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Meine Ortstafeln - Meine Zeittafeln
1967-2007
- Einband: Kartoniert/Broschiert
- Broschiertes Buch
Produktinformation
- Verlag: Suhrkamp
- 2007
- Ausstattung/Bilder: 2007. 623 S.
- Seitenzahl: 623
- Best.Nr. des Verlages: 41947
- Deutsch
- Abmessung: 220mm x 134mm x 43mm
- Gewicht: 770g
- ISBN-13: 9783518419472
- ISBN-10: 3518419471
- Best.Nr.: 22804263
Produktbeschreibung zu "Meine Ortstafeln - Meine Zeittafeln"
Beschreibung
Inhaltsangabe
Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms Dies und das zu den
unverwöhnbaren Dichtern Über Lieblingswörter Gurken und Kiefern,
Äpfel und Schnee Totenstille beim Heurigen Einige Anmerkungen zum
Da- und Dort-Sein Österreich und die Schriftsteller Appetit auf die
Welt; Rede eines Zuschauers über ein Ding namens Kino Das
plötzliche Nichtmehrwissen des Dichters
03.03.2008
Der Täufer und der liebe Gott
Bei Ranke las er sich Mut an für den täglichen Kampf gegen Springer
und andere: Peter Handkes Reden und Essays aus vierzig Jahren
verströmen heiligen Zorn.
Bei seiner eigenen Arbeit, sagt der Dichter, während er über einen
anderen Dichter spricht, sei ihm oft ein Mann aus der Bibel in den
Sinn gekommen, "den ich mir dann, als den Patron für uns
Schriftsteller, oder überhaupt für die Künstler, dachte". Wer
mag das wohl sein? "Man möge ruhig darüber lachen: Es ist
Johannes der Täufer." Denn ebenso, wie jener immer von dem
Größeren sprach, der nach ihm käme, "so empfinde auch ich
immer, es nicht zu schaffen, doch einer, oder nicht bloß einer,
würde auftreten . . . und schreibend sagen, was der Fall ist:
einfacher, dringlicher, erlösend".
So einfach und dringlich steht es in der Lobrede, die Peter Handke
1984 auf den slowenischen Dichter und Petrarca-Preisträger Gustav
Janus gehalten hat. Und natürlich kam schon damals niemand auf den
Gedanken, über diese Sätze zu lachen, denn wie immer, wenn er über
das Handwerk des Schreibens spricht, meinte Handke es bitterernst.
Es ist derselbe missionarische …
12.01.2008
Die Absolution wird erst auf der Zielgeraden erteilt
Wer stört denn da schon wieder die Poesis? Peter Handkes wunderbare Einlassungen zur Literatur sind unduldsam gegen jede Grinsgeselligkeit
Am Ende seiner Danksagung für die Verleihung des Ehrendoktorats der Universität Salzburg hat sich Peter Handke ein für alle Mal aus der Öffentlichkeit verabschiedet. „Liebe Leute”, hat er damals gesagt, „es hat mich gefreut, dass ich hier sein durfte. (. . .) Ab jetzt könnt ihr mich vor Gericht bringen, wenn ich noch einmal im Leben öffentlich auftreten sollte.” Das war 2004, und es war, als öffentlich vollzogene Auftrittsverweigerung, noch einmal ein richtiger Handke-Auftritt, der letzte womöglich in einer langen Reihe von publikumswirksamen und -verstörenden Auftritten, deren erster wohl jener in Princeton 1966 gewesen war, als Handke die versammelte Gruppe 47 der Unerheblichkeit zieh. Aber war Salzburg nun, wie angekündigt, wirklich Handkes letzter Auftritt? Darauf fiele eine Antwort leichter, wenn man wüsste, was die Wörter „öffentlich” und „auftreten” in diesem, in Handkes, Zusammenhang bedeuten. Tatsächlich hat Handke keine Ehrendoktorate …
03.03.2008
Den "Fehler", diesen Band als Fußnote zum Werk Peter
Handkes zu lesen, macht Andreas Kilb nicht. Verstanden als Porträt
des Dichters, als der "ganze Handke noch einmal", wächst
und wächst das Buch in seinen Augen beträchtlich. Kilb stößt hier
auf den "heiligen Zorn" wie auf das "unheilige
Geschimpfe", auf Texte zur Kunst, zum Kino und zu Politischem,
aber "vor allem (auf) eines: Aussagen zur Person". Am
schönsten findet Kilb den Text über eine Pilgerfahrt nach Kolonos:
So unspektakulär wie bezeichnend, weil Handke daraus ein
"zauberisches Gelingen" macht, suchend, segnend. Oder
verwandte Dichter unvergleichlich rühmend, so Kilb. Dass der Band
Handkes "wichtigsten" Aufsatz, seine "Winterliche
Reise" von 1996 ausspart, empfindet der Rezensent folgerichtig
als echte Lücke.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezensionen und Kritik
" Meine Ortstafeln. Meine Zeittafeln heißen die gesammelten Essays, Reden, Laudationes, Kritiken und anderen kleinen Arbeiten, die nun zu Handkes 65. Geburtstag zu einem dicken Band vereint wurden. Weil es bei Handke keine (oder nur) Nebensachen gibt, keine Gefälligkeiten und auch keine Gelegenheitsarbeiten mit ermäßigtem Ernst, brennt in seinem öffentlichen Schreiben und Reden jederzeit eine Lunte. ... Man wünscht sich von diesen Einlassungen auf Literatur, dass sie nicht aufhören." Christoph Bartmann Süddeutsche Zeitung
Rezensionen und Kritik
»Diese »Orts- und Zeittafeln« sind keine Fußnoten zum Werk des Dichters, sie sind der ganze Handke noch einmal. Was die Romane und Erzählungen auf sechstausend Seiten entfalten, verdichten sie auf sechshundert. Man kann in diesem Buch wie in einem Album blättern oder es wie eine Gerichtsakte studieren; am besten aber liest man es als Porträt: als allmähliche Verfertigung eines Selbstbilds beim Schreiben.«
Autorenporträt zu "Peter Handke"
Peter Handke, geb. 1942 in Griffen/Kärnten. Nach seiner Kindheit, die er im Berliner Ostsektor und in Griffen verlebte, studierte er in Graz Jura. 1965 brach er nach der Veröffentlichung seines ersten Romans sein Studium ab und arbeitet seither als freiberuflicher Schriftsteller. Er lebte zunächst in Graz, dann in Düsseldorf und Berlin, Paris, Kronberg im Taunus, in den USA und ab 1979 längere Zeit in Salzburg. Zur Zeit wohnt er in Chaville in Frankreich. 1973 wurde Peter Handke mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet und 2007 erhielt er den Berliner Heinrich-Heine-Preis, 2008 den Thomas-Mann-Literaturpreis, 2009 wurde er mit dem Franz-Kafka-Literaturpreis ausgezeichnet.





























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