Maskenspiel der Genien - Herzmanovsky-Orlando, Fritz von

Fritz von Herzmanovsky-Orlando 

Maskenspiel der Genien

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Maskenspiel der Genien

Durch eine Kastentür gelangt der verwaiste, ledige Cyriak von Pizzicolli, der sein Leben lang nie weit von Graz weggekommen ist, auf Traumpfaden in die Tarockei, das einzige Nachbarland der Welt, ein magisch bevölkertes Phantasiegebilde eines österreichisch-byzantinischen Utopia, dessen Verfassung auf den Regelndes Tarockspiels gründet. Was ihm dort widerfährt, nachdem er der atemberaubend schönen Cyparis ansichtig wird, und warum er am Ende ein Hirschgeweih auf dem Kopf trägt, kann Ihnen nur dieses Buch erzählen und niemand anderer als Fritz von Herzmanovsky-Orlando. Maskenspiel der Genien ist sein Hauptwerk und zugleich ein Hauptwerk der österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts die phantastische Schwester von Musils Mann ohne Eigenschaften, eine Alice im Wunderland, die durch Kafkas Schloss stolpert, ein von Einfällen und Witz überquellender, wunderschöner Alptraum!


Produktinformation

  • Verlag: Residenz
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 496 S.
  • Seitenzahl: 504
  • Deutsch
  • Abmessung: 196mm x 121mm x 38mm
  • Gewicht: 540g
  • ISBN-13: 9783701715527
  • ISBN-10: 3701715521
  • Best.Nr.: 29811776

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Fest entschlossen gibt sich der Schriftsteller Martin Mosebach, eine Lanze für den stets als Geheimtipp gehandelten Außenseiter-Kollegen Fritz von Herzmanovsky-Orlando zu brechen. Dessen zu Lebzeiten unveröffentlichter und zunächst deutlich gekürzt publizierter Großroman "Das Maskenspiel der Genien" liegt nun in einer vollständigen, aber (sehr zum Bedauern Mosebachs) unkommentierten "Volksausgabe" vor. Etwas umwegig nähert sich der Rezensent diesem recht singulären Werk: Indem er nämlich dessen Nähe zur Fantasy-Literatur herausstellt. Ein recht bunter und mit Sicherheit einzigartiger Mix aus entlegenem Wissen und von keinen Hemmungen gebremster Fantasie sei diese Geschichte, die in der Tarockei spielt, einem Land, in dem - wie der Name schon sagt - vieles auf Kartenspiele Bezug hat. Zum Wuchern der Handlung ist damit noch wenig gesagt, und Mosebachs Verweis auf Geistesverwandte wie Laurence Sterne und Jean Paul macht sehr klar, dass es hier nicht um Plot und lineares Erzählen geht, sondern um die Lust an der Abschweifung, am Einfall als solchen, und zwar auf stets auch humoristische Weise. Kurzum: ein manieristisches Werk, aber eines, wie Mosebach versichert, aus der absoluten Meisterkategorie.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.04.2011

Verlegen hält der Köter einen zerfetzten Panama im Maul
Fritz von Hermanovsky-Orlando zaubert ein ägäisches Wunderland. Sein Roman „Maskenspiel der Genien“ ist ein ewiger Geheimtipp / Von Martin Mosebach
An der Fantasy-Literatur scheiden sich die Geister der Leser. Gerade die Freunde der großen Mythen, des Mahabaratha und der Artus-Sagen, des Argonautenzuges und des heiligen Grals empfinden die Mythenmixturen der Fantasy-Romane oft als allzu unverbindlich und beliebig, die Entwicklungen vorhersehbar und die aus soviel Geschichtspartikeln konstruierte Geschichtslosigkeit spannungslos. Es waren eine Art Fantasy-Romane, in die Endlosschleife einer Computer-Spiel-Ästhetik gewundene Gralsritter-Derivate, die den unschätzbaren Don Quixote den Verstand kosteten. In neuerer Zeit verbindet sich in solchen Erzählungen gern ein Prinz-Eisenherz-Mittelalter mit ort- und zeitloser Raumschiff-Science-Fiction, die Wunderwaffen der Feen komplettieren futuristisch technoide Auslöschungsmaschinen. Aber dieser Befund darf nicht davon ablenken, dass es gerade im Deutschen große und größte Literatur gibt, die sehr wohl mit den Kriterien der Fantasy-Literatur erfasst werden …

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Fritz von Herzmanovsky-Orlando geboren 1877 in Wien, übersiedelte 1916 nach Meran, wo er bis zu seinem Tod 1954 lebte. Im Residenz Verlag erschien von 1983 bis 1992 die Ausgabe sämtlicher Werke in 10 Bänden und zuletzt Scoglio Pomo (2007) und Prosa Erzählungen und Skizzen (2008) als Band 1 und 2 einer Auswahlausgabe in 4 Bänden.

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