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Peter Handke 

Meine Ortstafeln - Meine Zeittafeln

Meine Ortstafeln - Meine Zeittafeln - Handke, Peter

1967-2007

  • Einband: Kartoniert/Broschiert
  • Broschiertes Buch 
 
  • EUR 25,00
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Produktinformation
  • Verlag: Suhrkamp
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 623 S.
  • Seitenzahl: 623
  • Best.Nr. des Verlages: 41947
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 134mm x 43mm
  • Gewicht: 770g
  • ISBN-13: 9783518419472
  • ISBN-10: 3518419471
  • Best.Nr.: 22804263

Produktbeschreibung zu "Meine Ortstafeln - Meine Zeittafeln"

Beschreibung

Das Versetzen von Ortstafeln, das Anbringen einer neuen Aufschrift, der Streit um Gedenktage - solche Veränderungen machen deutlich, wie stark politisch-gesellschaftliche Ereignisse realer und symbolischer Landkarten und zeitlicher Bezugspunkte bedürfen. Auch das "Volk der Leser" braucht eine eigene Landkarte und die korrespondierenden Daten. Peter Handke hat für sie, für uns in seinen Essays die Rolle des Kartographen und Chronisten der letzten vier Jahrzehnte übernommen: In Schrift-Text-Bildern breitet er in allen Dimensionen die persönliche Karte der Kunstkontinente aus - von Prosa, Drama, Lyrik, Essay, Film und bildender Kunst.

03.03.2008

Der Täufer und der liebe Gott

Bei Ranke las er sich Mut an für den täglichen Kampf gegen Springer und andere: Peter Handkes Reden und Essays aus vierzig Jahren verströmen heiligen Zorn.

Bei seiner eigenen Arbeit, sagt der Dichter, während er über einen anderen Dichter spricht, sei ihm oft ein Mann aus der Bibel in den Sinn gekommen, "den ich mir dann, als den Patron für uns Schriftsteller, oder überhaupt für die Künstler, dachte". Wer mag das wohl sein? "Man möge ruhig darüber lachen: Es ist Johannes der Täufer." Denn ebenso, wie jener immer von dem Größeren sprach, der nach ihm käme, "so empfinde auch ich immer, es nicht zu schaffen, doch einer, oder nicht bloß einer, würde auftreten . . . und schreibend sagen, was der Fall ist: einfacher, dringlicher, erlösend".

So einfach und dringlich steht es in der Lobrede, die Peter Handke 1984 auf den slowenischen Dichter und Petrarca-Preisträger Gustav Janus gehalten hat. Und natürlich kam schon damals niemand auf den Gedanken, über diese Sätze zu lachen, denn wie immer, wenn er über das Handwerk des Schreibens spricht, meinte Handke es bitterernst. Es ist derselbe missionarische …

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12.01.2008

Die Absolution wird erst auf der Zielgeraden erteilt
Wer stört denn da schon wieder die Poesis? Peter Handkes wunderbare Einlassungen zur Literatur sind unduldsam gegen jede Grinsgeselligkeit
Am Ende seiner Danksagung für die Verleihung des Ehrendoktorats der Universität Salzburg hat sich Peter Handke ein für alle Mal aus der Öffentlichkeit verabschiedet. „Liebe Leute”, hat er damals gesagt, „es hat mich gefreut, dass ich hier sein durfte. (. . .) Ab jetzt könnt ihr mich vor Gericht bringen, wenn ich noch einmal im Leben öffentlich auftreten sollte.” Das war 2004, und es war, als öffentlich vollzogene Auftrittsverweigerung, noch einmal ein richtiger Handke-Auftritt, der letzte womöglich in einer langen Reihe von publikumswirksamen und -verstörenden Auftritten, deren erster wohl jener in Princeton 1966 gewesen war, als Handke die versammelte Gruppe 47 der Unerheblichkeit zieh. Aber war Salzburg nun, wie angekündigt, wirklich Handkes letzter Auftritt? Darauf fiele eine Antwort leichter, wenn man wüsste, was die Wörter „öffentlich” und „auftreten” in diesem, in Handkes, Zusammenhang bedeuten. Tatsächlich hat Handke keine Ehrendoktorate …

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Perlentaucher-Notiz zur FAZ-Rezension

03.03.2008

Den "Fehler", diesen Band als Fußnote zum Werk Peter Handkes zu lesen, macht Andreas Kilb nicht. Verstanden als Porträt des Dichters, als der "ganze Handke noch einmal", wächst und wächst das Buch in seinen Augen beträchtlich. Kilb stößt hier auf den "heiligen Zorn" wie auf das "unheilige Geschimpfe", auf Texte zur Kunst, zum Kino und zu Politischem, aber "vor allem (auf) eines: Aussagen zur Person". Am schönsten findet Kilb den Text über eine Pilgerfahrt nach Kolonos: So unspektakulär wie bezeichnend, weil Handke daraus ein "zauberisches Gelingen" macht, suchend, segnend. Oder verwandte Dichter unvergleichlich rühmend, so Kilb. Dass der Band Handkes "wichtigsten" Aufsatz, seine "Winterliche Reise" von 1996 ausspart, empfindet der Rezensent folgerichtig als echte Lücke.

© Perlentaucher Medien GmbH

Autorenporträt zu "Peter Handke"

Peter Handke, geb. 1942 in Griffen/Kärnten. Nach seiner Kindheit, die er im Berliner Ostsektor und in Griffen verlebte, studierte er in Graz Jura. 1965 brach er nach der Veröffentlichung seines ersten Romans sein Studium ab und arbeitet seither als freiberuflicher Schriftsteller. Er lebte zunächst in Graz, dann in Düsseldorf und Berlin, Paris, Kronberg im Taunus, in den USA und ab 1979 längere Zeit in Salzburg. Zur Zeit wohnt er in Chaville in Frankreich. 1973 wurde Peter Handke mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet und 2007 erhielt er den Berliner Heinrich-Heine-Preis, 2008 den Thomas-Mann-Literaturpreis, 2009 wurde er mit dem Franz-Kafka-Literaturpreis ausgezeichnet.

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