Meine kaukasische Schwiegermutter - Kaminer, Wladimir
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Wladimir Kaminer 

Meine kaukasische Schwiegermutter

Illustr. v. Vitali P. Konstantinov
Gebundenes Buch
 
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Meine kaukasische Schwiegermutter

"Wie gewohnt zeichnet sich auch das neueste Buch vor allem durch die leidenschaftliche Sprache und scharfen Beobachtungen des Schreibenden aus." -- Bremer

Kaukasisch. Komisch. Kaminer. Aus dem Schrebergarten in den Kaukasus – ein echter Kaminer!

Es ist das Paradies auf Erden: süße Melonen, emsige Bienen, pralle Weintrauben und spottbillige Prada-Taschen von Channel. Das gibt es nur an einem besonderen Ort: dem Kaukasus. Hier lebt die Schwiegermutter von Wladimir Kaminer samt ihrer Familie in Borodinowka an der Steppenstraße, einem Ort der Lebensfreude, Abenteuer und Begegnungen mit einzigartigen Menschen. Von ihnen erzählt Wladimir Kaminer so hinreißend, dass sie einem sofort ans Herz wachsen: Neben der Schwiegermutter wären da noch Onkel Joe, die Mitarbeiter der Dorfkantine, der Maler Gleb Michailowitsch oder der Imker Juri. Dazu ein paar unsichtbare springende Bartmäuse sowie die beiden frisch gekämmten Kühe der kleinen Siedlung. Als dann auch noch das deutsche Fernsehen kommt, um die Dokumentation »Kaminer Goes Kaukasus« zu drehen, steht Borodinowka kopf …


Produktinformation

  • Verlag: Manhattan
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 222 S. m. Illustr.
  • Seitenzahl: 222
  • Deutsch
  • Abmessung: 194mm x 135mm x 23mm
  • Gewicht: 314g
  • ISBN-13: 9783442546565
  • ISBN-10: 3442546567
  • Best.Nr.: 29639586
"Wie gewohnt zeichnet sich auch das neueste Buch vor allem durch die leidenschaftliche Sprache und scharfen Beobachtungen des Schreibenden aus." Bremer

"Wie gewohnt zeichnet sich auch das neueste Buch vor allem durch die leidenschaftliche Sprache und scharfen Beobachtungen des Schreibenden aus."

"Alle haben jedoch eins gemein: Den Charme Wladimir Kaminers Erzählkunst. Sein trockener Humor ist ansprechend und amüsant, nicht jedoch erzwungen oder gar nervig. Er vermischt Abstruses mit Ernsthaftem und erschafft daraus ein sehr unterhaltsames Werk für die ganze Familie!" (www.cultural-noise.de)

"Wie gewohnt zeichnet sich auch das neueste Buch vor allem durch die leidenschaftliche Sprache und scharfen Beobachtungen des Schreibenden aus."
Wladimir Kaminer wurde 1967 in Moskau geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Toningenieur für Theater und Rundfunk und studierte anschließend Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut. Seit 1990 lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin. Kaminer veröffentlicht regelmäßig Texte in verschiedenen deutschen Zeitungen und Zeitschriften, hat eine wöchentliche Sendung namens "Wladimirs Welt" beim SFB4 Radio MultiKulti, wo er jeden Samstag seine Notizen eines Alltags-Kosmonauten zu Gehör bringt, und er organisiert im Kaffee 'Burger' Veranstaltungen wie seine inzwischen berüchtigte "Russendisko". Mit der gleichnamigen Erzählsammlung avancierte das kreative Multitalent über Nacht zu einem der beliebtesten und gefragtesten Jungautoren in Deutschland. 2006 erhielt Wladimir Kaminer den Literaturpreis der Stahlstiftung Eisenhüttenstadt.

Leseprobe zu "Meine kaukasische Schwiegermutter" von Wladimir Kaminer

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Leseprobe zu "Meine kaukasische Schwiegermutter" von Wladimir Kaminer

"Meine Schwiegermutter in Berlin (S. 94-95)

Die großen überdachten Kaufhallen für Lebensmittel, die sogenannten Supermärkte, sind im Nordkaukasus verpönt. Der einzige Lebensmittelladen im Dorf meiner Schwiegermutter hat die Größe einer Berliner Eisdiele. Die Hälfte des Platzes nimmt die Verkäuferin in Anspruch, die andere Hälfte ist mit Brot, Makkaroni, Zucker, Salz und Zigaretten vollgestellt. Es werden außerdem noch Milch und Butter verkauft, die von der eigenen Kuh der Verkäuferin kommen.

Das dekadente Lebensmittelsortiment eines Supermarktes, die Armee von Joghurts mit gesundheitsfördernden Bakterien, die Fleischpasteten aus der Leber exotischer Tiere, die Barrikaden aus Ananaskonfitüre finden in der ländlichen Gegend des Kaukasus keine Abnehmer. Hier wird nur etwas verkauft, was die Bewohner jeden Tag zum Leben brauchen. Bei uns in Berlin wundere ich mich seit zwanzig Jahren über die Menge der Lebensmittel, die in den Hallen der großen Supermärkte ausliegt.

Das eindrucksvolle Sortiment tut mir leid und lässt außerdem viele Fragen offen. Ich glaube nicht, dass diese Mengen jemals tatsächlich verkauft werden können. Wer soll das alles lagern und essen? Selbst wenn jeder Berliner eine Kaufkraft von der Stärke einer Atombombe und den Magen eines Mammuts hätte, würde man es nicht schaffen, alle Regale in den Supermärkten leer zu kriegen. Jemand, der am Ende des Tages als letzter Kunde in einem Supermarkt vorbeischaut, findet die Regale genauso voll, wie sie am Vormittag waren, als hätten die Kunden gar nichts nach Hause mitgenommen.

Dabei sind die meisten Produkte in diesen Kaufhäusern schnell verderblich, sie können nicht ewig im Regal liegen. Es gibt nur eine Erklärung: Irgendwo tief unter der Erde muss es unter jedem Supermarkt einen Joghurt-Drachen geben, dem alle übrig gebliebenen Produkte mit überschrittenem Verfallsdatum in den Rachen geschoben werden. Oft, wenn ich einkaufen gehe, stelle ich mir diesen Drachen vor, der Joghurts frisst. Es scheint mir, als könnte ich hören, wie er unter dem Supermarkt schwer atmend auf die neue Tagesration wartet. Deswegen gehe ich ungern in Berlin in großen Läden einkaufen.

Meine Schwiegermutter dagegen ist von den Berliner Kaufhallen begeistert. Je größer, desto besser. Sie geht jeden Tag einkaufen, wenn sie uns in Berlin besucht, ein Grund findet sich immer. Die Familie ist groß, irgendetwas fehlt dauernd. In Berlin wohnen wir zwischen zwei großen Einkaufscentern, einem im Westen und einem im Osten der Stadt. Beide sind gleich weit von unserem Haus entfernt, deswegen geht meine Schwiegermutter abwechselnd an einem Tag gen Osten und am nächsten Tag gen Westen einkaufen, um beiden Läden gerecht zu werden. Der tägliche Einkaufsbummel macht ihr großen Spaß. Wie eine Disko, in der die Menschen kommunizieren, ohne"

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Kundenbewertungen zu "Meine kaukasische Schwiegermutter" von "Wladimir Kaminer"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen **** sehr gut)
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Bewertung von Susanne aus Berlin am 27.05.2012 ***** sehr gut
Herr Kaminer schafft es idealerweise wieder mit vielen Kurzgeschichten (diesmal 25 Geschichten) den Leser bestens bei Laune zu halten. Diesmal nimmt er uns Leser mit auf die lange Reise in den Kaukasus, wo seine Schwiegermutter lebt. Er erzählt die Geschichten der Nachbarn, übers Essen und Leben. Außerordentlich gut hat mir die Geschichte der Paketzustellung zu den Verwandten gefallen (irgendeine Oma im Lebensmittelladen... bis zum abschließenden Foto als Beweis, dass das Paket angekommen ist) und die Geschichte vom Melonenesser, der die Melonen nur isst, um die Kerne zwecks Aussaat für das nächste Jahr zu erhalten. Super Idee, und ich fürchte, die Geschichte stimmt. Ich glaube, ich werde eine Melone nie wieder ohne Vorbehalte essen können. Das Kapitel mit der Reife der Melone ("Die Wassermelonenzeit") werden meine Kinder noch einige Male lesen müssen, denn dann glückt auch uns endlich einmal der große Wurf im Supermarkt und die Melone ist reif. Ich finde toll, wie Kaminer schreibt. Es ist immer so authentisch, ganz so als wäre man selbst dabei gewesen. Die Schwiegermutter von Kaminer ist toll, seine Frau Olga auch. Welche Frau würde schon ertragen, dass man über die eigene Mutter schreibt? Tolles Buch, kurzweilig geschrieben, sehr unterhaltsam. Mir hat das Lesen viel Vergnügen bereitet.

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Bewertung von Komarova-Zarina aus DO am 07.02.2011 ***** ausgezeichnet
Meine kaukasische Schwiegermutter!!!

Oh ja, ich hätte auch so eine Schwiegermutter gern gehabt.... leider ging meine, lange bevor ich meinen Mann kennenlernte....

Und naturlich, geht es in letzter Zeit in Wladimirs Büchern um seine Familie, sonst wären es nicht seine Bücher)))). In meinem geht es auch nur um meinen Mann, den Kindern und mich. Doch das tut hier nicht zur Sache. Ich lese immer wieder gern über Wladimir und seine Familie, es muss toll sein in ihr zu leben)))).... zB. Sich mit den Kindern auszulassen über bestimmte Dinge und mit ihnen zu diskutieren... sie haben recht Herr Kaminer, diskutieren mit Kindern sollte man nicht))) es nimmt kein Ende und man kommt gegen kindliche Wahrheiten nie an, habe ich gemerkt... Außerdem ist es doch wirklich schön, so hat man seine Erinnerungen und Erlebnisse garantiert verewigt. Ich kann euch aber sagen, der Kaukasus ist wirklich manchmal so wie er beschrieben ist... Naja wir wohnen 500 Kilometer nord-östlich von dort. Aber viel ändert sich nicht deswegen. Ich liebe diese russischen Gärten wo auf kleinsten Raum sämtliche wichtige Gemüsesorten, Kräuter, Obst und andere Sachen angebaut und gepflanzt werden. Zwischendurch findet man auchl wilde Blumengewiesen inmitten einem solchen Garten. Zurück zum Buch.... manchmal schwelge auch ich gern in Erinnerungen. Sehr schön erklärt uns Wladimir mit seinen Anekdoten und Erlebnissen die Heimat seiner Schwiegermutter und na und? Warum nicht Strom anders beschaffen, oder unlogisch denken? Finde ich gar nicht das die Russen das tun, höchstens um 3 Ecken und sind es nicht die Regierungen die es der Bevölkerung vormachen, wie in "Europa" auch.... Tja, die Post ist im ganzen Süden gleich und diese leidigen Registrierungen müssen auch wir immer uber uns ergehen lassen. Auch ich fülle diese aus... Zum Glück lernte ich früh genug die russische Schreibschrift. Ach ja, naturlich vertiefte ich mich in dieses neue Buch das ich leider dieses mal alleine lesen musste, weil besagter "Vorleser")))) gerade da ist wo ich auch hinwill.... Glück kaufen für ein paar Kopeken oder sonstiges ist wirklich typisch. ich bekam auch Glück, es kostete aber nichts; nur einem Mann die Freiheit))). Nun, Wladimir erzählt wieder in seiner ihm eigenst entwickelten Schreibweise, die all seinen Leser(innen) so bekannt ist. Nachdenklich schloß ich dieses neue Meisterwerk mit dem Gedanken an ein anderes Buch das ich vor 4 Jahren auch allein zu ende lesen musste und dieses Neue Buch wird genau hinter diesem, meinem Lieblingsbuch stehen. "Militärmusik"... Wie damals stelle ich mir auch den Kaukasus real vor,begleite den Autor überall hin und geniesse den Flair dieses Landes und der Gegend. Wladimir schafft es immer wieder, meine... Sehnsucht zu schüren. Auch waren wieder neue sehr schöne Illustrationen dabei, die mich zum schmunzeln, nein zum lachen brachten wie bestimmte Stellen in diesem Buch. Also; eigentlich wollte ich dieses bewerten, doch irgendwie entglitt ich dauernd lächelnd in die Erinnerungen an das Land und seine südlichen Gegend, wie damals auch. Ein tolles Buch und wertvolle Informationen für jeden Leser; der dort einmal Urlaub machen möchte)))))))) !!! Sehr, sehr empfehlenswert....

Ps. Ich werde in ein paar Tagen versuchen, eine sachliche Bewertung zu schreiben....

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Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 07.11.2010 ***** sehr gut
Wladimir Kaminer zu Besuch bei seiner Schwiegermutter im Kaukasus. Auch hier gibt es wieder viel Ungewöhnliches mit einem Augenzwinkern zu berichten, denn die Russen sind einfach anders. Die Russen handeln gerne unlogisch, leben in großen Gemeinden und ziehen nicht immer eine Grenze zwischen Mein und Dein. So elektrifiziert sich ein Dorf schon mal selber, indem es den Strom von der nahegelegenen Eisenbahnlinie abzweigt.
Neben dem Leben im Kaukasus geht es natürlich wieder um die Familie des Autors. Laut seinem Interview schreibt er ja ohnehin immer nur ein und dasselbe Buch, nur der Verlag gibt es immer unter einem neuen Namen heraus. Diesmal geht es um die große Sippschaft seiner Frau, wie um Onkel Joe und seine Kantine, die Nachbarn und natürlich das Leben im Kaukasus. So erfährt man als Leser, warum eine Braut nach ihrer Trauung möglichst unauffällig versucht dem Popen auf den Fuß zu treten, und welch schwere Arbeit man in den Melonenfresserbrigarden zu verrichten hatte.

Das Buch ist groß gedruckt, einfach und umgangssprachlich geschrieben und liest sich schnell und flüssig an einem Nachmittag. Wladimier Kaminer versteht es alltägliche Geschehnisse aus dem Blickwinkel eines in Deutschland lebenden Russen humorvoll zu beschreiben, und zu hinterfragen und mit der Zeit wächst einem seine Familie immer mehr ans Herz. Die im Buch erwähnte Reportage über seine Familie lief übrigens am 11. September 2010 um 14.00 Uhr auf Arte und war ganz unterhaltsam. Der Bericht umfasst in etwa die erste Hälfte des Buches und man hat so Gesichter zu den Geschichten.

Fazit: Nettes, kleines unterhaltsames Büchlein über die etwas andere Mentalität der Russen. Ironisch und mit einem Augenzwinkern erzählt, so wie alle Bücher Kaminers.

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