Mein Prinz, der Callboy - Schröder, Hartwig
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Mein Prinz, der Callboy

Hartwig Schröder 

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Mein Prinz, der Callboy

Sexarbeit und Kaffeeklatsch
Zwei Jungs aus der Provinz, die sich lieben und trotzdem im Hamburger Nachtleben als Callboys arbeiten: Ein voyeuristischer und lakonischer Bericht aus einem Leben zwischen Liebe, sexueller Freiheit und Geld.
Hartwig und Andreas sind Jungs "aus gutem Hause", die etwas erleben wollen. Und sie sind schwul. Als sie wegen Studium und Ausbildung nach Hamburg ziehen, erwacht das Interesse, anschaffen zu gehen. Nicht weil sie das Geld nötig hätten, sondern aus purer Neugierde. Innerhalb weniger Monate können Sie sich ein Leben ohne sexuelle Abenteuer nicht mehr vorstellen. Zu ihren Kunden zählen schwule wie bisexuelle Männer, die im bürgerlichen Leben Topmanager, ganz normale Familienväter und auch mal Pfarrer sind.
Lakonisch und mit entwaffnender Ehrlichkeit erzählt Hartwig Schröder von einem faszinierenden Doppelleben aus Sexarbeit und häuslicher Idylle: Anerkennung durch andere Sexualpartner, gelebte Freiheit, das Vertrauen einer glücklichen Beziehung. Aber auch Eifersucht, AIDS-Gefahr, Lügen, Trennungen und der Kater am Ende des Rauschs. Ein ebenso voyeuristischer wie ergreifender Blick in eine Welt, in der euphorischer Überschwang und großes Drama Tür an Tür wohnen.


Produktinformation

  • Verlag: Eichborn
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 255 S.
  • Seitenzahl: 255
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 135mm x 21mm
  • Gewicht: 381g
  • ISBN-13: 9783821873176
  • ISBN-10: 3821873175
  • Best.Nr.: 26226201

Blick ins Buch "Mein Prinz, der Callboy"


"Wir waren überall, im Sexshop, in Cafés, in Kneipen, in Discos und in einer Stricherbar. Andreas wollte da unbedingt rein, nur mal schauen, wie es da so ist. Als wir morgens nach Hause kamen, fielen wir gemeinsam in das einzige aufgebaute Bett. Ob wir ein Paar waren' Keiner hat es ausgesprochen, wir lebten einfach so. Ich mochte Andreas, seine Art, seine Bewegungen, seinen Geruch. Ich liebte ihn dafür, wie wichtig ihm kleine Dinge waren, der grün karierte Schlafanzug oder auch der Glastisch, den er unbedingt im Wohnzimmer stehen haben wollte. Und wenn Andreas mir mal wieder eine Rose oder eine Karte hinlegte, nahm ich ihn in die Arme und sagte: 'Es ist schön, dass es dich gibt.' 'Wir richteten unsere Wohnung ein. Jeder ein Zimmer für sich, ein Esszimmer und ein Wohnzimmer, das fünfte Zimmer diente als Rumpelkammer, Tür auf, Staubsauger rein, Tür wieder zu. Erst später wurde es unser "Bumszimmer". Jeder hatte ein Ehebett, doch wir schliefen meist in einem zusammen. Wenn Besuch kam, hatten wir also Platz. Unsere Eltern wussten zwar, dass wir schwul sind, aber vorstellen, wie zwei Männer in einem Bett schlafen, konnten sie sich nicht. Wenn sie bei uns waren, bedankten sie sich überschwänglich, schließlich 'opferten' wir uns und teilten ein Bett miteinander. Sie boten immer an, ins Hotel auszuweichen, damit jeder von uns sein Zimmer behalten konnte. Ansonsten führten wir ein ganz normales Leben, Ausbildung, neue Freundschaften knüpfen, die Stadt kennenlernen, schwimmen gehen, Wäsche waschen und was man sonst noch so macht. Nur Andreas wollte immer wieder in Stricherkneipen, wegen des Flairs, wie er sagte. Das war wohl der Gegenpol zu seinem reichen Elternhaus, wo immer alles perfekt und ohne Probleme schien. Hier saßen die Jungs, die wegen Geldnot anschaffen mussten, oft waren sie gar nicht schwul. Die Freier teilweise selbstbewusst, teilweise frustriert und immer wieder angetrunken. So gingen wir ab und zu auf ein Alster in die Kneipen, wo Jungs auf Kunden warteten. Zu Anfang wurden wir nicht angesprochen, vermutlich weil alle merkten, dass wir nur auf ein Bier hier waren und nicht, um zu verdienen. Wir unterhielten uns auch immer nur untereinander, da kamen Fremde schwer dazwischen. Andreas redete immer öfter über das Thema Anschaffen, es spukte ihm im Kopf herum. Bis ich dann mal sagte: "Dann probiere es halt, dann weißt du, wie es ist." Es dauerte noch Wochen. Andreas kam nach der Uni nach Hause und erzählte, dass er noch auf einen Schlenker im Rotlichtviertel war. Er hatte was getrunken und wurde vom Besitzer der Kneipe angesprochen, ob er mit ins Hinterzimmer käme. Er hat es gemacht und es hat ihm gefallen. Jemand fand ihn so geil, dass er Geld für ihn bezahlte. Nein, ich war nicht überrascht. Ich weiß nur noch, dass ich dachte: "Jetzt lebst du mit einem Stricher zusammen." Und da wir ja offiziell kein Paar waren, durfte ich mich auch nicht aufregen oder eifersüchtig sein. Ich machte also einen auf großer Bruder und fragte, wie es ihm jetzt gehe und wie es gewesen war. Natürlich war ich total neugierig. Andreas ging es gut, für ihn war es ein Abenteuer wie für andere ein Fallschirmsprung. Das Gegenteil seiner alten Welt, seiner Kindheit. Wüssten seine Eltern davon oder das Dorf, in dem wir aufgewachsen waren, es hätte einen Donner gegeben und der Ort wäre unter großem Getöse im Erdboden versunken vor Scham und Ekel. Andere Jugendliche gingen auf Demos, Andreas auf den Strich, so nabelt sich jeder auf seine Art ab ..."

"Wir waren überall, im Sexshop, in Cafés, in Kneipen, in Discos und in einer Stricherbar. Andreas wollte da unbedingt rein, nur mal schauen, wie es da so ist. Als wir morgens nach Hause kamen, fielen wir gemeinsam in das einzige aufgebaute Bett. Ob wir ein Paar waren' Keiner hat es ausgesprochen, wir lebten einfach so. Ich mochte Andreas, seine Art, seine Bewegungen, seinen Geruch. Ich liebte ihn dafür, wie wichtig ihm kleine Dinge waren, der grün karierte Schlafanzug oder auch der Glastisch, den er unbedingt im Wohnzimmer stehen haben wollte. Und wenn Andreas mir mal wieder eine Rose oder eine Karte hinlegte, nahm ich ihn in die Arme und sagte: 'Es ist schön, dass es dich gibt.' 'Wir richteten unsere Wohnung ein. Jeder ein Zimmer für sich, ein Esszimmer und ein Wohnzimmer, das fünfte Zimmer diente als Rumpelkammer, Tür auf, Staubsauger rein, Tür wieder zu. Erst später wurde es unser "Bumszimmer". Jeder hatte ein Ehebett, doch wir schliefen meist in einem zusammen. Wenn Besuch kam, hatten wir also Platz. Unsere Eltern wussten zwar, dass wir schwul sind, aber vorstellen, wie zwei Männer in einem Bett schlafen, konnten sie sich nicht. Wenn sie bei uns waren, bedankten sie sich überschwänglich, schließlich 'opferten' wir uns und teilten ein Bett miteinander. Sie boten immer an, ins Hotel auszuweichen, damit jeder von uns sein Zimmer behalten konnte. Ansonsten führten wir ein ganz normales Leben, Ausbildung, neue Freundschaften knüpfen, die Stadt kennenlernen, schwimmen gehen, Wäsche waschen und was man sonst noch so macht. Nur Andreas wollte immer wieder in Stricherkneipen, wegen des Flairs, wie er sagte. Das war wohl der Gegenpol zu seinem reichen Elternhaus, wo immer alles perfekt und ohne Probleme schien. Hier saßen die Jungs, die wegen Geldnot anschaffen mussten, oft waren sie gar nicht schwul. Die Freier teilweise selbstbewusst, teilweise frustriert und immer wieder angetrunken. So gingen wir ab und zu auf ein Alster in die Kneipen, wo Jungs auf Kunden warteten. Zu Anfang wurden wir nicht angesprochen, vermutlich weil alle merkten, dass wir nur auf ein Bier hier waren und nicht, um zu verdienen. Wir unterhielten uns auch immer nur untereinander, da kamen Fremde schwer dazwischen. Andreas redete immer öfter über das Thema Anschaffen, es spukte ihm im Kopf herum. Bis ich dann mal sagte: "Dann probiere es halt, dann weißt du, wie es ist." Es dauerte noch Wochen. Andreas kam nach der Uni nach Hause und erzählte, dass er noch auf einen Schlenker im Rotlichtviertel war. Er hatte was getrunken und wurde vom Besitzer der Kneipe angesprochen, ob er mit ins Hinterzimmer käme. Er hat es gemacht und es hat ihm gefallen. Jemand fand ihn so geil, dass er Geld für ihn bezahlte. Nein, ich war nicht überrascht. Ich weiß nur noch, dass ich dachte: "Jetzt lebst du mit einem Stricher zusammen." Und da wir ja offiziell kein Paar waren, durfte ich mich auch nicht aufregen oder eifersüchtig sein. Ich machte also einen auf großer Bruder und fragte, wie es ihm jetzt gehe und wie es gewesen war. Natürlich war ich total neugierig. Andreas ging es gut, für ihn war es ein Abenteuer wie für andere ein Fallschirmsprung. Das Gegenteil seiner alten Welt, seiner Kindheit. Wüssten seine Eltern davon oder das Dorf, in dem wir aufgewachsen waren, es hätte einen Donner gegeben und der Ort wäre unter großem Getöse im Erdboden versunken vor Scham und Ekel. Andere Jugendliche gingen auf Demos, Andreas auf den Strich, so nabelt sich jeder auf seine Art ab ..."

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Bewertung von Florian aus Karlsruhe am 15.08.2009   ausgezeichnet
Frech, ironisch, in Tagebuchform und total gefühlsvoll. Das Rotlichtmilieu mal von einer ganz anderen Seite betrachtet. Man spürt alles mit, den Geruch vom Hamburger Hafen, das Glas Wein in der Küche oder den Sylter Strand.

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