben, belegen Leserzuschriften zur Frage
"Was verbinden Sie mit der Feier von Abendmahl und
Eucharistie?", die das evangelischen Monatsmagazin
"chrismon" und die römisch-katholische Wochenzeitung
"Christ in der Gegenwart" im Umfeld des Ökumenischen
Kirchentags 2003 in Berlin erbeten hatten. Die weit über eintausend
Einsendungen von Menschen aller Altersgruppen vermitteln
reichhaltige Eindrücke von gelebtem christlichen Glauben mit
konfessionell unterschiedlichen lebensgeschichtlichen
Prägungen.
Die Leiterinnen der beiden Ökumenischen Institute der Universität
Münster - Friederike Nüssel und Dorothea Sattler - präsentieren
eine Auswahl von Menschenstimmen zu Abendmahl und Eucharistie und
nehmen diese zum Anlass, geschichtliche und theologische
Hintergründe zu eröffnen. Sie gehen sowohl auf biographische
Phänomene (etwa Erstkommunion / Konfirmation, Kriegserfahrungen
oder Krankenabendmahl) als auch auf ökumenische Streitfragen (etwa
Opferverständnis, Gegenwartsweisen, Totengedächtnis oder
Laienkelch) ein. Das Buch möchte ein Zeugnis für eine ökumenische
Theologie sein, die nahe bei den Menschen und ihren Erfahrungen
bleibt und ihren Dienst darin sieht, Verstehenshilfen für das
Glaubensleben anzubieten. Zugleich wird der gegenwärtige Stand der
ökumenischen Gespräche ersichtlich. Ein Anliegen beider
Theologinnen ist es, Menschen zu einem Austausch über ihr Erleben
von Abendmahl und Eucharistie einzuladen und auf diese Weise das
wechselseitige Verständnis zu fördern.
Dorothea Sattler, geboren 1961, Dr. theol., ist Professorin für Ökumenische Theologie und Dogmatik sowie Direktorin des Ökumenischen Instituts der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; ist Wissenschaftliche Leiterin im Ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen; ist Beraterin in der Ökumenischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Delegierte in den Gremien der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland.
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