Magog - Hohlbein, Wolfgang

Wolfgang Hohlbein 

Magog

Roman

Broschiertes Buch
 
2 Kundenbewertungen
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Magog

Hochspannung pur!Als Ronald Bender seine neue Stelle als Hausmeister im Nobelinternat des verschlafenen Städtchens Kraisfelden antritt, ahnt er noch nicht, dass hier seine schlimmsten Albträume lauern. Nachdem ein grausamer Mord die scheinbare Idylle erschüttert, verfängt er sich immer mehr in diesem apokalyptischen Spinnennetz aus dunkler Vergangenheit und ungeheuerlicher Gegenwart ...


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2009
  • Sonderausg.
  • Ausstattung/Bilder: Sonderausg. 2009. 517 S.
  • Seitenzahl: 517
  • Goldmann Taschenbücher Bd.47094
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 118mm
  • Gewicht: 420g
  • ISBN-13: 9783442470945
  • ISBN-10: 3442470943
  • Best.Nr.: 25546689
Wolfgang Hohlbein, geb. 1953 in Weimar geboren, ist der meistgelesene und erfolgreichste deutschsprachige Fantasy-Autor. Seine Bücher decken die ganze Palette der Unterhaltungsliteratur ab von Kinder- und Jugendbüchern über Romane und Drehbücher zu Filmen, von Fantasy über Sciencefiction bis hin zum Horror. Der Durchbruch gelang ihm 1982 mit dem Jugendbuch 'Märchenmond', für das er mit dem Fantastik-Preis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet wurde. 1993 schaffte er mit seinem phantastischen Thriller 'Das Druidentor' im Hardcover für Erwachsene den Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste. Die Auflagen seiner Bücher gehen in die Millionen und immer noch wird seine Fangemeinde Tag für Tag größer. Der passionierte Motorradfahrer und Zinnfigurensammler lebt zusammen mit seiner Frau und Co-Autorin Heike, seinen Kindern und zahlreichen Hunden und Katzen am Niederrhein.

Leseprobe zu "Magog"

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Leseprobe zu "Magog" von Wolfgang Hohlbein

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Leseprobe zu "Magog" von Wolfgang Hohlbein

Auf den allerersten Blick sah es aus wie eine mittelalterliche Trutzburg. Einen Moment später und aus einem nur leicht veränderten Blickwinkel wie ein Kastell aus einem Bild von Boris Vallejo: dunkel und erhaben, nur ein Schatten gegen das verblassende Rot des Sonnenuntergangs. Und voller Erker und Türmchen, Dächer und Zinnen - ein Anblick, der zugleich etwas Vertrautes wie Drohendes hatte.

Ronald blieb stehen und betrachtete das Gebäude erneut, aufmerksamer. Ja, es war eine Burg, ganz ohne Zweifel: die Fenster klein und vergittert, und der einzige Eingang, den er von hier aus erkennen konnte, ein gotischer Spitzbogen. Und alles wirkte ... seltsam: Wer immer dieses Gebäude entworfen und gebaut hatte, schien sich einen Spaß daraus gemacht zu haben, alle Linien unerwartet enden zu lassen, alle Kleinigkeiten zu verändern, wobei absolut kein Detail dieses exzentrischen Bauwerks irgendeinem besonderen Zweck diente, zumindest keinem erkennbaren. Wo das Auge einen rechten Winkel erwartete, war ein Bogen; wo eine gerade Kante sein sollte, eine gezackte Linie; wo ein Kreisausschnitt fehlte, ein Oval.

Ihm gefiel es trotzdem.

Der Busfahrer hatte Ronald angeboten, ihn bis ganz nach oben zu bringen, denn er war der einzige Passagier gewesen. Vielleicht hatte ihm aber die ausgezehrte Gestalt mit den beiden Koffern einfach nur leid getan. Doch Ronald war trotzdem an der Haltestelle am Fuß des Hügels - die Einheimischen nannten ihn den Berg, das wußte er schon - ausgestiegen und den halben Kilometer gegangen, trotz Regen und Kälte und der Tatsache, daß der Weg ziemlich steil bergauf führte.

Er bereute seinen Entschluß nicht, denn obwohl das Gebäude auch aus der Nähe düster wirkte, erfüllte ihn der Anblick nicht mit Unbehagen. Es war unheimlich - seine Phantasie brauchte nur einen kleinen Anstoß, um diesen Steinquader in einen verwunschenen Ort zu verwandeln, seine Bewohner in totenköpfige Dämonen und das Tor in das aufgerissene Maul eines Schattendrachens, der auf arglose Narren wie ihn wartete, um sie zu verschlingen. Und trotzdem hatte er keine Angst. Alles hier kam ihm vertraut vor. An der sonderbaren Architektur war nichts Furchteinflößendes; es schien, als sei dieses Haus nur gebaut worden, um den Rest der Stadt unten am Hügel mit seinen exakt ausgerichteten Gebäuden zu verhöhnen.

Verrückt.

Er lächelte über seine Gedanken, strich sich mit der linken Hand eine Strähne seines klatschnassen Haars aus der Stirn und schloß die rechte fester um den Griff des abgewetzten Koffers, der die Hälfte seiner Habe enthielt. Die andere Hälfte, verstaut in einem ähnlich schäbigen Koffer aus billigem Lederimitat, hatte er unten an der Haltestelle zurückgelassen, in einem Gebüsch versteckt und mit einem Aufkleber versehen, auf dem zu lesen war, daß der Koffer nichts enthalte, was sich zu stehlen lohnte. Vor acht Jahren, als er das Schildchen angebracht hatte, hatte er das witzig gefunden. Aber das war lange her ...

Er ging weiter, ohne den Gedanken zu Ende zu führen. Er war hergekommen, um zu vergessen, nicht, um sich zu erinnern.

Er trat unter der Krone einer verkrüppelten Eiche hervor, die ihm für einen Moment Schutz vor dem Wind geboten hatte, zurück in die Kälte eines düsteren Oktobertages. Aus der finsteren Burg wurde ein schwarzer Schatten, und die Windgeister hörten auf, ihm zuzuflüstern, er solle sich umdrehen und laufen, so schnell er konnte.

Der Wind war nur noch kalt.

Als er näher kam, öffnete sich in der rechten Hälfte des Tors ein winziges Guckloch, und ein Auge blinzelte mißtrauisch auf ihn herab. Er hob die freie Hand und winkte, senkte aber den Arm hastig wieder, als eiskaltes Regenwasser in seinen Ärmel lief. Ein wenig schneller und schräg gegen den Wind gelehnt, ging er weiter und schlüpfte durch das Tor, das sich einen Spalt weit öffnete. Es bewegte sich völlig geräuschlos.

Er blinzelte, als ihm das Wasser nun in die Augen lief, wischte sich mit dem Handrücken über das Gesicht und blinzelte noch einmal. Er befand sich in einem Tordurchgang, aber er war weit größer als erwartet. In zwanzig Metern Entfernung versickerte ein Rest grauen Tageslichts auf einem gepflasterten Hof von erstaunlichen Ausmaßen mit Säulengängen hinter gotischen Spitzbögen. In den Fugen des Kopfsteinpflasters hatte sich Wasser gesammelt: ein stummer Protest der Natur gegen die verschrobene Geometrie dieses Ortes. Ein einziges Licht brannte über einer Tür auf der gegenüberliegenden Seite des Hofs. Wehende Regenschleier ließen es blinzeln wie ein müdes Auge.

Erst jetzt drehte er sich zu der Gestalt um, die ihm geöffnet hatte. Das Gewölbe des Torbogens war so dunkel, daß er sie fast nur als Umriß erkannte: Sie trug eine gelbe Öljacke - wie er selbst -, und irgendwie verwirrte ihn die Tatsache, daß es eine junge Frau war. Intuitiv hatte er einen alten Mann oder eine alte Frau erwartet, allenfalls einen Schüler. Aber dafür war sie wiederum zu alt.

Außerdem war sie recht hübsch, das konnte er trotz des schlechten Lichts erkennen: Dunkles, kurzgeschnittenes Haar umrahmte ein Gesicht, dem das blaßgraue Licht einen verwirrenden Ausdruck von Verwundbarkeit verlieh. Die Figur unter der unförmigen Regenjacke war schwer auszumachen, aber er erahnte zumindest, daß sie sehr schlank war und nicht besonders groß. Selbst ihm reichte sie allerhöch-stens bis ans Kinn, und er war gewiß kein Riese.

In den dunklen Augen unter dem nassen Pony blitzte es ärgerlich auf, und er wurde sich der Tatsache bewußt, daß er das Mädchen anstarrte. Verlegen hob er die Hände und rettete sich in ein Lächeln. "Hallo."

"Hallo", antwortete das Mädchen. Sie legte den Kopf schief und musterte ihn mit unverhohlener Neugier. Und Distanz, dachte er verwirrt. Warum?

"Ich... es tut mir leid, wenn ich Sie angestarrt habe", begann er umständlich und verfluchte sich insgeheim für seine Ungeschicklichkeit. "Das... das ist normalerweise nicht meine Art, guten Tag zu sagen. Vielen Dank, daß Sie mir das Leben gerettet haben", fügte er hinzu.

Ein fragender Blick, den er mit einer Kopfbewegung in Richtung Tor beantwortete. "Noch zwei Minuten, und die Sintflut hätte mich weggespült."

Er wartete auf ein erlösendes Lächeln als Antwort, aber es fiel so distanziert aus wie der Blick, mit dem sie ihn gemustert hatte. Schließlich wurde das Schweigen peinlich. Er räusperte sich gekünstelt, nahm seinen Koffer wieder auf und machte eine erklärende Geste. "Ich bin gerade erst ..."

"Ich gehöre nicht hierher", unterbrach ihn das Mädchen. Sie sprach hastig. Die vier Worte waren nicht einfach nur eine Feststellung, sondern eine, auf die sie Wert legte. "Ich habe nur etwas abgegeben und mußte sowieso raus, also habe ich Sie gleich reingelassen."

"Vielleicht könnten Sie mir trotzdem den Weg zeigen?" fragte er, nun schon leicht gereizt. "Ich war noch nie hier, und ...""Sehen Sie das Licht dort drüben?" Das Mädchen deutete über den Hof. "Gehen Sie ihm einfach nach. Ist nicht zu verfehlen."

Kundenbewertungen zu "Magog" von "Wolfgang Hohlbein"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(1)
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
***** weniger gut
***** schlecht
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Bewertung von Buesra13 aus Schwäbisch Gmünd am 08.09.2010 ***** ausgezeichnet
Magog war mal wieder ein richtig spannendes und aufwühlendes Buch von Wolfgang Hohlbein.

Die Einführung und Beschreibung der Personen - man sieht sie förmlich vor sich. Allein seine Beschreibung dieses Hauses war unglaublich. Dazu auch wieder viele Infos, Spannung pur bis zur letzten Seite.

Ich bin absolut begeistert und kann dieses Buch 100tig weiterempfehlen.

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Bewertung von Fogger am 05.11.2009 ***** sehr gut
Als Ronald Bender seine neue Stelle als Hausmeister im Nobelinternat des verschlafenen Städtchens Kraisfelden antritt, ahnt er noch nicht, was ihn erwartet. Doch während seine schlimmsten Alpträume Wirklichkeit werden, wird ihm eines immer klarer: Aus den Zimmmern der Hölle kann man nicht entkommen weil jede Tür wieder zurückführt.(Text der Rückseite)

Das Buch ist spannend bis zur lezten Seite.

Es ist verwandt mit der Nemesis Reihe beide Geschichten spielen im "fast selben Ort" der Unterschied ist nur das bei Magog die Stadt Kraisfelden mit "K" geschrieben wird und in der Nemesis Reihe mit "C".

Wer Magog gelesen hat den würd ich auch gleich Nemesis empfehlen.

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