Mein Heldentod - Kreisler, Georg

Georg Kreisler 

Mein Heldentod

Prosa und Gedichte

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Mein Heldentod

Kreisler ist Kreisler. Ist Wiener und doch keiner. Hängt an keinem Vaterland und ist in der Musik zuhause. Ist als Chansonier berühmt, zuweilen berüchtigt, geliebt und geschmäht, verrissen und verrufen, - neuerdings - auch als Schriftsteller gerühmt - und noch immer neu zu entdecken.

Dazu lädt sein neuestes Buch Mein Heldentod ein: Prosa, Gedichte und Lieder, überwiegend unveröffentlichte, unbekannte Texte aus jüngster Zeit. Darunter ist ein Ausblick auf die Zukunft: auf seinen Heldentod in Wien und obendrein die lang ersehnten Lebenserinnerungen: Meine Autobiographie - ein Parforceritt, auf drei Seiten... Nur zwei Facetten seines neuen Buchs, das Kreisler in seiner ganzen Vielfalt zeigt: Weit mehr als der gewohnt bissige, zuweilen leise, melancholische Verfasser von Liedern und ernsthafte Dichter, erweist er sich als Meister der kurzen, pointierten Prosa, der feuilletonistischen Beobachtung, der Reflexion.

Besonders als Erzähler überrascht und fesselt Kreisler in Mein Heldentod mit neuen Seiten: vor allem mit grotesken, parabolischen Erzählungen, die zum Besten gehören, was er je geschrieben hat. Wichtige Einblicke in seine Auffassung von Kunst, Musik und Literatur, aus seiner "Schreibwerkstatt", provokative Positionen zum zeitgenössischen Theater, Kollegenschelte und -lob, Erinnerungsstücke und Essayistisches runden den Band ab: Ein Muß für Kreisler-Freunde, ein idealer Einstieg für diejenigen, die es - noch immer - nicht sind, ein literarisches Ereignis.



Produktinformation

  • Verlag: ARCO, WUPPERTAL
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: 2003. 138 S.
  • Seitenzahl: 138
  • Deutsch
  • Abmessung: 20 cm
  • Gewicht: 221g
  • ISBN-13: 9783980841030
  • ISBN-10: 3980841030
  • Best.Nr.: 12219300
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.09.2003

Ein Herr mit radikalen Ansichten
Starrsinn: In Gedichten und Prosa zieht Georg Kreisler Bilanz

Was Georg Kreisler alles war: ein Exilant aus Europa, der in den Vereinigten Staaten seine Existenz schon mit achtzehn Jahren als Entertainer und Komponist bestritt; ein Kabarettist in Wien, dessen böseste Lieder dort in den fünfziger Jahren von Funk und Fernsehen nicht gespielt werden durften; ein Liedermacher in Berlin, dem schon dieses Wort allein Schaudern verursachte; ein Theatermann im ganzen deutschen Sprachraum, der sich vom heutigen Theater mit dem trotzigen Satz abgemeldet hat: "Meine Kindheit: Die Zeiten waren schlecht, aber das Theater war gut." Ein Dichter war er zweifellos auch; aber einer, der im Schatten des Interpreten stand, der seine eigenen Schöpfungen am besten darzubieten wußte. Und ein Wiener blieb er wohl mehr aus enttäuschter Liebe denn aus patriotischem Hochgefühl, ein Linker eher aus Ekel vor bürgerlichen Zwängen denn aus utopischer Gewißheit und ein Jude nur, "weil ich als Kind Jude war und weil es Antisemitismus gibt".

Was Georg Kreisler sonst noch alles war, ohne es für ein lebensabendfüllendes Programm zu …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Paul Jandl zeigt sich amüsiert. "Querbeet" habe der österreichische Kabarettist, Chansonnier und Dichter Georg Kreisler alles versammelt, was in seinem Leben und Werk eine Rolle gespielt habe. Und das ganze bildet eine Art Nachruf auf sich selbst. Zu finden seien da "Gedichte und Chansons, Prosastücke und Autobiografisches", ebenso Kreislers Leben als Wiener und Jude. Der Ernst werde durch Morbides und schwarzen Humor verdrängt, was nach Ansicht des Rezensenten zu einer überaus erfreulichen Mischung führt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Georg Kreisler, geboren 1922 in Wien. Die Kindheit in seinem jüdischen Elternhaus war überschattet von Ausgrenzung und Antisemitismus. 1938 emigrierte er mit seinen Eltern in die USA, wo er in die Army eingezogen wurde. 1955 kehrte Georg Kreisler nach Europa zurück. 2004 erhielt er den Richard-Schönfeld-Preis für literarische Satire. Neben über 500 Liedern schrieb er Romane, Essays, Kurzgeschichten, Theaterstücke und Opern. 2010 wurde ihm der Friedrich Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg für sein Lebenswerk verliehen. Georg Kreisler verstarb 2011.

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