Mayas Tagebuch - Allende, Isabel
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Isabel Allende 

Mayas Tagebuch

Roman

Übersetzung: Svenja Becker
Gebundenes Buch
 
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Mayas Tagebuch

Die neunzehnjährige Maya ist auf der Flucht. Vor ihrem trostlosen Leben in Las Vegas, der Prostitution, den Drogen, der Polizei, einer brutalen Verbrecherbande. Mit Hilfe ihrer geliebten Großmutter gelangt sie auf eine abgelegene Insel im Süden Chiles. An diesem einfachen Ort mit seinen bodenständigen Bewohnern nimmt sie Quartier bei Manuel, einem kauzigen alten Anthropologen und Freund der Familie. Nach und nach kommt sie Manuel und den verstörenden Geheimnissen ihrer Familie auf die Spur, die mit der jüngeren Geschichte des Landes eng verbunden sind. Dabei begibt Maya sich auf ihr bislang größtes Abenteuer: die Entdeckung ihrer eigenen Seele. Doch als plötzlich Gestalten aus ihrem früheren Leben auftauchen, gerät alles ins Wanken. »Mayas Tagebuch« erzählt von einer gezeichneten jungen Frau, die die unermesslichen Schönheiten des Lebens neu entdeckt und wieder zu verlieren droht. Ein unverwechselbarer Allende-Roman: bewegend, spannend und mit warmherzigem Humor geschrieben.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 444 S.
  • Seitenzahl: 447
  • Best.Nr. des Verlages: 42287
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 138mm x 45mm
  • Gewicht: 606g
  • ISBN-13: 9783518422878
  • ISBN-10: 3518422871
  • Best.Nr.: 34537025
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.08.2012

Flucht aus Las Vegas
Isabel Allende versucht sich in „Mayas Tagebuch“ an einer Detektivgeschichte nach amerikanischem Vorbild. Doch so ganz ohne Magisches geht es auch diesmal nicht ab
Wenige Tage vor seinem Tod 2003 gab Roberto Bolaño dem mexikanischen Playboy ein scharfsinniges Interview. Zum Beispiel wurde er gefragt, ob er, wenn er mit Isabel Allende und Angeles Mastretta ein paar Gläser getrunken hätte, womöglich anderer Meinung über ihre Bücher wäre. Bolaño sagte: „Nein. Erstens, weil es beide Damen vermeiden, mit jemandem wie mir zu trinken. Zweitens, weil ich nicht mehr trinke. Drittens, weil ich mir noch in meinen allerschlimmsten Räuschen einen Rest von Klarheit bewahrt habe, ein Gefühl für Rhythmus und Wortwahl, einen Widerwillen gegen Plagiat, Mittelmäßigkeit, Unvermögen.“
  Es wird also nicht leicht, den neuen Roman von Isabel Allende, „Mayas Tagebuch“, vorbehaltlos anzugehen. Egal, ob nüchtern oder im allerschlimmsten Rausch. Es wird auch deshalb nicht leicht, weil der Suhrkamp Verlag in der deutschsprachigen Aufmachung alles Beunruhigende getilgt hat. Im Original heißt der Titel „El cuaderno de …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.08.2012

Angst vor Flecken in Las Vegas

Vom magischen zum schmutzigen Realismus: Zu ihrem siebzigsten Geburtstag schlüpft Isabel Allende in die literarische Rolle der jugendlichen Ausreißerin.

Als Isabel Allende 1982 ihren ersten Roman "Das Geisterhaus" veröffentlichte, wurde die chilenische Exiljournalistin mit einem Schlag als Erzählerin weltberühmt. Das autobiographisch geprägte Werk, ursprünglich als Brief am Sterbebett ihres Großvaters begonnen, faszinierte Leser in mehr als zwanzig Sprachen durch seine sprichwörtliche lateinamerikanische Erzählfreude. Für ihr Einweben phantastischer Elemente kürte man Allende zur Königin des damals so beliebten "magischen Realismus". Doch der oft angeführte Vergleich mit Gabriel García Márquez brachte der Autorin nicht nur Ruhm ein. Gerade in Lateinamerika wurde sie vielmehr als Epigonin geschmäht. Roberto Bolaño sollte von ihr sagen, sie sei "keine Schriftstellerin, sondern eine Schreibstellerin" - und zwar "ohne jegliche Scham vor dem Plagiat".

Dergleichen naserümpfende Kritik tat ihrem Schaffen eines umfassenden Romanoeuvres keinerlei Abbruch. Weniger noch ihrem Erfolg bei der Leserschaft. Wenn …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Die Themen, die Isabel Allende in "Mayas Tagebuch" aufgreift, hätten gleich für mehrere Romane gereicht, meint Sabine Rohlf. Die Rezensentin umreißt die Handlung so: Die neunzehnjährige Maya Vidal schreibt auf einer Insel ein Tagebuch über ihre Drogenexperimente, ihren Entzug und den Rückfall, und über eine Vergewaltigung, die sie in die Prostitution nach Las Vegas und in die Geldwäsche trieb. Verfolgt von Kriminellen und vom FBI entging sie knapp dem Drogentod. Die Insel, auf die Maya von ihren Großeltern geschickt wurde, ist zwar nicht unbedingt idyllisch, findet Rohlf, aber Chiloé sei trotzdem im harten Kontrast zu den Abgründen Las Vegas' konstruiert - genauso wie die Erinnerungen an ihre Großeltern. Dem Großvater helfe sie dann auch, mit seinem Trauma aus Diktaturtagen fertig zu werden. Ein wenig fragt sich die Rezensentin, warum Allende selbst dieser Protagonistin ein "watteweiches Happy End" zugesteht, schließlich habe die Autorin selbst eine Schwiegertochter an die Drogen verloren. Rohlf vermutet dahinter wohlwollend ein "narratives Aufbegehren", kalkuliertes Profitinteresse habe Allende jedenfalls schon länger nicht mehr nötig.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Isabel Allende ist die Königin der Gefühle!"
Steffi Kammerer El Mundo

»Mayas Tagebuch ist das einfühlsame Psychogramm einer starken Frau, die zu sich selbst findet - und doch alles zu verlieren droht. Und es stammt von einer Autorin in Bestform!«

»Isabel Allende ist die Königin der Gefühle!«
Isabel Allende wurde am 2. August 1942 in Lima/Peru geboren. Nach Pinochets Militärputsch am 11. September 1973 ging sie ins Exil. 1982 erschien ihr erster Roman, der zu einem Welterfolg wurde. Der dänische Regisseur Bille August verfilmte den Roman 1993. Allende arbeitete unter anderem als Fernseh-Moderatorin und war Herausgeberin verschiedener Zeitschriften. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Kalifornien.
Im Jahr 2011 wurde ihr der Hans-Christian-Andersen-Literaturpreis, einer der wichtigsten Literaturpreise Dänemarks, verliehen.

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Kundenbewertungen zu "Mayas Tagebuch" von "Isabel Allende"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von R.E.R. am 07.04.2013 ***** ausgezeichnet
Maya Vidal wächst behütet bei ihren Großeltern in San Francisco auf. Die leibliche Mutter hat die Familie kurz nach der Geburt des Kindes verlassen, der Vater setzt das Neugeborene kurzerhand bei seiner Mutter ab. Dort erlebt das Mädchen eine glückliche Kindheit. Ihre Großmutter Nidia, eine Exil Chilenin, und ihr zweiter Ehemann, lieben das Kind über alles und erfüllen jeden Wunsch. Als der Großvater, liebevoll Pop genannt, stirbt bricht die Familie auseinander und das sechzehnjährige Mädchen verliert den Boden unter den Füßen.

Vom ersten Schulschwänzen bis zur Drogensucht ist nur ein kurzer Weg. Dem Entzug in einer Suchtklinik folgt der totale Absturz nach der Flucht aus der Einrichtung. Maya schlägt sich per Anhalter von Oregon nach Las Vegas durch und landet in den Fängen eines Drogendealers, für den sie als Kurier arbeitet um die eigene Alkohol- und Drogensucht zu finanzieren. Erst als sie obdachlos ist findet sie einen Weg zurück zu ihrer Großmutter. Diese schickt das Mädchen auf die entlegene chilenische Insel Chiloé. Dort soll sie bei einem alten Freund untertauchen, weil in den USA mittlerweile das FBI, Interpol und eine Verbrecherbande aus Las Vegas hinter ihr her sind.

Der Anthropologe Manuel nimmt die äußerlich wie innerlich derangierte junge Frau widerwillig auf. Bald jedoch entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden und die wohltuend einfache Umgebung der Insel tut ein übriges um Seele und Körper des Mädchens zu heilen. Die Schatten aus der Vergangenheit lassen Maya jedoch nicht los. Sie erkennt dass sie, um glücklich und frei leben zu können, nicht nur ihr eigenes Vorleben in Ordnung bringen muss.

Im bewährten Tagebuchstil beweist Isabel Allende einmal mehr ihr Können. Das Schreiben ist für die Ich-Erzählerin Maya gleichsam Dokumentation, Reflexion und Therapie. Der Wechsel von aktuellem Geschehen auf der Insel zur Vergangenheit ist fließend. So werden die Unterschiede deutlich, die für den Absturz des Mädchens verantwortlich sind und die (auch) in den Gegebenheiten der Gesellschaft begründet sind.

So selbstverständlich auf der Insel die Zeit in einem ruhigen Fluss Geist und Seele zur Ruhe kommen lässt, so unstet und quirlig treibt die junge Frau vorher in einem Strudel in dem sie keinen Halt findet. Auslöser ist der Tod es Großvaters, den sie nicht bewältigt: “Manche Leute glauben ja ernsthaft eine Trauer sei wie die andere und es gäbe Patentrezepte und Fristen um damit fertig zu werden”. Mayas Trauer führt sie in die Drogensucht und begleitet sie in ihr Exil auf die Insel. Erst das Leben dort, das Gefühl trotz Unzulänglichkeit gebraucht zu werden, Verständnis und Hilfe die ihr entgegengebracht werden, lassen ihre seelische Not schwinden und den Schmerz heilen.

“Mayas Tagebuch” ist ein großer, einfühlsamer Roman. Als Einstieg für die Erfolgsautorin auf jeden Fall zu empfehlen, da er nicht so episch angelegt ist, wie ihr Bestseller aus den 1980er Jahren “Das Geisterhaus”. Auch die weiteren typischen Allende Zutaten wie die politische Vergangenheit, die Mystik und Esoterik Chilés sind nicht so dominant und auch nicht so “magisch” überzeichnet.

Isabel Allende hat das Buch “den Halbwüchsigen ihrer Sippe” gewidmet. Da sie in und durch ihre Bücher die “befreiende und heilsame Kraft des Schreibens” propagiert, liegt die Vermutung nahe, dass auch dieses Werk einen autobiographischen Ursprung hat.

Es ist ein Buch über das Erwachsenwerden, über die Suche nach der eigenen Identität, die Bedeutung der Familie bzw. der eigenen Wurzeln sowie die Kraft der Liebe. Das Werk aus der Feder der südamerikanischen Bestsellerautorin empfiehlt sich für jeden, der Literatur zu schätzen weiß, die neben ebenso kurzweiliger wie intelligenter Unterhaltung, Stoff zum Nachdenken und Balsam für geschundene Seelen bietet.

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Bewertung von TrollMutti aus NRW am 29.09.2012 ***** gut
Langatmige Erzählung

Maya ist 19 und versucht nach schweren Fehlern ein neues Leben auf einer kleinen Insel in Chile anzufangen. Wo vor läuft sie weg? Was hat sie getan? Und wird sie es schaffen sich zu ändern?
Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser was in Mayas Vergangenheit geschehen ist. Im Wechsel lernen wir auch ihr momentanes Leben kennen. Dabei spielen Gefühle und Eindrücke eine sehr große Rolle. Nicht nur die Taten und Geschehnisse werden genau beschrieben, sondern auch die Hintergründe und der psychologische Aspekt. Teilweise ist es der Autorin wundervoll und beeindruckend gelungen. In anderen Kapiteln störte es, weil es einfach zu viel war und man der eigentlichen Geschichte dann kaum noch richtig folgen konnte. So bin ich immer noch Zwiegestalten, ob mich der Schreibstil und die Geschichte verzaubert oder genervt hat.
Was Maya selbst anbetrifft, besteht diese Unsicherheit nicht. Ich muss gestehen, dass ich sie sehr unsympathisch und naiv fand. Zu oft suchte sie eine faule Ausrede für ihre Taten und handelte schon fast dumm. Trotz der schlimmen Erfahrungen scheint sie auch nicht dazu zu lernen. So habe ich mich als Leser sehr oft über sie aufgeregt und konnte dadurch nicht wirklich mitfühlen. Einige Passagen (sowohl aus der Vergangenheit, als auch aus der Gegenwart) fand ich einfach zu unglaubwürdig. Zu viele Zufälle machen eine Geschichte auch schnell kaputt. Und hier gab es einige, die man auch anders hätte erzählen können.
Insgesamt was das Buch zwar in Ordnung, aber nicht mehr. Wirklich empfehlen kann ich es nicht. Schade, denn mit etwas weniger, hätte die Autorin viel mehr geschafft.

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