Macht und Missbrauch - Schlötterer, Wilhelm

Wilhelm Schlötterer 

Macht und Missbrauch

Franz Josef Strauß und seine Nachfolger. Aufzeichnungen eines Ministerialbeamten

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Macht und Missbrauch

Franz Josef Strauß gilt als Ikone der CSU. Edmund Stoiber bezeichnete ihn als »größten Sohn« der Partei. Andere CSU-Spitzenpolitiker verlangen für Strauß gar einen Platz in der Ehren- und Ruhmeshalle Walhalla bei Regensburg. Mehr als 20 Jahre nach Strauß Tod wird so ein Mythos gehegt, der im krassen Gegensatz zur Realität steht. Seine Gier nach Macht und Geld ließ den einstigen CSU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten sich selbst zum Gesetz erheben: Er setzte ihm genehme Beamte in Schlüsselpositionen ein, begünstigte befreundete millionenschwere Unternehmer und griff in amtliche Entscheidungen ein. Wer sich ihm entgegenstellte, wurde ausgeschaltet. Dieser Regierungsstil, die Ausbeutung des Staates für Partei- und Privatinteressen, endete jedoch nicht mit der Ära Strauß, sondern reicht über Max Streibl und Edmund Stoiber bis hin zu Erwin Huber. Wilhelm Schlötterer arbeitete fast 30 Jahre im bayerischen Finanzministerium. In der Ära Strauß war er mit dubiosen Steuerfällen betraut, die sich später zu spektakulären Affären ausweiteten und schließlich in der Amigo-Affäre mündeten. Er führt die Ausmaße des Strauß-Netzwerkes sowie dessen Machenschaften auch unter den Nachfolgern vor Augen und berichtet von seinem persönlichen Widerstand gegen ein schamloses Machtsystem, das Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in besorgniserregender Weise missachtet.


Produktinformation

  • Abmessung: 22 cm
  • Gewicht: 678g
  • ISBN-13: 9783771644345
  • ISBN-10: 3771644348
  • Best.Nr.: 26487060
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.07.2009

Einer gegen alle
Steuerfahnder will den Mythos Strauß entzaubern
Als im vergangenen Sommer in Berlin eine Ausstellung der Wachsfiguren von Madame Tussauds eröffnet wurde, war die Aufregung groß: Franz Josef Strauß stand in der Abteilung der „Bösewichte”. Spitzenpolitiker der CSU erregten sich darüber. Eine „Sauerei” sei das, schimpfte der damalige Vorsitzende Erwin Huber. Strauß-Sohn Max kündigte an, man werde „dagegen vorgehen”. Einer hingegen sah Strauß genau in die richtige Ecke gestellt: Wilhelm Schlötterer, ehemaliger Steuerfahnder in der bayerischen Finanzverwaltung, CSU-Mitglied seit 34 Jahren und nun Buchautor. Sein gestern im Literaturhaus München vorgestelltes Buch „Macht und Missbrauch. Franz Josef Strauß und seine Nachfolger, Aufzeichnungen eines Finanzbeamten” aus dem Fackelträger Verlag ist der Versuch, den Mythos Strauß zu entzaubern. Die CSU müsse sich von Übervater Strauß endlich distanzieren, fordert Schlötterer.
Die Kernthese des Autors: Nach der Amtszeit von Ministerpräsident Thomas Goppel waren in Bayern Männer an der Macht, die nicht in erster Linie dem Staat dienten, sondern sich selbst und ihren Freunden. …


Ein pensionierter bayrischer Finanzbeamter stellt höchst unbequeme Fragen über die kriminellen Verquickungen der Amigos der CSU mit Händlbratern, Bäderbetreibern und Waffenhändlern. "Warum konnte F.J. Strauss seine Machenschaften so lange treiben, bis er in die Ewigkeit abberufen wurde?" fragt Schlötterer. "Warum habt Ihr dem Mann Gefolgschaft geleistet, warum habt ihr ihn immer wieder auf den Schild gehoben?" Seine Memoiren sind ein ernüchterndes Lehrstück über Filz und Korruption und trösten nur durch eine schöne Pointe: der Verfasser ist seit 1975 Mitglied der CSU.<br />(Denis Scheck in der ARD-Sendung "Druckfrisch" vom 6. 9. 09)

Ein pensionierter bayrischer Finanzbeamter stellt höchst unbequeme Fragen über die kriminellen Verquickungen der Amigos der CSU mit Händlbratern, Bäderbetreibern und Waffenhändlern. "Warum konnte F.J. Strauss seine Machenschaften so lange treiben, bis er in die Ewigkeit abberufen wurde?" fragt Schlötterer. "Warum habt Ihr dem Mann Gefolgschaft geleistet, warum habt ihr ihn immer wieder auf den Schild gehoben?" Seine Memoiren sind ein ernüchterndes Lehrstück über Filz und Korruption und trösten nur durch eine schöne Pointe: der Verfasser ist seit 1975 Mitglied der CSU. (Denis Scheck in der ARD-Sendung "Druckfrisch" vom 6. 9. 09)
Wilhelm Schlötterer, geboren 1939 in Regensburg, studierte Jura in Berlin und Würzburg. Nach der Promotion zum Dr. iur. trat er 1968 in die bayerische Finanzverwaltung ein. Von 1973 bis 1974 war er Vertreter des bayerischen Finanzministeriums an der Landesvertretung in Bonn. Anschließend leitete er im Finanzministerium in München das Referat für Steuerfahndung, Steuerstrafrecht, Steuererlass, Abgabenordnung und Außensteuerrecht. Später für andere Referate zuständig, wechselte er schließlich 1998 als Generalbevollmächtigter zur Landeswohnungs- und Städtebaugesellschaft Bayern, die in dieser Zeit von der Deutschen Kreditbank übernommen wurde. Wilhelm Schlötterer ist inzwischen pensioniert. Er ist Präsident der Società Dante Alighieri München und wurde 2004 vom italienischen Staatspräsidenten mit dem Titel Commendatore ausgezeichnet. Wilhelm Schlötterer ist verheiratet und lebt mit seiner Frau bei München. Er ist seit über 30 Jahren CSU-Mitglied.

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