Ursprünglich waren Computer dazu gedacht, stupide und sich immer
wiederholende Rechenaufgaben maschinell zu lösen. Einer der ersten,
der sich mit der Entwicklung programmgesteuerter Rechenmaschinen
beschäftigte, war der deutsche Ingenieur Konrad Zuse. Zuses erster
Rechner entstand im Jahre 1936 und arbeitete noch rein mechanisch.
Später von ihm entwickelte Anlagen arbeiteten schon mit Relais,
füllten aber ein ganzes Labor aus und erbrachten nur einen
Bruchteil der Rechenleistungen eines heutigen Taschenrechners.
Zuses Ideal war es, sämtliche Denkaufgaben zu lösen, die von
Mechanismen erfaßt sind. - Heute sind Computer alltäglich, und das
Ideal Konrad Zuses ist nahezu erreicht. Inzwischen sind es ganz
andere Zielvorstellungen, die die Computerkonstrukteure umtreibt.
Nicht nur mechanisch faßbare Denkaufgaben sollen an den Computer
übergeben werden, sondern alles, was geistige Leistung des Menschen
ist, soll vom Computer nachempfunden werden: das komplette
menschliche Denk- und Handlungsvermögen inklusive Intelligenz,
Kreativität und Abstraktionsvermögen, die Sprachfähigkeit, das
Gestalterfassungsvermögen, die Fähigkeit, komplexe Prozesse zu
überblicken und zu steuern usw. - Ein anderer nicht weniger
beängstigender Aspekt ist, daß man versucht, das menschliche
Denkvermögen mittels des Computers zu begreifen. Der Computer wird
zum Modell für die Menschen.
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