Taubenblau, Enzianblau, Tintenblau mit vier Jahren kennt Magdalena
Eglin viele verschiedene Blaus. Ihr Großvater, ein Freiburger
Malermeister, lässt sie in seine Farbtöpfe gucken und lehrt sie,
ihre von Geburt an schwachen Augen gut zu nutzen. Ein
dunkelhaariges, wildes Mädchen, geboren 1933, einige Tage vor
Hitlers Machtergreifung, das früh lernt, sich in der Welt zu
orientieren. Voller Phantasie und Spielfreude und manchmal
fürchterlich einsam. Bei Schneeballschlachten mittun, von
Straßenbahnen abspringen, sie kann vieles, sogar lesen, mit dem
linken Auge direkt auf dem Papier. Magdalena hört die fernsten
Bomber, mit Hilfe von Ohren und Nase und Händen findet sie aus dem
brennenden Freiburg heraus. 1945, mit zwölf Jahren, ist sie
selbständig: Sie hütet Schweine, bei Verwandten auf dem Lande. Im
Laufe der Jahre wird sie völlig erblinden. Sie wird eine
begeisterte Gärtnerin und findet an der Seite eines
Dorfschullehrers ihr Glück. Magdalena Eglin erzählt unsentimental,
witzig und
poetisch von ihrem Leben als Außenseiterin und damit auch etwas
über die Welt der Sehenden. Ulla Lachauer gab mit ihrem Buch
Paradiesstraße der ostpreußischen Bauerin Lena Grigoleit eine
Stimme und wurde zur Bestsellerautorin. Jetzt erzählt sie erneut
die Geschichte eines außergewöhnlichen Lebens.
Ulla Lachauer geboren 1951 in Ahlen/Westfahlen, Studium der Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft in Gießen und Berlin. Sie lebt in Stuttgart, arbeitet als freie Journalistin und Filmemacherin und beschreibt in ihren Büchern das Zusammenwachsen Osteuropas mit dem Westen. Mit ihrem Buch "Paradiesstraße" (1996), der Lebensgeschichte einer ostpreußischen Bäuerin, wurde sie zur Bestsellerautorin.
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