Sexarbeit und Kaffeeklatsch
Zwei Jungs aus der Provinz, die sich lieben und trotzdem im
Hamburger Nachtleben als Callboys arbeiten: Ein voyeuristischer und
lakonischer Bericht aus einem Leben zwischen Liebe, sexueller
Freiheit und Geld.
Hartwig und Andreas sind Jungs "aus gutem Hause", die
etwas erleben wollen. Und sie sind schwul. Als sie wegen Studium
und Ausbildung nach Hamburg ziehen, erwacht das Interesse,
anschaffen zu gehen. Nicht weil sie das Geld nötig hätten, sondern
aus purer Neugierde. Innerhalb weniger Monate können Sie sich ein
Leben ohne sexuelle Abenteuer nicht mehr vorstellen. Zu ihren
Kunden zählen schwule wie bisexuelle Männer, die im bürgerlichen
Leben Topmanager, ganz normale Familienväter und auch mal Pfarrer
sind.
Lakonisch und mit entwaffnender Ehrlichkeit erzählt Hartwig
Schröder von einem faszinierenden Doppelleben aus Sexarbeit und
häuslicher Idylle: Anerkennung durch andere Sexualpartner, gelebte
Freiheit, das Vertrauen einer glücklichen Beziehung. Aber auch
Eifersucht, AIDS-Gefahr, Lügen, Trennungen und der Kater am Ende
des Rauschs. Ein ebenso voyeuristischer wie ergreifender Blick in
eine Welt, in der euphorischer Überschwang und großes Drama Tür an
Tür wohnen.
Frech, ironisch, in Tagebuchform und total gefühlsvoll. Das Rotlichtmilieu mal von einer ganz anderen Seite betrachtet. Man spürt alles mit, den Geruch vom Hamburger Hafen, das Glas Wein in der Küche oder den Sylter Strand.
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